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“Problematisch ist, dass die Förderlandschaft äusserst undurchsichtig ist” - Im Gespräch mit Andrea Claudia Delp (amaveo.de)

interview-blog.de: Wie beurteilen Sie die Gründungslandschaft in Deutschland?

Andrea Claudia Delp: Generell lässt sich sagen, dass die politische Arbeit in Sachen Existenzgründung im Laufe der Jahre einen höheren Stellenwert bekommen hat. Es gibt zahlreiche Förderprogramme. Problematisch ist allerdings, dass die Förderlandschaft äusserst undurchsichtig ist. Besonders ungünstig wirken sich nach meiner Erfahrung für Existenzgründungen die zahlreichen bürokratischen Hürden aus.

interview-blog.de: Welche Förderprogramme sollte man kennen?

Andrea Claudia Delp: Nun, es gibt zahlreiche Förderungen - auf europäischer Ebene, auf Bundes- und Länderebene und auch in den Städten und vieles mehr. Zu den wichtigsten Förderungen zählt der Gründungszuschuss. Das ist eine Förderung für Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit mit Arbeitslosengeld eins gründen. Mit dem Gründungszuschuss hat die Bundesregierung eines der am weitesten verbreiteten Förderprogramme geschaffen. Von großer Bedeutung in der Förderlandschaft sind auch die Förderkredite “Mikrodarlehen” und “Startgeld” der KfW-Mittelstandsbank. Diese Förderungen ermöglichen eine Finanzierung bis 50.000 EUR - auch ohne Eigenkapital. Das nehmen normale Geschäftsbanken üblicherweise nicht auf sich - insofern wird hier ein wichtiger Beitrag für die finanzielle Unterstützung von Existenzgründungen geleistet.

interview-blog.de:
Wie kommt man an die Förderprogramme?

Andrea Claudia Delp: In jedem Fall muss ersteinmal eine überzeugende Geschäftsidee her. Neben der Geschäftsidee ist es auch wichtig, dass der Gründer die notwendigen Kenntnisse - insbesondere im kaufmännischen Bereich - mitbringt. Wenn dies geklärt ist, muss dann ein Businessplan oder auch Geschäftsplan erstellt werden. Der Businessplan ist sozusagen das Mittel, mit dem der Gründer die Geschäftsidee und die eigene Person ins rechte Licht rückt und das Vorhaben mit allen Aspekten beleuchtet.

interview-blog.de: Was bedeutet “Ins rechte Licht rücken” im Zusammenhang mit einem Businessplan?

Andrea Claudia Delp: Das bedeutet, das der Businessplan darstellen soll, welche Vorteile und Risiken der oder die Geldgeber von der Unterstützung der Existenzgründung haben. Viele Existenzgründer vergessen bei der Erstellung eines Businessplanes gerne, dass der Businessplan kein Werbeprospekt ist. Eine realistische Darstellung mit den Füssen auf dem Boden der Tatsachen; damit fährt man am besten. Wichtig ist auch, dass der Businessplan nicht etwa 40 oder 50 Seiten umfassen sollte. Ein solch umfangreiches Dokument wird kaum gelesen. Im besten Licht zeigt man sich eher, wenn man in der Lage ist, Prioritäten zu setzen und auf 15 bis 20 Seiten zu überzeugen.

interview-blog.de: Mit welchen Fehlern im Rahmen einer Existenzgründung werden Sie am häufigsten konfrontiert?

Andrea Claudia Delp: Oft kommt es vor, dass die Geschäftsidee falsch eingeschätzt wird. Die Erwartungen an die Geschäftslage und Geschäftsentwicklung sind oft zu hoch gesteckt. Hinzu kommen häufige Planungsfehler; das reicht von unzureichenden Marktkenntnisse und zu wenig Marketing-Know-How bis hin zu einer unzureichenden Finanzplanung. Bei der Finanzplanung machen die meisten Gründer zu stark vereinfachte Rechnungen auf; die Umsatzplanung kann nicht mit Hilfe von Marktdaten belegt werden und bei der Planung des Kapitalbedarfs wird oft vergessen, dass das Unternehmen neben den Startinvestitionen auch noch eine Anlaufzeit braucht, die häufig mit einer Finanzierung überbrückt werden muss. Gut geplant ist eben halb gewonnen - zumindest gilt das für eine erfolgreiche Existenzgründung.

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