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Zwei Wege zur mitwachsenden Bio-Herzklappe - Im Gespräch mit Felix Raslag (Geschäftsführer Fa. eticur)

interview-blog.de: Nabelschnurblutbanken konnten bisher kaum auf echte Stammzellen-Anwendungen verweisen. Welchen Horizont eröffnen Mitteilungen wie die jetzt aus Hannover und München?

Felix Raslag: Bundesweit kommen jährlich 7.000 Babys mit angeborenen Herzfehlern zur Welt. Viele davon müssen operativ mit einer neuen, funktionsfähigen Herzklappe versorgt werden. Weil diese aus Kunststoff sind oder von Tieren gewonnen werden, also nicht mitwachsen, müssen die betroffenen Kinder bis zum Erreichend des Erwachsenenalterns mehrmals unters Messer. Eine mitwachsende Herzklappe aus körpereigenem Material wäre da wirklich ein Durchbruch, zumal dann auch keine Abstoßungsreaktionen des Körpers auftreten könnten.

interview-blog.de: Wenn Sie die News aus der medizinischen Wissenschaft zusammenfassen könnten?

Felix Raslag: Zum einen ist es der Medizinischen Hochschule Hannover gelungen, eine mit körpereigenen Zellen überzogene Herzklappe zu entwickeln, die mit dem Patienten wächst. Diese Innovation soll inzwischen bei 14 herzkranken, bereits etwas älteren Kindern mit Erfolg implantiert worden sein. Zwei von ihnen, so hieß es, lebten bereits über drei Jahre damit. Zum anderen arbeiten Forscher des uns benachbarten Universitätsklinikums München-Großhadern daran, angeborene Herzfehler bereits im Mutterleib zu diagnostizieren und im Kleinkind-Alter mit köpereigenen, unmittelbar nach der Geburt aus der Nabelschnur gewonnen, Zellen zu behandeln. Dabei sollen Klappen sowohl für das Niederdrucksystem (Lungenkreislauf) als auch für das Hochdrucksystem Körperkreislauf (Aortenklappe) gezüchtet werden.

interview-blog.de: Gibt es schon greifbare Resultate?

Felix Raslag: Die Klinik signalisiert, dass es gelungen sei, nach mehrwöchiger Tiefkühlung solche Zellen zu rekultivieren. Damit wäre die Grundlage geschaffen, um im Bioreaktor eine vitale Herzklappe zu züchten, die sich regeneriert und mitwächst. Die Münchener Forschergruppe plant nun eine Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern, den Zellexperten an der Universität Erlangen. eticur) als Spezialdienstleister (www.eticur.de), kann dann in Zukunft betroffenen Eltern anbieten, für die Einlagerung der Nabelschnurblut-Stammzellen in Erlangen zu sorgen.

interview-blog.de: Ein deutliches Plädoyer für diese Form der individuelle Gesundheitsfürsorge?

Felix Raslag: Ja unbedingt. Auch in dieser Beziehung sind uns die Amerikaner wieder voraus. Während Eltern und Großeltern als mögliche Sponsoren hierzulande die neue Vorsorgemöglichkeit erst allmählich entdecken, werden in den USA schon heute von zehn bis 15 Prozent aller Neugeborenen Nabelschnur-Stammzellen eingelagert. Das kostet zwar für eine Laufzeit von zunächst 21 Jahren rund 2.400 Euro, aber umgerechnet aufs Jahr nur etwa soviel wie zwei Mal Tanken. Wenn man bedenkt, dass der medizinische Fortschritt gerade auch auf diesem Gebiet gewaltig ist, lassen sich womöglich in einigen Jahren schon etliche Krankheiten mehr wie Krebs, Zuckerkrankheit, Nervenleiden und andere körperliche Behinderungen wirksam mit eigenem Körpermaterial bekämpfen.

interview-blog.de: Worauf sollten Schwangere bei der Auswahl der Nabelschnurblutbanken achten?

Felix Raslag: Die nach der Geburt einfach zu gewinnenden Zellen sollten – so empfiehlt es die Bundesärztekammer - vor der Konservierung im Labor einer Gewebetypisierung unterzogen werden, um eine Verwechslung im Kreißsaal oder während des Transportes auszuschließen. Darüber hinaus sollten die Zellen durch einen Gefrier-Schnelltest und eine anschließende Zellkultur auf ihre spätere Lebensfähigkeit überprüft werden. Wichtig ist, dass die wertvollen Stammzellen schonend von den anderen Bestandteilen des Nabelschnurblutes getrennt werden, da diese zu einer Verklumpung führen können. Aus Sicherheitsgründen sollte zudem das Zellmaterial geteilt und in getrennten Tanks (in unserem Fall an der Uni Erlangen) eingelagert werden.

Eine Vergleichsübersicht der Stammzell-Dienstleister findet sich im Internet unter www.nabelschnurblutbanken.de.

Weitere Informationen: www.eticur.de

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