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“Immer an die Kosten denken!” - und was es sonst noch zur englischen Limited zu sagen gibt

interview-blog.de: Herr Michael Silberberger, Sie sind Gründer und Geschäftsführer von der Firma Go Ahead Service Limited, dem mit aktuell rund 24.000 Gründungen marktführenden Limited-Anbieter in Deutschland. Können Sie erklären, warum gerade die englische Limited in den letzten drei Jahren auf dem hiesigen Markt so erfolgreich ist? Man könnte ja auch ein französiche oder spanische Gesellschaft gründen, oder weiterhin eine deutsche GmbH…

Michael Silberberger: Will man erklären, warum aktuell schon 30 Prozent aller Kapitalgesellschaften eben nicht als GmbH, sondern als englische Limited gegründet werden, dann fällt mir das Wort “bedürfnisnah” ein. Die britische Limited erfüllt in Deutschland ein wirkliches Marktbedürfnis. Das Unternehmensmodell von der Insel ist unbürokratisch, durchschau- und kalkulierbar, kostet vergleichsweise wenig und ist absolut rechtssicher.
Da nicht 25.000 Euro Stammeinlage wie bei der GmbH vorgeschrieben sind, haben sich die meisten Limited-Gründer dafür entschieden, für ihre persönliche Haftungsminimierung als Unternehmer i.d.R. 100 Pfund (umgerechnet 150 Euro) einzusetzen. Aber selbst das müsste nicht sein, weil nach englischem Recht, dass in diesem Falle seit März 2003 auch in Deutschland gilt, die Mindesteinlage 1 Pfund (1.50 Euro) beträgt.

Gegenüber einer spanischen oder französischen Gesellschaft sind neben dem Gesellschaftsrecht auch der Vorteil der englischen Sprache zu erwähnen.

Von der Ltd. bzw. der noch viel vorteilhafteren Ltd. & Co. KG profitieren Gründer, Handwerker, kleine Mittelständler ebenso wie “gestandene” Unternehmen, wenn es um Betriebsaufspaltung, die Schaffung von Holdingstrukturen oder die Auslagerung von risikoreichen Geschäftsfeldern in eine eigene Firma geht.

interview-blog.de: Wie läuft so eine Gründung ab?

Michael Silberberger: Einfach, schnell und für umgerechnet rund 300 Euro. Eine Online-Unternehmensgründung unter www.go-limite.de dauert in der Regel keine ganze Woche; im Bedarfsfall - wenn schon morgen ein Auftrag winken sollte, für den es unerlässlich ist, dass der Auftragnehmer keine GbR oder Einzelfirma, sondern eben als Kapitalgesellschaft firmiert, ist eine Limited gegen Aufschlag binnen 24 gegründet.

interview-blog.de: Was sagen Sie jungen Gründern, die Sorge haben wegen limitierterSprachkenntnisse in bezug auf die englische Sprache.

Michael Silberberger: Dann würde ich sagen: Obwohl sie für die Limited-Gründung eigentlich kein einziges Wort englisch sprechen müssen (die Verträge sind alle in Deutsch
und wir als Go Ahead sind die Schnittstelle zu den englischen Behörden), sollten Firmenchefs darüber hinaus doch versuchen, etwas Business-English zu sprechen. Wie aber gesagt. Ltd.-Gründer, die über ihre deutsche Niederlassung ausschließlich in Deutschland tätig sein, haben es direkt nur mit ihren Gründeragenturen, nicht aber mit den englischen Behörden zu tun. Demzufolge gibt es in der Praxis die Sprachbarrieren nicht.

interview-blog.de: Kommen deutsche Steuerberater mit der Rechtsform einer Limited klar,oder besteht da noch Aufklärungsbedarf?

Michael Silberberger: Ja und nein. In unserem Netzwerk sind rund 1.400 Rechtsanwälte und Steuerberater tätig, die die Limited aktiv empfehlen und auf Seminaren und Workshops aus ihrer Sicht über das englische Unternehmensmodell informieren. Man kann sagen, dass es überall in Deutschland Steuerberater gibt, die sich auch mit der Limited auskennen. Andererseits gibt es noch zahlreiche Kanzleien, für die das Konstrukt noch immer ziemlich neu ist. Deswegen veranstalten wir ja auch Seminare speziell für Steuerberater und Juristen.

Ansonsten gilt für die Limited die Besteuerung einer GmbH. Das ist auch für die Steuerberater ohne zusätzliche Kenntnisse möglich.  Die Steuern werden auch in Deutschland fällig.

Im Übrigen: Jeder Steuerberater, der sich mit GmbH & Co. KG - also der Personengesellschaft mit beschränkter Haftung auskennt - wäre sofort in Problematik Ltd. & Co. KG drin. Hier ist der Vollhafter keine aufwändig und teuer zu installierende GmbH, sondern eine Ltd. ab Mindesteinlage von einem britischen Pfund - ein hoch interessantes Modell, mit dem sich auch Steuern sparen lässt.

interview-blog.de: Wenn die Limited erst einmal gegründet ist, bekommen Sie noch etwas mit von den geschäftlichen Erfolgen Ihrer Kunden?

Michael Silberberger: Die meisten Gesellschaften treffen wir in den Folgejahren wieder, weil Go Ahead für diese Firmen jedes Jahr zu vorgeschriebenen Terminen gegenüber dem englischen Handelsgericht eine Nullsteuererklärung und den so genannten “anual return” bzw. “anual report” einreichen muss. Die Briten wollen natürlich genau wissen, ob sich a) formal was in den Firmen geändert hat (Ansprechpartner, Firmensitz oder neue Gesellschafter usw.)und b) welche Bilanzentwicklungen diese Unternehmen genommen haben. Hinzu kommt, dass Ltd.-Gründer - wenn sie erfolgreich sind – zumeist wiederkommen und weitere Gesellschaften z.b. für eine Betriebsaufspaltung gründen.

interview-blog.de: Welche Tipps würden Sie jungen Gründern heute mit auf den Weg geben abgesehen von der Frage der Rechtsform?

Michael Silberberger: Von der Wahl der richtigen Rechtsform hängt oft das Wohl und Wehe eines Unternehmens ab. Bin ich beispielsweise im Internet-Geschäft tätig, betreibe Shops und Handel, dann bin ich wegen der Haftungs- und Gewährleistungsfallen, die überall lauern, mit einer Kapitalgesellschaft im Gegensatz zur Einzelfirma schon auf der relativ abgesicherten Seite.
Generell ist jedoch zu sagen, dass Unternehmensgründungen möglichst nie “aus der Hüfte” heraus erfolgen sollten. Auch ist zu fragen: Habe ich eine strategische Nische mit einer Bedarfssituation entdeckt, die ich mit Produkten oder Dienstleistungen besetzen kann? Mit welchen zuverlässigen Partnern lässt sich dieses Neuland erschließen? Was ist Chefsache, was lässt sich delegieren, war sogar auslagern? Und: Immer an die Kosten denken!

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Ein Kommentar zu ““Immer an die Kosten denken!” - und was es sonst noch zur englischen Limited zu sagen gibt”

  1. Rechtsform sagt:

    Vielen Dank für das Interview ! Super informativ. Ich vermute aber, dass sich der Fehlerteufel bei Ihnen eingeschlichen hat, und zwar nennt der Herr Silberberger die Online-Unternehmensgründung, der Verlinkung weist aber vermutlich einen Tipfehler auf.

    Mit besten Grüssen

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