BIONADE Peter Kowalsky “Kopieren ist immer einfacher, als etwas eigenes zu entwickeln” - Im Gespräch mit Peter Kowalsky (GF BIONADE GmbH) » Interview Blog

“Kopieren ist immer einfacher, als etwas eigenes zu entwickeln” - Im Gespräch mit Peter Kowalsky (GF BIONADE GmbH)

Klaus-Martin Meyer: Herr Kowalsky, Sie sind der zweite “Ökomanager des Jahres“, der bei uns im Blog zu Gast ist. Könnten Sie sich und Ihre Brauerei bitte kurz vorstellen?

Peter Kowalsky: Mein Name: Peter Kowalsky, 40 Jahre, verheiratet, 1 Kind, 1 Hund, 1 Katze Ausbildung/Beruf: Dipl. Brau-Ing., GF BIONADE

Die BIONADE GmbH ist eine eigene Firma, die aus der Brauerei PETER entstanden ist. Die Brauerei ist seit 1827 in Familienbesitz. Die BIONADE GmbH gibt es seit 1995. Wir haben zu reinen Brauerei Zeiten ca. 20 Mitarbeiter gehabt. Das hat sich seit dem Erfolg von BIONADE stark geändert, so dass heute ca. 200 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Wir machen BIONADE und Bier. Näheres unter www.bionade.com

Klaus-Martin Meyer: Als bekennender Bionade-Fan (insb. Holunder) wundere ich mich immer wieder, wie schnell Nachahmer auf den Plan treten, während die Entwicklung von Bionade nach diversen Pressequellen sehr viel länger gedauert hat. Ist kopieren einfacher und warum schmecken die Copy-Cat-Varianten einfach nicht?

Peter Kowalsky: Kopieren ist immer einfacher, als etwas eigenes zu entwickeln, was immer mit sehr viel Arbeit und Durchhaltevermögen verbunden ist. Deshalb ist die Kopie auch nichts erfolgreiches, wenn das erfolgreich wäre, dann wären wir alle reich. Aus meiner Sicht ist es wie in der Physik, da gibt es den Energieerhaltungssatz, der besagt, dass nur das rauskommen kann, was man auch reinsteckt. Wenn man das rumdreht bedeutet das, das etwas nur erfolgreich ist, wenn man auch sehr viel in die Sache investiert hat, in welcher Form auch immer. Das ist übrigends in allen Bereichen so wie, z.B. Freundschaft, Kunstwerke, Ideen, Theorien.

Deshalb können aus meiner Sicht reine Kopien nie erfolgreich sein, weil keiner etwas reininvestiert hat.
Der Grund warum die Kopien alle anders schmecken liegt im unterschiedlichen Herstellungsverfahren. BIONADE wird mit Mikroorganismen hergestellt, die maßgeblich für den Geschmack verantwortlich sind, wie z.B. bei Bier, Wein, etc., die können sie künstlich nicht kopieren. Kein anderer Nachahmer wendet dieses Verfahren an.

Klaus-Martin Meyer: Vor kurzem war Bionade in diversen Blogs ein Thema. Es ging um juristische Angelegenheiten, Lieferengpässen, Kooperationen mit Coca-Cola etc. Ist das “Rauschen in der Blogossphäre” von irgend einer Relevanz für Ihr Geschäft? Oder melden sich da nur Freaks zu Wort, die über Probleme nachdenken, die normale Menschen gar nicht beschäftigen?

Peter Kowalsky: Ja, der Wind bläst uns momentan etwas ins Gesicht, Doch das gehört auch dazu, wenn man zu dem steht, was man macht.
Die Blogs sind für uns ein sehr wichtiges Stimmungsbarometer. Wir haben uns jedoch im Gegensatz zu manch anderen Unternehmen entschlossen, uns aus den Blogs komplett rauszuhalten und diese nicht zu instrumentalisieren. Jeder von uns ist ein Freak, mir sind die lieber, die auch noch was sagen und nicht einfach den Mund halten und die Sachen akzeptieren, so wie sie sind.

Klaus-Martin Meyer:
Angesichts des für mich sehr überraschenden Erfolges von Bionade in relativ kurzer Zeit, frage mich immer wieder, wie gelinkt des den Bedarf an Holunderbeeren zu decken. Wie hat sich das Leben der Holunder-Bauern durch Bionade verendert?

Peter Kowalsky: Rohstoffe sind im Biobereich eine wichtige Komponente, um die man sich aktiv kümmern muss. Wir haben aus diesem Grund das Bio-Landbauprojekt-Rhön gegründet, in dem wir versuchen, alle Rohstoffe für BIONADE, die bei uns in Deutschland wachsen, in unserer Region anzubauen, was den Landwirten zu Gute kommt. Wir wollen mit diesem Projekt ebenfalls dafür sorgen, dass die Rhön, welches ein Biosphärenreservat ist, gentechnikfrei bleibt. Wir beziehen heute schon den kompletten Bedarf an Gerste aus der Region, ca. 15% des
Holunders und wollen gerade ein Kräuterprojekt initieren. Das ist eine gute Alternative für die Landwirte, die wir gerne an unserem Erfolg teilhaben lassen. Ziel ist es, nahezu 100% der bei uns wachsenden Rohstoffe aus unserer Region zu beziehen. das dauert aber, so lange es dauert, weil die Landwirte das von sich aus mitmachen müssen.

