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“München ist ganz bestimmt eine sehr gute Umgebung für (Technologie)-Startups” - Im Gespräch mit Niels Fertig (Nanion Technologies GmbH)

interview-blog.de: Herr Fertig, Sie sind der CEO der Firma Nanion Technologies GmbH. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Niels Fertig: Nanion ist ein Startup aus dem Center for NanoScience (CeNS) der Universität München, das ich nach meiner Promotion (Physik) zusammen mit meinen damaligen Betreuern Robert Blick (jetzt Professor in Madison, Wisconsin) und Jan Behrends (jetzt Professor in Freiburg und Beiratsvorsitzender der Nanion) gegründet habe. Im Rahmen meiner Promotion habe ich ein chip-basiertes Zellanalyseverfahren entwickelt (patch-clamp-on-a-chip), welches eine sehr effiziente Untersuchung von Wirkstoffen für Ionenkanäle ermöglicht (high throughput screening, HTS). Bei Nanion haben wir aus den wissenschaftlichen Ergebnissen eine praxistaugliche Technologie und letzlich Produkte gemacht und diese sehr erfolgreich am Markt eingeführt und etabliert.

interview-blog.de:
Laut Wirtschaftswoche war ihre Firma bereits nach zwei Jahren profitabel. Wie schafft man das als Technologiefirma?

Niels Fertig: Wir haben in 2002 zu einer Zeit gegründet, als Investoren sehr zurückhaltend waren und keine Frühphasenfinanzierungen machen wollten. Wir haben damals die BioM (ein lokaler Seedinvestor www.bio-m.de) als Investor gewinnen können, jedoch lediglich für eine recht überschaubare Summe. Daher waren wir von vornherein immer sehr auf einen effizienten Mitteleinsatz bedacht und haben uns früh am Markt orientiert und bereits in 2003 unser erstes Produkt gelaunched. Das ist von den Kunden sehr positiv aufgenommen worden und wir konnten in 2004 bereits ausreichend Systeme verkaufen, um schwarze Zahlen zu schreiben. Seitdem arbeitet Nanion profitabel und wächst organisch aus den Umsätzen (aktuell etwas über 20 Mitarbeiter).

interview-blog.de: Nach Auskunft Ihrer Webseite ist Ihre Firma ein Spin-off der Universität München. Ist das ein gutes Umfeld für Gründungen im Allgemeinen und Ihre Gründung im Besonderen?

Niels Fertig: München ist ganz bestimmt eine sehr gute Umgebung für (Technologie)-Startups, da es eine ausgeprägte Gründerszene gibt und viele Investoren, Anwälte, Inkubatoren und Berater vor Ort sind. Durch die Universitäten und Fachhochschulen gibt es auch ein sehr gutes wissenschaftliches Umfeld mit Möglichkeiten zu Kooperationen. Sehr hilfreich in der Frühphase ist sicher auch der Münchener Business Plan Wettbewerb, bei dem man (spielerisch) einen Geschäftsplan erstellt und professionelles Feedback dazu sowie viel Kontakte bekommt.
Da die Gründer von Nanion sowie einige der ersten Mitarbeiter aus dem CeNS enstammen, haben wir natürlich ein ausgeprägtes Netzwerk im akademischen Umfeld. So war Nanion die ersten Jahre auch and der Universität angesiedelt und konnte dort Teile der Infrastruktur nutzen.

interview-blog.de: Was sind nach Ihrer Ansicht die kritischen Erfolgsfaktoren von Nanion?

Niels Fertig: Wesentlich für den Erfolg sind neben einer guten Technologiebasis und einem attraktiven Markt vor allem das Team. Nanion hat ganz hervorragende Mitarbeiter, die kompetent und hochmotiviert sind, so dass das Zusammenarbeiten sehr viel Spass macht, und das macht die Sache aus.
Wie schon angeklungen war sicher unser Umfeld bei der Gründung und die Unterstützung durch verschiedene Förderinstitutionen (Land Bayern, BMBF, BMWi) sehr hilfreich. Was aber wirklich wichtig ist, ist der Erfolg im Markt und zufriedene Kunden. Daher arbeiten wir sehr eng mit unseren Kunden zusammen und versuchen den best-möglichen Support zu liefern. So etwas spricht sich rum und nichts ist effektiver als Mund-zu-Mund-Propaganda. Insgesamt profitieren wir auch stark davon, dass unsere Technologie tatsächlich einen grossen Mehrwert liefert und enstprechend Begeisterung bei vielen Kunden auslöst.

Naturgemäss hängt beim Erfolg auch vieles vom Glück ab, aber das braucht man eben auch ;)

interview-blog.de: Zum Abschluss stellen wir gern die Fünf-Jahres-Frage. Wo steht Nanion in fünf Jahren?

Niels Fertig: Nachdem Nanion gerade fünf Jahre alt geworden ist, kann man eine solche Frage wohl stellen. Wir glauben fest daran, dass Nanion ein führender Anbieter von automatisierten Elektrophysiologiesystemen bleiben und seine Marktpräsenz weiter ausbauen wird. Wir hoffen natürlich, das Nanion sich so weiter entwickelt wie in den letzten Jahren, wächst und weiterhin glückliche Kunden hat. Wichtig neben allem Erfolg: wir wollen auch in fünf Jahren noch Spass mit Nanion haben!

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