Ferienhaus, Masuren, masuren ferien haus.de Oliver Pohlmann “Wie wahrscheinlich bei den meisten hier in Deutschland, stand Polen als Urlaubsland gar nicht auf meiner Liste.” - Im Gespräch mit Oliver Pohlmann (masuren-ferien-haus.de) » Interview Blog

“Wie wahrscheinlich bei den meisten hier in Deutschland, stand Polen als Urlaubsland gar nicht auf meiner Liste.” - Im Gespräch mit Oliver Pohlmann (masuren-ferien-haus.de)

Klaus-Martin Meyer: Oliver, Du bist Experte für Urlaubsreisen nach Masuren. Wie kam es dazu?

Oliver Pohlmann: Wie wahrscheinlich bei den meisten hier in Deutschland, stand Polen als Urlaubsland gar nicht auf meiner Liste. Doch dann lernte ich meine Frau kennen und sie „entführte“ mich in ihr Heimatland. Und ich war überwältigt, speziell von der Seenplatte im östlichen Masuren. Die historische kleine Stadt Augustow mit seiner auch nicht immer rühmlichen deutschen Geschichte, aber einem Wochenmarkt, der das alte und das neue Polen wie in einem Mikrokosmos präsentiert. Die Umgebung, wo man gar nicht fassen kann, wie ursprünglich die Natur rund um Wigry noch ist. Das alles war bereits äußerst verführerisch. Allerdings als ich eines Abends zurück zu unserem gemieteten Ferienhaus durch einen Wald fuhr und plötzlich ein echter, stattlicher Wolf mir mutig auf der Straße den Weg versperrte, war es endgültig um mich geschehen. Seitdem bin ich dieser ursprünglichen Landschaft verfallen.

Klaus-Martin Meyer: Mit welchen touristischen Pfunden kann der Osten Masurens wuchern?

Oliver Pohlmann: Das gewichtigste Pfund ist natürlich die Natur dieser geschützten Region, die als eine der letzten Urwälder Europas gilt. Da sind die Seen, die zum Großteil mit kleinen Kanälen und Schleusen verbunden sind, so dass man mit dem Kajak beispielsweise wunderschöne Touren machen kann und ganz nebenbei wilde Biber beim Bauen ihrer Staudämme beobachten kann. Es ist diese unglaubliche Sauerstoff reiche Luft, die man fast schmecken kann, und die Nächte, in denen man hier mehr Sterne sieht als irgendwo sonst, weil die Luft so klar ist. Es sind aber auch die kleinen familiären Restaurants an jeder Straßenecke, in denen man mit der deftigen, aber leckeren polnischen Küche verwöhnt wird. Aber auch die preiswerten Einkaufsmöglichkeiten in Augustow oder Wigry, und doch gibt es eines, was es kaum sonst irgendwo auf der Welt gibt: Freiheit. Hier darf man auch mal ohne Genehmigung eine Angel in den See halten. Oder mit einem Pferd über die Wiesen und Felder reiten. Mal ein Lagerfeuer anzünden und Würstchen und Brot am Stock garen. Es ist ein einfaches Leben, das man hier lebt, aber gerade in seiner Einfachheit ist es so reizvoll und exotisch für Menschen wie du und ich.

Klaus-Martin Meyer: Was ist bei der Suche nach Unterkünften (Ferienhaus, Hotel etc.) in Masuren zu beachten?

Oliver Pohlmann: Natürlich ist dieser Teil Polens touristisch noch nicht so erschlossen wie vielleicht andere Regionen und auch die Komfortstandards sind noch anders als im Westen Europas. Daher ist es sinnvoll, sind an jemanden zu wenden, der sich vor Ort auskennt und weiß, was ein Urlauber aus Deutschland von seinem Quartier erwartet. Es gibt einige wenige Luxushotels in den Städten, aber auf dem Lande und nahe der reizvollen Seen findet man kaum Pensionen oder Ferienwohnungen und –häuser, die unseren Vorstellungen entsprechen. Hier haben meine Frau und ich in den letzten Jahren viel Entwicklungs- und Aufklärungsarbeit geleistet, damit in den Häusern, die wir vermitteln, die Betten mit ordentlichen und sauberen Matratzen ausgestattet sind, Es annehmbare Sitzgelegenheiten in den Wohnräumen gibt und eine akzeptable Küchenausstattung, aber auch dass es dort Sat-TV gibt, ein ordentliches Badezimmer und vernünftige Garten- bzw. Terrassenmöbel. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn in all den Jahren gab es nie eine ernsthafte Beschwerde unserer Gäste.

Klaus-Martin Meyer: Kannst Du unseren Lesern auch ein paar Insidertipps geben, was sich jenseits der ausgetretenen Touristenpfade zu besuchen lohnt?

Oliver Pohlmann: Ausgetretene Touristenpfade gibt es eigentlich keine hier in diesem Teil Masurens. Es gibt Sehenswürdigkeiten wie das imposante Wigry Kloster oder die wunderschönen alten Holzkirchen in den kleineren Orten entlang der Seen. Es ist auch ein ganz besonderes Erlebnis von Augustow aus eine Tour auf den kleinen Ausflugsschiffen durch die alten Kanäle und Schleusen in die abgelegenen und ursprünglichen Teile der großen Seen zu unternehmen. Aber das wichtigste ist es, einfach nur die Augen offen zu halten und keine Angst zu haben, in die kleinen Restaurants und Geschäfte entlang der kleinen Straßen hinein zu schauen. Da gibt es viel zu entdecken, was die meist alten Damen im Laufe ihres Lebens zusammen gesammelt haben. Ein besonderer Tipp ist aber auch, dass Augustow in Polen bekannt ist für seine Wellness und Kurangebote. Es lohnt sich, hier in der Tourist-Info nach Massage- und Kosmetikpraxen zu fragen, die meist echte Relax-Oasen sind.

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluss interessiert uns wie üblich ein Ausblick. Wie wird sich der Tourismus in Masuren in den kommenden fünf Jahren entwickeln?

Oliver Pohlmann: Die Bewohner der Region und ihre Offiziellen sind fest entschlossen, die Entwicklung sanft vorangehen zu lassen. Zum Glück steht der Wigry Nationalpark unter strengem europäischen Schutz, so dass es Spekulanten und Massentourismus schwer gemacht wird. In den letzten zehn Jahren, in denen ich selbst diese Region immer wieder neu entdecke, haben aber auch die Polen das Potential ihrer Region der ost-masurischen Seenplatte erkannt. Aber auch erkannt, dass sie nur mit westeuropäischen Standard bezüglich Ausstattung und Komfort die zahlungskräftigen Gäste aus Deutschland und dem Rest Europas anlocken können. Auch lernen viele Polen mittlerweile Fremdsprachen wie Deutsch und Englisch, so dass es auch immer leichter wird, sich miteinander zu verständigen. Polen ist ein Land im Aufbruch und zieht mit Siebenmeilenstiefeln und großen Schritten ein in eine neue Zeit. Allerdings sehen sie auch die Fehler der anderen, die sie unbedingt vermeiden wollen. Sie wollen weder die Natur auf Kosten des Tourismus zerstören noch ihre tief religiösen Traditionen, ihre Freude an gutem und frischen Essen und auch nicht die Familie als Zentrum des Lebens vergessen. Ich bin selber sehr gespannt, ob sie es schaffen, aber mich würde es wirklich freuen.

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