Greenmiles, Sexy Klimaschutz Sven Bode"Klimaschutz muss sexy werden – mit marktfähigen Produkten!" » Greenmiles, Sexy Klimaschutz Sven Bode » Interview Blog

“Klimaschutz muss sexy werden – mit marktfähigen Produkten!” - Im Gespräch mit Sven Bode (Greenmiles.de)

Klaus-Martin Meyer: Herr Bode, Sie sind der Geschäftsführer der Firma Greenmiles GmbH aus Hamburg. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Sven Bode: Ja, gerne. Greenmiles entwickelt Angebote für einen „klimaverträglichen Lebensstil“. Wir sind zunächst auf dem Gebiet der klimaneutralen Mobilität gestartet. Über eine Internetplattform bieten wir Endkunden die Möglichkeit, die durch Ihre Reisen verursachten CO2-Emissionen zu kompensieren. Dies geschieht durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten wie z. B. einer Solaranlage in Afrika. Natürlich sprechen wir auch schon Unternehmen, deren Interesse sehr hoch ist. Durch den zusätzlichen Erlös, den der Projektbetreiber für die CO2-Minderung erhält, erhöht sich schließlich die Wirtschaftlichkeit gegenüber günstigeren, aber klimaschädlicheren Projekten. Wir unterstützen dabei ausschließlich Klimaschutzprojekte, die bei den Vereinten Nationen registriert sind. Der Erfüllung der beauftragten CO2-Reduktion wird regelmäßig vom TÜV Nord überwacht.

Klaus-Martin Meyer: Wie kam Ihnen die Idee, diese Firma zu gründen?

Sven Bode: Ich habe seit 2000 in dem Bereich gearbeitet, d.h. zur Berechnung der CO2-Reduktion verschiedener Projekttypen geforscht zur Ausgestaltung des internationalen Klimaregimes promoviert, dies auf reale Klimaschutzprojekte angewendet und Regierungen in Entwicklungsländern beim Aufbau der nationalen Genehmigungsbehörden für diese sog. CDM-Projekte beraten. Irgendwann kam mir die Idee, dass ich dieses Wissen in marktfähige Produkte umsetzen könnte. Und genau darum geht es meines Erachtens: Wenn es uns gelingt, die Kraft der Märkte zum Zweck des Klimaschutzes einzusetzen, werden wir signifikante Fortschritte bei der Emissionsreduktion machen. Spenden zum Klimaschutz sind dabei hilfreich, allein darauf zu vertrauen vermutlich nicht aussreichend. Klimaschutz muss sexy werden – mit marktfähigen Produkten!

Klaus-Martin Meyer: Verstehe ich das Konzept richtig, dass Sie das Prinzip des CO2-Zertifikate-Handels auf die private Ebene übersetzen?

Sven Bode: Ja und nein. Wir fokussieren uns dabei auf einen Ausschnitt, d.h. die sog. projektbasierten Mechanismen des Kyoto-Pprotokolls. Hinter jeder CO2-Gutschrift steht dabei ein konkretes Projekt. Wir können also unseren Kunden immer sagen: „Dies ist das Projekt, aus die die CO2-Reduktion kommt.“ Das ist in anderen Emissionshandelssystemen, wie z. B. dem in der EU, nicht der Fall. Die Fokussierung auf Projekte unter dem Kyoto-Protokoll bietet dabei den Vorteil, auf ein international anerkanntes Regelwerk zurückgreifen zu können, dass auch regelmäßig aktualisiert wird.

Klaus-Martin Meyer: Wie “akquirieren” Sie die Projekte für die Reduktion von CO2-Emissionen?

Sven Bode: Wenn man schon „so lange“ lange im Geschäft ist, kennt man die verschiedenen Akteure im Markt. Mit denen kann man sich über mögliche Projekte austauschen und ggf. im Anschluss initiieren. Mittlerweile haben sich auch schon die ersten Projektentwickler an uns gewendet und sich nach Möglichkeiten für eine gemeinsame Umsetzung informiert.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß wollen wir auch Ihnen unsere Standardfrage nicht vorenthalten. Wie wird sich die Firma Greenmiles in den nächsten fünf Jahren entwickelt haben?

