Gingseng, Harald Schicke Nordkorea “Die Hanns-Seidel-Stiftung suchte einen Fachmann für koreanischen Ginseng.” - Harald Schicke (ginseng-laden.de) über seinen Besuch in Nordkorea » Interview Blog

“Die Hanns-Seidel-Stiftung suchte einen Fachmann für koreanischen Ginseng.” - Harald Schicke (ginseng-laden.de) über seinen Besuch in Nordkorea

Klaus-Martin Meyer: Herr Schicke, Sie sind Heilpraktiker und Gingseng-Berater von ginseng-laden.de. Könnten Sie sich bitten unseren Lesern kurz vorstellen?

Harald Schicke: Heilpraktiker bin ich seit 1978. Den koreanischen Ginseng habe ich schon 1977 bei meiner ersten, sechsmonatigen Asienreise durch in Japan lebende Koreaner kennengelernt. Seither habe ich in vielen Ländern Hunderte von Vorträgen gehalten, viele Artikel veröffentlicht und ca. 20 Bücher. Seit 13 Jahren bin ich mit einer Koreanerin verheiratet, die den Ginseng-Laden.de betreibt. Viermal bin ich von südkoreanischen Regierungsstellen als Ginseng-Fachmann nach Korea eingeladen worden.
Der Ginseng-Laden.de ist ein in Deutschland einzigartiges Kompetenzzentrum für koreanischen Ginseng.

Klaus-Martin Meyer: Sie waren kürzlich auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung in Nordkorea. Wie kam es dazu?

Harald Schicke: Die Hanns-Seidel-Stiftung suchte einen Fachmann für koreanischen Ginseng. Da kommt man um den Ginseng-Laden.de in Deutschland kaum herum. Die Nordkoreaner hatten offenbar ein sehr großes Interesse an dem Seminar, denn mein Visum wurde in Rekordzeit bewilligt. Statt der 35 erwarteten Teilnehmer kamen mehr als 70.

Klaus-Martin Meyer: Können Sie beschreiben, welche Rolle Gingseng im Leben der Nordkoreaner und für den nordkoreasischen Binnenmarkt spielt?

Harald Schicke: Ginseng ist teuer. Deshalb spielt er mehr eine Rolle für den Export. Der Kaesong Insam (Ginseng aus der Region Kasesong) ist berühmt. Er wird vor allem nach China und nach Russland exportiert. Bei unserem Besuch in der Universitätsklinik von Pjöngjang haben wir allerdings gesehen, dass Ginseng auch für die Behandlung der Bevölkerung im Krankheitsfall genutzt wird. In Nordkorea wird die traditionelle Naturheilkunde, Koryo-Medizin genannt, nicht wie in Europa diskriminiert, sondern existiert gleichberechtigt.

Klaus-Martin Meyer: Der Import von Produkten aus Nordkorea ist bekanntlich nicht ganz einfach. Gilt das auch für Gingseng?

Harald Schicke: Ja. Ginseng von guter Qualität gilt in Deutschland immer als Arzneimittel, das eine arzneimttelrechtliche Zulassung benötigt. Diese ist teuer und zeitaufwendig. Der Verkauf ist schwierig, weil er der deutschen Zensur unterliegt (man darf Laien nicht den Nutzen erklären; das ist nur Fachleuten zugänglich zu machen). Ein Verbraucher darf nicht informiert werden. Schlechte Ginseng-Produkte kann ein Verbraucher kaum von guten unterscheiden. Ausländische Firmen brauchen sich an der deutschen Zensur nicht orientieren.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß bitten wir immer um einen Ausblick. Welche Rolle wird Nordkorea in fünf Jahren als Gingseng exportierendes Land spielen?

Harald Schicke: In Nordkorea mangelt es an Wissen über die Probleme, ihre Waren im Ausland zu verkaufen. Man hält den Kaesong-Ginseng für so gut, dass  jeder erfreut sein müsste, ihn importieren zu dürfen. Die Qualitätsanforderungen “westlicher” Staaten werden nicht erfüllt, eine Kontrolle der Produktion, wie sie von Seiten deutscher Behörde in Südkorea stattfindet, wird abgelehnt.

Die EU, auch wenn sie solche Seminare finanziert, wird die Diskriminierung der Naturheilkunde nicht aufgeben. Ob Nordkorea flexibler ist als die EU bezweifle ich. Der nordkoreanische Ginseng ist ausgezeichnet, aber er hat unter den gegebenen Bedingungen keine wirkliche Chance - ebenso wie die Naturheilkunde, die in Europa immer mehr der Pharmalobby geopfert wird.

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