Products with Love - Im Gespräch mit Michael Pütz (dawanda.com)
interview-blog.de: Herr Pütz, Sie sind einer der Initiatoren von dawanda.com. Wie wird aus einem russischem Wintermärchen ein Start-up im herbstlichen Berlin?
Michael Pütz: Claudia und ich haben DaWanda zusammen gegründet. Wir lernten uns bei Passado - eine ehemals von mir gegründete (aber schnell verkaufte) Plattform für alte Schulfreunde - kennen. Für Passado arbeiteten wir ein Jahr zusammen mit dem russischen Entwickler-Team in Moskau. Irgendwann im Winter 2005 haben wir Etsy.com entdeckt, ein genialer Online-Marktplatz aus den USA für alles Handgemachte. Als wir dann kurz vor Weihnachten Geschenke bastelten, waren wir letztendlich von der Idee infiziert, einen ähnlichen Marktplatz für Unikate, Handgearbeitetes und Besonderes in Europa zu starten. Zurück in Deutschland haben wir angefangen, den Markt zu recherchieren und nach einer langen Planungs- und Entwicklungsphase DaWanda dann Anfang Oktober gelauncht.
interview-blog.de: Wie genau hat man sich die Sache mit dawanda.com vorzustellen und wie soll daraus ein Geschäftsmodell werden?
Michael Pütz: DaWanda ist ein Online-Marktplatz, auf dem Mitglieder Unikate und handgemachte Produkte - kurzum Products with Love - kaufen und verkaufen können. Verkaufen können alle, die Produkte selbst anfertigen oder entwerfen - von der Modedesign Studentin, angehenden Produkt Designern, Hobby-Künstlern und Kunsthandwerkern. Dementsprechend vielfältig ist unsere Produktpalette.
Dabei ist DaWanda keine anonyme Handelsplattform, sondern viel mehr eine Community, wo sich Mitglieder austauschen, gegenseitig inspirieren und mit Ideen und Begeisterung einbringen. Das Geschäftsmodell ist einfach: wird ein Produkt verkauft, stellen wir 5% des Verkaufspreis dem Verkäufer in Rechnung. Darüber hinaus, erheben wir keine Einstell- oder anderen Gebühren.
interview-blog.de: Spontan fiel mir bei den ersten Informationen auf Ihrer Internetseite ein, dass wäre ein Marktplatz für die Kindergartentaschen von kindergartentasche.de. Habe ich das soweit richtig verstanden?
Michael Pütz: Ja, absolut! Kindergartentasche.de bietet indvidualisierte Taschen für Kinder an und verkauft auch bereits auf DaWanda.
interview-blog.de: Wie wollen Sie erreichen, dass Dawanda kein anonyme Handelsplattform wird?
Michael Pütz: Hinter jedem Produkt steckt ein Macher, der bei DaWanda kein Fremder mehr ist, sondern ein Mensch zum Anfassen. Alle Mitglieder - egal ob Verkäufer oder potentieller Käufer - können bei DaWanda ihr Profil anlegen und ihre Lieblingssachen mit anderen teilen. Mitglieder können selbstverständlich auf der Plattform kommunizieren (über interne Mails, Foren, Kommentare) und zum Mitmachen regen bisher auch Produktbewertungen, Kommentare und Crowd Tagging an. In der Pipeline haben wir noch einige Features, die allen Usern weitere Möglichkeiten bieten, sich mit anderen zu vernetzen und eigene Ideen einzubringen.
interview-blog.de: Spielen wir doch einmal “Wünsch-Dir-was!”. Wie wird sich Dawanda Ihrer Meinung nach entwickeln und welche Überraschungen erhoffen Sie sich?
Michael Pütz: Unser Ziel ist es, DaWanda als europäischen Online Marktplatz zu etablieren, der es möglichst vielen Kreativen erlaubt, die üblichen Marktbarrieren zu umgehen, ihren Talenten nachzugehen und damit auch tatsächlich Geld zu verdienen. Die meisten Talente schaffen es einfach aufgrund der hohen Investitionskosten für Produktion, Marketing und Vertrieb, nicht, Fuß zu fassen. Auf der anderen Seite geht der Trend ganz klar weg von 0815 und hin zu qualitativ hochwertigen, schönen Dingen, die sonst niemand hat. Für diese Menschen möchten wir die Anlaufstelle sein, wo sie tatsächlich genau das finden und bekommen, was sie möchten und wo sie sich auch mit eigenen Ideen einbringen können. Und das für (fast) jeden Geldbeutel.Und wenn wir jetzt bei Wünsch-Dir-Was wären, dann wäre unser Traum, das was MySpace heute für Musik ist, für “selbstgemachte” Produkte zu werden: kleine, lokale Hersteller und Designer haben die Chance, sich eine Existenz aufzubauen oder auch einmal größer rauszukommen - von Endverbrauchern gewählt. (Der Vergleich mit MySpace ist nicht Ausdruck des Größenwahns der derzeitigen Web 2.0 Euphorie, sondern als Bild zu verstehen


7. November 2006 00:14 |
[…] Herzlichen Dank an Klaus-Martin Meyer vom Interview Blog. Michael spricht im Interview über Ursprung, Idee und Ziele von DaWanda. Posted by claudia Filed in Uncategorized […]
18. März 2007 15:03 |
[…] Interview 1 im interview Blog […]
14. Juli 2007 00:38 |
[…] Am Wochenende hatte ich Gelegenheit Claudia und Michael von Dawanda zu interviewen. Nach der Übernahme von sozeug im Februar steht Dawanda in Deutschland als Monopolist in einer interessanten Nische dar, die von Ebay aufgrund der Besonderheiten individueller und künstlerischer Qualitätsprodukte nicht sonderlich gut abgedeckt werden kann. Derzeit sind Claudia und Michael mit dem Re-Launch Ihrer Plattform beschäftigt. Michael sucht daher (spätestens seit diesem Interview ) auch noch nach einem Tech-Praktikanten der Ihn beim Entwickeln unterstützt. Abgesehen von kleinen Unstimmigkeiten beim Personal-Recruiting herrscht aber große Einigkeit beim Gründerteam und Michael freut sich, dank Claudia tiefe Einblicke in das weibliche Shopping-Verhalten bekommen zu haben… […]
8. Oktober 2007 12:52 |
Dawanda bei woobby…
Noch jemand hat heute Geburtstag, wenn ich mich recht entsinne: Michael Pütz - nein, nicht sein Namensvetter und Freund - besser bekannt als Millepondo - sondern der Berliner Micha von Dawanda, dem liebevoll gemachten Kunsthandwerk-Ebay mit dem He…