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“Unser Konzept ist sehr einfach: Wir vermarkten professionell wiederaufbereitete Handys und Elektronikgeräte” - Im Gespräch mit Christian Wolf (asgoodas.nu)

Klaus-Martin Meyer: Christian, Du bist der Gründer von asgoodas.nu. Was steckt dahinter?

Christian Wolf: Unser Konzept ist sehr einfach: Wir vermarkten professionell wiederaufbereitete Handys und Elektronikgeräte und bieten so eine umweltfreundliche Variante zu einem Neugerät. Unsere Geräte sind geprüft, gereinigt, mit neuer Software und Standardzubehörteilen versehen, kurz sie sind „so gut wie neu”. Daher auch der Name „as good as new”. Allerdings ist die Umweltbelastung durch unsere Aufbereitung im Vergleich zur Neuproduktion eines vergleichbaren Geräts sehr gering und natürlich bieten wir auch günstige Preise.

Die Geräte kaufen wir über unsere Webseite www.asgoodas.nu an. Das ist die einfachste und schnellste Möglichkeit seine alten Handys und sonstige Gadgets zu verkaufen, die ansonsten nur ungenutzt in der Schublade vergammeln. Man wählt sein Gerät aus, beschreibt den Zustand anhand von acht Ja-Nein-Fragen und bekommt sofort einen festen Preis angezeigt. Nur noch zur Post gehen, fertig. Wir tragen die Kosten für den klimaneutralen Versand und überweisen nach einer kurzen technischen Prüfung den vereinbarten Betrag.

Klaus-Martin Meyer: Das klingt nach einem anspruchsvollen Geschäftskonzept, hast Du ein Team, das Dich unterstützt?

Christian Wolf: Ja, natürlich. Ich hatte Glück, sehr schnell tolle Mitstreiter zu finden. Wir sind aktuell allerdings noch ein virtuelles Team und haben jeweils unsere Jobs. Solange wir noch im Testbetrieb sind, bin ich das Gesicht des Teams. Ich musste auch versprechen, die Namen der anderen aus Rücksicht auf Arbeitgeber und leicht nervöse Eltern noch nicht zu verraten. Aber für dieses Konzept braucht es wirklich viele Kompetenzen: Remanufacturing-Spezialisten, Mobilfunk- und Webexperten und Marketinginsider.

Wir wollen auch wo möglich mit Partnern zusammen arbeiten und so unsere Kräfte gezielt einsetzen. Aktuell haben wir mit DHL einen tollen Partner an Bord, der einen einfachen und klimaneutralen Transport der Geräte gewährleistet.

Klaus-Martin Meyer: Wie bist Du auf die Geschäftsidee bekommen? Intuition oder Marktanalyse?

Christian Wolf: Am Anfang standen einige Artikel zum Thema Green IT und Nachhaltigkeit im Netz. Ich suchte gerade eine neue Geschäftsidee und freundete mich schnell mit dem Thema an. Bei meinen ersten Recherchen stieß ich schon auf die „verschwundenen Handys”, das ist ein heiß diskutiertes Thema bei Recyclern und Herstellern. Wusstest Du, dass in die Deutschen schätzungsweise 135 Millionen Handys zu Hause ungenutzt rumliegen lassen?

Klaus-Martin Meyer: Inwieweit spielt Dir der Wirtschaftszyklus in die Karten?

Christian Wolf: Was uns am meisten freut, ist das wachsende Umweltbewusstsein der Verbraucher und das ist auch ein wesentlicher Bestandteil unseres Geschäftskonzepts. Nachhaltiges Verhalten heißt nicht unbedingt auf moderne Technik zu verzichten, sondern vielmehr verantwortungsbewusst damit umzugehen. So kann ich als Verbraucher mein abgelegtes Gerät problemlos verkaufen oder recyceln lassen. Leider tun das im Moment noch recht wenige: Eine Nokia Studie ergab erst neulich, dass 44% der ausrangierten Handys in Schubladen und Kartons verschwinden statt erneut genutzt oder recycelt zu werden. Erschreckend ist, dass 4% sogar im Hausmüll landen. Wir wollen den Verbrauchern hier eine attraktive Möglichkeit bieten, es besser zu machen.

Die trübere Konjunktur könnte wohl auch dazu führen, dass Konsumenten wieder mehr auf ihren Geldbeutel achten, stille Reserven auflösen und günstig einkaufen. Wir können dadurch auch hoffen, dass die Menschen in Deutschland unser Angebot nutzen werden. Vielleicht machen wir daraus eine Kampagne: „Dein persönliches Konjunkturprogramm” oder so ähnlich.

Klaus-Martin Meyer: Über die Webseite sollen die Produkte aufgekauft werden. Ist die Absatzseite bereits geklärt?

Christian Wolf: Wir wollen je nach Modell und Zustand unterschiedliche Vertriebskanäle nutzen. Aktuell verkaufen wir in Deutschland und demnächst in anderen EU-Ländern übers Netz. Einen Export außerhalb der EU finde ich sehr interessant, allerdings würden wir bevorzugen, hier mit einem Partner zu arbeiten, der schon etablierte Kontakte und Vertriebswege hat statt mühsam eigene aufzubauen.

Klaus-Martin Meyer:
Worin siehst Du die kritischen Erfolgsfaktoren Deines Geschäftsmodells. Beschaffung, Absatz, Logistik, Finanzierung?

Christian Wolf: Definitiv sind es die physischen Prozesse in Logistik und Remanufacturing sowie die Beschaffung. Unserem tollen Team ist es zu verdanken, dass wir hier schon sehr weit gekommen sind. Aber gerade da liegen auch noch viele Optimierungspotentiale. Wir versuchen an diesen Stellen jeden Euro und jedes Gramm umweltbelastender Stoffe einzusparen soweit es irgendwie möglich ist.

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluß unsere Standardfrage: Wo seht Ihr asgoodas.nu in fünf Jahren?

Christian Wolf: Wir haben uns vorgenommen, DER europäische Markenanbieter für Remanufactured Electronics zu werden und für Konsumenten der erste Ansprechpartner zu sein wenn sie ein gebrauchtes Gerät abgeben oder ein „wie neu” Gerät kaufen wollen.

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Ein Kommentar zu ““Unser Konzept ist sehr einfach: Wir vermarkten professionell wiederaufbereitete Handys und Elektronikgeräte” - Im Gespräch mit Christian Wolf (asgoodas.nu)”

  1. Kamil sagt:

    Die asgoodas.nu GmbH hat seit dem 15. März ihre neue Ankaufsseite www.wirkaufens.de gestartet. Neben Handys können nun auch MP3-Player, Digitalkameras und Naviagtionsgeräte verkauft werden.

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