“Gimahhot ist die weltweit erste B2C-E-Commerce-Plattform, bei der Neuwa re nach dem Prinzip der Börse gehandelt wird.” - Im Gespräch mit Jürgen Lankat
Klaus-Martin Meyer: Jürgen, Du bist der Geschäftsführer der Firma Gimahhot GmbH. Könntst Du Dich und deine Firma bitte kurz vorstellen?
Jürgen Lankat: Vor Gimahhot hab ich insgesamt acht Jahre als Börsenmakler in Frankfurt, London und New York gearbeitet. Unter anderem war ich Leiter des Aktienhandels bei Julius Bär, Frankfurt. Dort hab ich mit einem fünfköpfigen Handelsteam monatlich eine Milliarde DM umgesetzt. Ab 2004 hab ich mit meinem Schulfreund und Mitbegründer von Gimahhot, Henning Fredersdorf, die Gimahhot-Idee entwickelt. Gimahhot ist die weltweit erste B2C-E-Commerce-Plattform, bei der Neuware nach dem Prinzip der Börse gehandelt wird. User können entweder sofort kaufen oder Gebote abgeben, auf die alle Verkäufer reagieren können - genau wie an der Börse, nur dass Markenartikel anstelle von Aktien gehandelt werden. Dabei fasst Gimahhot die Vorteile von Auktionshäusern und Preissuchmaschinen zusammen:
Einerseits kann der Käufer Gebote abgeben, andererseits wird ihm der günstigste Preis offeriert.
Klaus-Martin Meyer: Bei der Etablierung eines neuen Marktplatzes kommt es im Wesentlichen darauf an, Anbieter und Nachfrager anzuziehen, damit der Handel überhaupt in Gang kommt. Des Öfteren bin ich in den Google-Serps schon über Gimahhot gestolpert. Welche weiteren Wege gibt es, die Angebotsseite anzuziehen? Welche Tools werden neben Telefonmarketing (selbst schon erlebt) eingesetzt?
Jürgen Lankat: Natürlich haben auch wir mit unserem jungen Marktplatz das klassische Henne-und-Ei-Problem. Aber wir wachsen auf beiden Seiten kontinuierlich, sehen das also jetzt nicht als dramatisches Problem. Neben dem direkten Anrufen von potenziell für uns interessanten Händlern, stoßen, wie gesagt, viele auch über Google Suchen auf Gimahhot. Zusätzlich machen wir noch spezielle PR, mit der wir die Händler-Zielgruppe erreichen.
Klaus-Martin Meyer: Ein Hemmschuh auf der Angebotsseite, große Händler anzuziehen, könnte nach meiner Einschätzung der Admin-Aufwand sein, den der Händler durch das ungewöhliche Börsenformat hat. Wie siehst Du diesen Punkt?
Jürgen Lankat: Das stellt unserer Erfahrung nach kein Problem dar. Wir bieten dem Händler umfangreiche Möglichkeiten zur Automatisierung. Beispielsweise kann der Händler Gebote von Nutzern, die in einer Range von 5% unter seinem eigentlich Angebotspreis liegen, automatisch bedienen. Nur ein Beispiel, die Möglichkeiten sind noch deutlich vielfältiger. Ihr solltet es auch mal ausprobieren.
Kürzlich haben wir auch noch unser Gimahhot-API veröffentlicht, mit der der Händler auch die Synchronisation von eigener Warenwirtschaft und Gimahhot komplett automatisieren kann.
Klaus-Martin Meyer: Was ist aus Deiner Sicht schwerer, den Handel in Schwung zu bekommen, oder Venture-Capital zu akquirieren? Was hat Eure Geldgeber besonders überzeugt?
Jürgen Lankat: Wir haben beides schon geschafft und es war beides Arbeit und hat Zeit gekostet, aber wirklich schwer würde ich es nicht nennen. Wir haben bereits an die 1.000 Verkäufe pro Monat und werden bald noch deutlich mehr haben. Der Handel kommt also gut in Schwung. Dass dabei auch ein großer Teil der Käufer gar nicht feilscht, sondern direkt die Sofortkauffunktion nutzt, spricht für unsere bereits sehr guten Preise in viele Bereichen. Was die Investoren besonders beeindruckt hat, ist die einfache und doch geniale Idee. Fast täglich passiert es uns, dass wir Leuten davon erzählen und die meinen, das ist so naheliegend, dass es das doch irgendwo schon geben muss. Gibt es aber bisher nicht, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit gibt es keine weitere B2C-Plattform dieser Art.
Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß unsere Standardfrage. Wo steht Gimahhot in fünf Jahren?
Jürgen Lankat: Wir hoffen, in fünf Jahren unseren IPO hinter uns zu haben und auch die Expansion in einige weitere Märkte. Aber noch haben wir einige naheliegendere Ziele zu erreichen. Besonders würde ich mich freuen, wenn alle Leser dieses Interviews einfach mal unseren neuartgien Marktplatz ausprobieren würden: www.gimahhot.de.