Sven Bode:
Dynamisch, sehr dynamisch. Wir bleiben natürlich nicht bei „der CO2-neutralen“ Autofahrt stehen. Wir haben inzwischen auch die Emissionen verschiedener Events kompensiert. Das grüne Unternehmen folgt. In Deutschland werden wir zur Nummer 1 in Sachen „klimaverträglich leben“. Und auch wenn wir einen eigenen Plan entwickelt haben, will ich nicht verhehlen, dass wir derzeit auch soviel Input von außen bekommen, dass wir unsere Pläne noch wieder anpassen könnten. Dynamisch eben – und spannend.

Stichworte:

6 Kommentare zu ““Klimaschutz muss sexy werden – mit marktfähigen Produkten!” - Im Gespräch mit Sven Bode (Greenmiles.de)”

  1. Interview mit Greenmiles » Klimaschutz-Blog sagt:

    […] Im Interview-Blog ist heute ein Interview mit dem Geschäftsführer von Greenmiles zu lesen. Greenmiles macht Klimaschutz sexy. Stichworte: Blog Greenmiles […]

  2. blognation Germany - technology » Blog Archive » Greenmiles: Travel Emission Free sagt:

    […] For founder Sven Bode traveling carbon free is just the beginning. He hopes to become the market leader for a green way of living in Germany by supporting the compensation of events, organisations or households (see an interview with Sven Bode in German.) […]

  3. nachhaltigBeobachtet sagt:

    Über den Gartenzaun … [W0731]…

    … geschaut: die wöchentliche Rundschau.

    Medien

    Nahrungsmittel auf Weltreise: Was Europas umweltbewussten Konsumenten Gewissensbisse verursacht, ist für Neuseelands Landwirtschaft, die weit w ……

  4. Hanfeld sagt:

    Es ist ein Gebot der volkswirtschaftlichen Vernunft, denjenigen Verkehrsträger zu fördern und zu stärken, der die wenigsten unerwünschten Schäden und damit Zusatzkosten verursacht – und das ist mit weitem Abstand die Bahn. (Hermann Scheer)

    Erkunden Sie doch mal spielerisch die zu erwartenden Folgen der Bahnprivatisierung mit BAHNOPOLY:
    http://www.campact.de/bahn/opoly/start

  5. Sinnvolles Handeln: Greenmiles, Atmosfair, myClimate: CO2-Ablasshandel im “Test” auf kubitz.net | webcoach | social media | sinnvolles handeln sagt:

    […] Nun auch noch in der Gründer-Gemeinschaft: Der neue CO2-Ablasshandel von Greemiles wird als spannendes Web-Startup behandelt und be-interviewt. Das ist meiner Meinung nach auch ganz in Ordnung, da das Thema Klimaschutz bei uns ja gerade auch ankommt (Siehe meine Artikel zu Atmosfair und MyClimate). […]

  6. Stefan sagt:

    Ich befasse mich gerade etwas mit dem Thema und habe bisher nur von Greenmiles gelesen. Ich bin mir nicht sicher, ob das so eine tolle Sache ist. Folgende Dinge verwundern mich bei Greenmiles:

    - Warum ist es eine Firma (GmbH) und keine gemeinnütziges Firma (gGmbH)

    - Warum findet man keine Informationen, wieviel der Spenden wirklich in Projekte fließen

    - Seit wann wird auf Spenden Umsatzsteuer erhoben

    - Wodurch finanziert sich Greenmiles

    - Wie werden die Projekte unterstütz

    - Finanziert man mit einer Spende eine Firma, die sich von den eigenen Spenden bereichert

    - Ist es nur eine Methode zur Geldbeschaffung mit der Ausnutzung des schlechten Gewissens - Ablasshandel klingt ziemliche treffend

    Es ist zum Beispiel möglich in Solarfonds zu investieren und man bekommt eine Rendite, sollte Greenmiles solche Projekte machen, was ist mit der Rendite?

    Ich finde keine Informationen, wie viel und wie wirklich Geld ankommt, aus diesem Grund bin ich fast der Meinung - ich bitte um Eure - wenn man Geld an eine Gemeinnützige Organisation (z.B. Robin Wood - ist die einzige die mir einfällt, Ihr kennt sicher noch welche) zu spenden.

Kommentar / Antwort verfassen



<

Google


Add to Technorati Favorites

» “Klimaschutz muss sexy werden – mit marktfähigen Produkten!” - Im Gespräch mit Sven Bode (Greenmiles.de) Greenmiles, Sexy Klimaschutz Sven Bode