Prozentual gesehen sind wir somit das innovativste Volk weltweit - Christoph Möller - erfinderProfi
interview-blog: Herr Möller, im Interview-Blog haben wir schon einige “VZ”-Betrieber interviewt. Bei Ihrem Dienst erfinderProfi ist uns zu allerst die Frage durch den Kopf geschossen, ob es überhaupt genug Erfinder im deutsschprachigen Raum gibt, um eine aktive Community am Leben zu erhalten? Haben Sie Zahlen für uns wieviele Erfinder sich auf Ihren Seiten im Schnitt bewegen und wie Ihre Zielgruppe aussieht?
Christoph Möller: In Deutschland werden ungefähr 48000 Erfindungen pro Jahr angemeldet. Prozentual gesehen sind wir somit das innovativste Volk weltweit. Auf Grund von Kommunikationslücken schaffen es jedoch nur 3% aller Erfindungen auf den Markt. Es war uns ein Anliegen eine Community zu schaffen, die sich eben nicht nur aus Erfindern zusammen setzt sondern ebenfalls aus Unternehmern, Patentanwälten, Patentverwertern, Patentberatern, Patentbewertern, Patentveredlern, Prototypenbauern, Designern, Industriedesignern, Presse, Handel, Industrie, Risikokapitalgebern und Studenten. Somit hat ein unerfahrener Erfinder den direkten und kostenfreien Zugriff auf alle intellektuellen Ressourcen, welche er zum wirtschaftlichen Erfolg seiner Erfindung benötigt.
Unsere stark ansteigenden Besucherzahlen von ca. 30000 pro Monat zeigen den Bedarf unseres Mediums. Sollte es in Zukunft gelingen, die oben angeführte Quote von 3% auf 100% zu steigern könnten somit wenigstens 480000 neue Jobs pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland geschaffen werden.
interview-blog: Zu welchen Themen tauschen sich die Erfinder auf Ihren Seiten eigentlich aus? Hier wird doch niemand aus dem Nähkästchen plaudern und seine noch nicht patentierten Erfindungen zur Diskussion stellen?
Christoph Möller: Erfinder tauschen sich aus über Ihre Erfolge und Misserfolge, geben sich gegenseitig nützliche Tipps und nutzen unser Medium um sich und Ihre patentierten Erfindungen zu präsentieren um diese erfolgreich zu vermarkten. Ebenfalls sind Unternehmen vertreten, welche nach konkreten Erfindungen suchen und hierzu kostenfreie Ausschreibungen aufgeben. In unserem Patentrechtsbereich kann sich Jeder über die aktuelle Gesetzeslage kostenfrei informieren. Dieser Dienst wurde uns von der Salomonia Gruppe zur Verfügung gestellt.
interview-blog: Sie berichten, dass es an Ideen und Erfindungen nicht mangelt, der Weg der Umsetzung aber recht steinig ist. An welchen Problemen und Hürden bleibt so manch eine Erfindung aus Ihrer Erfahrung typischerweise noch vor der Marktreife hängen?
Christoph Möller: In Einzelfällen sind es fehlerhafte Patentanmeldungen, weil kein Patentanwalt eingeschaltet wurde. In den meisten Fällen fehlt es an Kontakten zu Industrie, Risikokapitalgebern und Beratern um ein Produkt erfolgreich im Markt zu positionieren.
interview-blog: Und was sind die konkreten Hilfen, die Ihre Community zur Lösung anbieten kann?
Christoph Möller: Unser kostenfreies Netzwerk, welches speziell auf die Bedürfnisse der Erfinder ausgelegt wurde, getreu dem Raiffeisen Motto „vereint sind auch die Schwachen stark“ .
Neben den Vorteilen der persönlichen Kontakte kann hier alles rund um das Thema Patent in Erfahrung gebracht, Prototypen designed und via 3D Drucker ausgedruckt, kostenfreie Kleinanzeigen aufgegeben, Marktumfragen durchgeführt, Patentbewertungen abgegeben, Patentverkauf oder Patentkauf eingeleitet und sofort Hilfe via Chat oder Hilfe Forum geleistet werden. Die kostenfreie Nutzung unsere Online Dienstleistung macht uns im deutschsprachigen Europa einzigartig.
interview-blog: Sind Sie selbst Erfinder? Und können auch aus eigener Erfahrung berichten oder sehen Sie sich mehr als Vermittler, der Erfinder mit anderen Menschen Ihres Netzverwerks zusammenbringt?
Christoph Möller: Mit 16 Jahren habe ich damals zusammen mit meinem Bruder meine erste Erfindung zum Patent angemeldet. Unsere mittlerweile verstorbene Oma hat einmal die Woche Bridge gespielt und die älteren Damen haben zu diesem Anlass gerne ein Glas Sekt getrunken. Auf Grund des fortgeschrittenen Alters konnten Sie selber keine Sektflaschen mehr öffnen und waren stets auf Hilfe angewiesen. Daraufhin haben mein Bruder und ich einen Sektflaschenöffner erfunden und diesen patentiert. Hätte es damals schon ein Informationsportal wie ErfinderProfi gegeben, hätte man sich hier Rat von erfahrenen Erfindern holen und den Kontakt zur Industrie herstellen können. Unsere Erfindung ist damals leider gescheitert und wurde nach Ablauf unserer Ansprüche von Anderen auf den Markt gebracht und stellte sich als ein Kassenschlager heraus.
Mittlerweile verfügen mein Bruder und ich über vier neue Patente und zwei Patente in der Anmeldung. Die Probleme der Erfinder haben sich in den letzten dreizehn Jahren nicht verbessert, daher haben wir zunächst das www.patent-marketing.org Portal gegründet um somit die Bedürfnisse aller Beteiligten zu erfassen und unser neues Portal www.erfinderprofi.de auf diese auszurichten, in der Hoffnung vielen Gleichgesinnten eine kostenfreie Hilfe zu schaffen und dem Wirtschaftsstandort Deutschland zu weiterer
Attraktivität in der Wirtschaftspitze zu verhelfen.

