SkySails, Stephan Wrage Zugdrachen für Schiffe"Unser gemeinsamer Antrieb: Ein Produkt entwickeln, dass Sinnbild dafür sein kann, dass es möglich ist, im Einklang mit der Natur hochprofitabel zu wirtschaften." » SkySails, Stephan Wrage Zugdrachen für Schiffe » Interview Blog

“Unser gemeinsamer Antrieb: Ein Produkt entwickeln, dass Sinnbild dafür sein kann, dass es möglich ist, im Einklang mit der Natur hochprofitabel zu wirtschaften.” - Im Gespräch mit Stephan Wrage

interview-blog.de: Herr Wrage, Sie sind einer der Geschäftsführer der Firma SkySails GmbH & Co. KG. Könnten Sie sich, Ihre Mitstreiter und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Stephan Wrage: Als Gründer von SkySails und Vorsitzender der Geschäftsführung verantworte ich die Bereiche Vertrieb, Öffentlichkeitsarbeit, Investor Relations sowie Business Development. Ich wurde 1972 in Hamburg geboren und studierte an der TU Kaiserslautern und der TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen mit den Studienschwerpunkten Maschinenbau, Logistik, Innovationsmanagement und Controlling. Das Studium habe ich als Diplom-Wirtschaftsingenieur mit Prädikatsexamen abgeschlossen. Während des Studiums war ich im Verein Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI) Mitglied des Vorstandes.

Auf die Idee, Schiffe mit Zugdrachen zu ziehen, kam ich im Alter von 15 Jahren. Als begeisterter Segler und Lenkdrachenflieger wurde ich von einem Drachen mit Höchstgeschwindigkeit über den Strand gezogen und fragte mich, wie man diese enorme Kraft des Drachens noch nutzen könnte. Daraus hat sich die Idee entwickelt, das beträchtliche Potenzial auch für das Schleppen von Schiffen zu nutzen. Stark beeinflusst wurde ich dabei auch durch die Bücher “Die Grenzen des Wachstums” von Dennis Meadows, und “Faktor 4″ von Ernst Ulrich v. Weizsäcker. Beide Autoren verdeutlichen eindrucksvoll, dass nachhaltiges Wirtschaften in Zeiten knapper und teurer Rohstoffe zwingend notwendig ist und man hier ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld eröffnen könnte. Nach seinem Studium zum Diplom-Wirtschaftsingenieur gründete ich im Jahr 2001 die Firma SkySails.

Mittlerweile arbeiten an den Standorten Hamburg und Wismar über 40 Mitarbeiter an der Umsetzung der SkySails-Vision. Unser gemeinsamer Antrieb: Ein Produkt entwickeln, dass Sinnbild dafür sein kann, dass es möglich ist, im Einklang mit der Natur hochprofitabel zu wirtschaften.

interview-blog.de: Angesichts der langen Entwicklungsdauer muss es sich bei dem von Ihnen entwickelten Schiffsdrachen um einen wahren Hight-Tech-Drachen handeln. Was sind die größten technischen Herausforderungen bei der Entwicklung von SkySails?

Stephan Wrage: Die technisch größten Schwierigkeiten lagen in der Entwicklung einer Technologie, die ein einfaches Starten und Landen von großen Drachen auf Schiffen ermöglicht, sowie in der weitgehenden Automatisierung des Systems.

interview-blog.de: Mit Hilfe Ihres Kite-Systems stehen der Schifffahrt drastische Effizienzsteigerungen bevor. Welchen Herausforderungen sehen Sie sich beim Absatz möglichst vieler Systeme gegenüber? Welche Hilfestellung kann im Hinblick auf den Absatz der Lead-Investor geben?

Stephan Wrage: Die größte Herausforderung ist ein schnelles Unternehmens-/Organisationswachstum zu realisieren, um die große Nachfrage bedienen zu können. Allein die Oltmann-Gruppe verwaltet über 200 Schiffsgesellschaften, die als potenzielle Kunden in Frage kommen.

interview-blog.de: Welche Vorteile hat Ihr SkySail gegenüber dem Flettner-Rotor, der ja bekanntlich in Vergessenheit geraten ist?

Stephan Wrage: In der Schifffahrt gab es zahlreiche Ansätze und Versuche mit alternativen Antriebstechnologien, die sich jedoch aufgrund ihrer Nachteile nicht durchsetzen konnten, z.B. der Flettnerrotor. Der Flettner-Rotor wurde 1928 zum ersten Mal auf einem Schiff installiert und seitdem, insbesondere in Zeiten hoher Ölpreise, immer wieder auf Schiffen zu Testzwecken installiert. Aufgrund zu geringer Leistung und Problemen bei der praktischen Handhabung, insbesondere auf Grund des erhöhten Platzbedarfs an Bord (Verringerung der Ladungskapazität), konnte sich der Flettner-Rotor in der Schifffahrt bis heute nicht durchsetzen.

interview-blog.de: Zum Abschluss stellen wir wie gewohnt unsere Standardfrage: Wie wird sich Ihre Firma in den kommenden fünf Jahren entwickeln?

Stephan Wrage: SkySails hat mit der Markteinführung von SkySails-Systemen begonnen. Zusammen mit ausgewählten Pilotkunden startet 2007 die Praxiserprobung auf Frachtschiffen. Im Jahre 2008 soll die Serienproduktion beginnen und die offizielle Markteinführung des SkySails-Systems für Frachtschiffe erfolgen. Bis Ende 2008 plant SkySails, Zugdrachen mit bis zu 640 m² Fläche anzubieten. SkySails plant, bis zum Jahr 2015 ca. 1.500 Schiffe mit dem SkySails-Zusatzantrieb auszurüsten. Die Entwicklungsarbeiten von SkySails erlauben die Abschätzung, dass in der Realität im Jahre 2011 bis zu 5.000m² Drachenfläche realisierbar sein können. Schiffe bis beispielsweise 100m Länge werden mit Zugdrachen von ca. 300m² Größe ausgerüstet.

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4 Kommentare zu ““Unser gemeinsamer Antrieb: Ein Produkt entwickeln, dass Sinnbild dafür sein kann, dass es möglich ist, im Einklang mit der Natur hochprofitabel zu wirtschaften.” - Im Gespräch mit Stephan Wrage”

  1. HVBX sagt:

    SkySails - So einfach wie genial…

    Bekanntlich sind es oft die einfachsten Dinge die eine Industrie und das Leben revolutionieren. So auch die Idee von SkySails.Das Thema Schiffahrt zählt normalerweise nicht zu den Dingen mit denen ich mich täglich beschäftige, trotzdem hat mich das …

  2. Klimaschutz in der Schiffahrt… » Klimaschutz-Blog sagt:

    […] .. so geht es: mit Drachen. Stichworte: […]

  3. nachhaltigBeobachtet sagt:

    Über den Gartenzaun … [W0727]…

    … geschaut: die wöchentliche Rundschau.

    Medien

    Nie mehr zurück zur Natur: Es gibt keine unberührte Natur mehr. Seit die Menschheit existiert, verwandelt sie die Welt um sich herum. [mehr]
    ……

  4. Readers Edition » Über den Gartenzaun … sagt:

    […] Im Gespräch mit Stephan Wrage: SkySails baut Drachen für Schiff. [mehr] (via Klimaschutz-Blog) Drachenbetriebe Kraftwerke sind noch in der Entwicklung (siehe “Fundsachen [W0712]“). […]

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