Klaus-Martin Meyer: Meine Theorie ist, dass das angekündigte Öko-Getränk von Coca-Cola mithelfen wird den Markt für Bionade weiter erfreulich prosperieren zu lassen. Wie geht es bei Ihnen mit dem Biergeschäft voran? Hilft auch da der Schwung von Bionade mit?

Peter Kowalsky:
Coca Cola´s Getränk ist kein Bioprodukt und zielt aus meiner Sicht auch nicht auf BIONADE, jedoch auf das Segment der “Erwachsenengetränke”, was immer das ist. Ich glaube auch, das es hilft, das Segment grösser zu machen und das zu Schluss alle was davon haben. Ganz zum Schluss entscheidet eh der Verbraucher, was er kauft, das ist auch gut so.

Bier brauen wir auch noch, wir sind ja schließlich alle Braumeister mit Leib und Seele. Jedoch im Gegensatz zu BIONADE in einem ganz bescheidenen Rahmen. Jedoch versuchen wir auch hier die Sinnhaftigkeit reinzubringen, in dem wir uns auch beim Bier um die Region kümmern und natürlich um die ganzen Dinge, wie bei BIONADE auch im Hinblick auf die Bio-Landbau-Projekte.

Der Schwung bei BIONADE hilft nur bedingt mit, weil wir auch teilweise gar nicht wollen, das unser Bier das “Bier von BIONADE” wird, weil wir bei BIONADE sehr viel mit Jugentlichen und Kindern machen (z.B. Jugend trainiert für Olympia unterstützen wir mit jeder Flasche BIONADE), und da wollen wir den Alkohol komplett raushalten.

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8 Kommentare zu ““Kopieren ist immer einfacher, als etwas eigenes zu entwickeln” - Im Gespräch mit Peter Kowalsky (GF BIONADE GmbH)”

  1. Basic Thinking Blog | Wochenende sagt:

    […] - Bionade-Chef Peter Kovalsky äußert sich nur ganz zart zu den Problemzonen von Bionade im Interview-Blog […]

  2. Pottblog sagt:

    Pot(t)pourri (66)…

    Potpourri, frz.: Allerlei, kunterbunte Mischung
    Pot(t)pourri, dt.: Kurze vermischte Beiträge im Pottblog
    ***
    Ob “The Spirit of Georgia” die Antwort auf den Erfolg der Bionade darstellt kann ich noch nicht beurteilen. Denn, wie Nils tre…

  3. Der Erfolg zweier Biobrauereien sagt:

    […] Es gibt zwei kleine Biobrauereien auf Erfolgskurs: Bionade und Pinkus Müller. Dabei unterscheiden sich die beiden Unternehmen sehr stark. Mit Vertretern beider Biobrauereien erschienen im laufe der Woche Interviews in denen das rechte deutlich wird. Unter dem Titel “Kopieren ist immer einfacher, als etwas eigenes zu entwickeln” wurde Peter Kowalsky von Bionade im Interview-Blog befragt. Dabei wurde die Innovation des Unternehmens unterstrichen. In der taz äußerte sich Friedhelm Langfeld für die Bier-Brauerei Pinkus Müller aus Münster. […]

  4. Manuel sagt:

    Nun, dass sich Bionade aus den Blogs heraushält, kann ich selbst (glücklicherweise) nicht bestätigen. Gerade im Zuge des “Bio-Hickhacks” (http://www.vital-genuss.de/neues/bio-hickhack-vor-gericht.html) erreichte mich eine E-Mail von Bionade mit der zu dem Zeitpunkt gerade frisch veröffentlichten Pressemitteilung. Dies half mir, die Bios-Bionade-Angelegenheit etwas klarer zu sehen. Auch in Zukunft freue ich mich gerne über die Aufnahme in den offiziellen Presseverteiler :-)

    Was mir in diesem Interview ganz deutlich gefehlt hat: Der Bereich “Preiserhöhung aus Prestige-Gründen”, oder wie auch immer die Anpassung des VKs seit Juli zu bezeichnen ist…

  5. neues aus der roiberhöhle - montagsnotizen sagt:

    […] am wochenende haben wir eine halbe kiste bionade für die umzugshelfer gekauft. die verkäuferin raunte uns in verschwörerischem halbton zu, dass wir besser die kiste auffüllen sollten, denn ab montag wird das zeug noch teuerer. naja. ein interview mit dem geschäftsführer Peter Kowalsky gibts hier. […]

  6. Burkhard Schneider sagt:

    Verkauft jetzt Bionade auch Weichspüler :-)

    Wie wäre es mal mit einer Diskussionsrunde zwischen Bloggern und Herrn Kowalsky. Mich interessiert am meisten, warum er seine Fancommunity nicht virtuell betreut und warum er das nicht macht.

    Willst Du so einer Runde organisieren oder soll ich anfragen?

    Gruss

    Burkhard

  7. klm sagt:

    Fan ruhig an, habe nach diesem interview soviele anfragen für weitere interviews bekommen, dass ich mühe haben werde, die alle abzuarbeiten.

    grusz
    klm

  8. Bionade macht mal wieder alles richtig » » Die Unternehmensberatung der Blogosphäre: Consulting4Food! sagt:

    […] Mehr zum Thema: Interview mit dem Bionade im Interview-BlogPS: Das einzige, was die Bionade-Leute bisher verbockt haben aus meiner Sicht, ist dieser grauenhafte Fitness-Drink!!! […]

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