BLACKSOCKS, Samy Liechti, Socken im Abonement Sockenabo “In der Tat sind wir E-Business Dinosaurier” - Im Gespräch mit Samy Liechti (BLACKSOCKS) » Interview Blog

“In der Tat sind wir E-Business Dinosaurier” - Im Gespräch mit Samy Liechti (BLACKSOCKS)

Klaus-Martin Meyer: Herr Liechti, Sie sind der CEO der Firma BLACKSOCKS SA.Können Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Samy Liechti: Bitte nennen Sie mich nicht CEO, denn wir sind noch ziemlich klein, so dass wir uns keine Titel - ausser vielleicht Gründer - leisten können. 1999 wurde BLACKSOCKS von Marcel Roth und mir gegründet. Unsere Idee war die, dass die Menschheit für höheres geschaffen ist, als um sich um Socken zu kömmern. Um die Welt von Socken-Sorgen zu befreien haben wir das Socken-Abo erfunden. Als Socken-Abonnent erhält man regelmässig 3 Paar hochwertige Socken frei Haus - immer die Gleichen. Somit muss sich der Mensch für den Sockenkauf nicht mehr auf die Socken machen und auch das lästige Aussortieren nach dem Waschen entfällt, passen doch alle Socken zusammen. Zudem verschwinden Socken immer wieder, wenn alle Socken die Gleichen sind, führt der Verlust von 2 Socken nicht zum Verlust von 2 Paaren, passen doch alle Socken zusammen. BLACKSOCKS ist regelmässig gewachsen und verfügt heute über mehr als 30′000 Kunden in 73 Ländern und täglich werden es mehr. BLACKSOCKS konnte verschiedene Preise gewinnen und wurde zigmal kopiert. Seit anfangs März bietet BLACKSOCKS neben den Socken-Abo auch Unterwäsche im Abo an, sodass eine weitere Problemzone des Mannes bearbeitet wird. Mehr zu unseren Socken bzw. zur Unterwäsche finden Sie in unserem Shop.

Klaus-Martin Meyer: Vor gefühlten fünf Jahren habe ich Ihnen eine Email geschickt und die Focussierung Ihres Geschäftsmodell gelobt. Damals hatte ich vorgeschlagen Whitesocks zu gründen, damit gestreßte Ärzte und Krankenschwester auch ihre Arbeitssocken abonnieren könnten. Sie schickten mir ein drei Paar Ihrer (schwarzen) Socken mit einer Karte auf der stand “Great Minds think alike.” Ihre Socken weisen eine so herrausragende Qualität auf, dass ich diese bis heute nicht durchgelaufen habe. Steht diese Qualität ihrem Geschäftsmodell im Wege?

Samy Liechti:
Wir fühlen uns der Qualität verpflichtet. Qualität beim Produkt und natürlich auch beim Service. So hat das führende Schweizer Konsumentenmagazin K-Tipp 12 verschiedene Herrensocken getestet. Nur 3 erhielten die Bestnote Gut, wir waren natürlich dabei. Der Test kann hier heruntergeladen werden. Kurzfristig mag die sehr gute Qualität kein Vorteil sein, denn der häufigste Grund für Abo Kündigungen ist der, dass der Kunde zu viele Socken hat, weil diese kaum kaputt gehen. Was wir aber beobachten, ist das die Kunden zurück kommen, sobald diese Socken brauchen. Somit macht es für uns langfristig sicherlich Sinn auf Qualität zu setzen. In einer (Textil-)Welt, die von immer schneller und immer billiger dominiert ist, bieten wir Qualität und Kontinuität. Dank dieser Kontinuität muss der Kunde nur einmal einen Kaufeintscheid fällen, was den meisten Männer - in Bezug auf Socken - entgegenkommt.

Klaus-Martin Meyer:
Sie haben im Internet schon eine ganze Reihe von Jahren erlebt. Im Moment ist wieder eine Gründerwelle. Was würden Sie jungen Gründern empfehlen, wie man langfristig mit einem Interentbusiness erfolgreich ist?

Samy Liechti: In der Tat sind wir E-Business Dinosaurier. Ich bin überzeugt das man je länger je mehr das “E” von E-Business weglassen kann. Wer ein Geschäft aufbauen will, muss einen klaren Nutzen für den potenziellen Kunden haben und diesen immer wieder kommunizieren um sich so zu positionieren. Allzuoft kommen Gründer mit Businessplänen zu mir. Im Bereich Marketing steht dann, man stelle eine Agentur an. Doch ich glaube es braucht eine starke Vermarktungsidee, sonst lernt das Business nie fliegen. Die Meilensteine unserer Socken- bzw. Unternehmensgeschichte finden Sie hier.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß unsere Standardfrage. Wie wird sich Blacksocks in den nächsten fünf Jahren entwickeln und wird es eines Tages doch noch Whitesocks geben?

Samy Liechti: Wir hatten unter dem Namen BLACKSOCKS Health in der Tat schon weisse Socken für Ärzte. Das Geschäft hat nie funktioniert und zudem wurden die weissen Socken oft missbraucht, sprich nicht im Gesundheitsbereich getragen. Ich habe keine Glaskugel, sodass ein Blick in die Zukunft relativ schwierig ist. Ich gehe davon aus das BLACKSOCKS in 5 Jahren irgendwo zwischen 50′000 und 100′000 Kunden hat und weitere Produkte als Socken und Unterwäsche anbietet. Vielleicht sind wir bis dann auch soweit, dass wir uns Titel leisten können.

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2 Kommentare zu ““In der Tat sind wir E-Business Dinosaurier” - Im Gespräch mit Samy Liechti (BLACKSOCKS)”

  1. Geschäftsmodell “Socken im Abo” von Blacksocks | Thinkomat - Die Ideenentwicklungsmaschine sagt:

    […] Auswählen kann der Kunde zwischen Wadensocken, Kniestrümpfe, Sneaker- oder sogar Cashmere-Seide Socken. Die Zielgruppe sind klar Businessleute die wenig Zeit haben und sich buchstäblich auf die Qualität Ihrer Socken verlassen müssen können. Qualität hat ihren Preis und so kostet zum Beispiel ein Jahresabo von 3×3 Socken 69 €. Da ich ein paar Probesocken geschickt bekommen habe und diese ganz gut mit meinen derzeitigen schwarzen Socken vergleichen kann, sehen sie schon mal sehr hochwertig aus. Es wird sich zeigen wie lange sie halten. In einem Interview von Klaus-Martin Meyer mit einem der Gründer von Blacksocks bestätigt Klaus-Martin die Qualität der Socken, da er sie jetzt schon im 5. Jahr trägt. Ist ja schon mal nicht schlecht. […]

  2. Compiler sagt:

    Das Geschäftsmodell ist wirklich gut und einmalig bislang in Deutschland. Bzw. ich hab bislang sowas nicht gesehen, ich habe mittlerweile auch ein Socken Abo mit Sneaker Socken.

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