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Im Gespräch mit Tobias Worzyk (einkunstwerk.com)

Klaus-Martin Meyer: Herr Worzyk, Sie sind der Initiator des Projektes einkunstwerk.com. Ich persönlich gehe gern in Restaurants, die nur ein paar Gerichte auf der Karte haben. Wenn ich Kunst kaufen möchte, bin ich dann bei Ihnen richtig? Können Sie auch ein wenig erzählen, wie die Idee zu dem Projekt entstanden ist.

Tobias Worzyk: Wenn Sie gerne in gute Restaurants gehen und damit die schönen Seiten des Lebens zu schätzen wissen, sind Sie auf jeden Fall richtig auf einkunstwerk.com. Warum haben gerade die besten Restaurants oftmals nur wenige Gerichte auf der Karte? Weil der Küchenchef bereits eine Vorauswahl für die Gäste getroffen hat - was diese durchaus zu schätzen wissen - und weil das einzelne Gericht hier viel bewusster genossen wird. Ich betrachte Kunst als eine Form des Genusses, insofern ist das eben gesagte meiner Meinung nach übertragbar auf Galerien. Die Idee zu einkunstwerk.com entstand, als ich im Internet nach interessanter, kaufbarer Kunst suchte. Ich fand entweder die Onlinepräsenzen “realer” Kunstgalerien, die jeweils aktuelle und kommende Ausstellungen bewarben und einige große Portalseiten, die fast überquellen, durch die man sich dann aber mehr oder weniger lustlos durchklickt. Dem einzelnen Werk wird hier viel zu wenig Raum geboten. Bei allen Online-Angeboten habe ich zudem vermisst, dass kein Dialog zwischen den Betrachtern bzw. zwischen diesen und dem Künstler zustande kommen kann. Beides ist auf einkunstwerk.com möglich.

Klaus-Martin Meyer: Wenn ein Künstler gern ein Bild über einkunstwerk.com verkaufen möchte, wie stellt er das an?

Tobias Worzyk: Ganz einfach: Mir eine Email schreiben und einen Dialog starten. Kontaktdaten finden sich auf einkunstwerk.com im Impressum.

Klaus-Martin Meyer: Wie wollen Sie die Kunden in eine Internetgallerie locken, die jeweils nur ein Bild verkauft? Wie finden die virtuellen Shopper Ihr “Schaufenster”?

Tobias Worzyk: Ich hoffe, dass das Konzept breite Zustimmung findet. Da es ein wenig ungewöhnlich ist, fangen die ersten Blogs bereits an, darüber zu berichten. Schließlich glaube ich an die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn jemand die Seite mag, empfiehlt er sie weiter. Da immer wieder neue Kunstwerke von den unterschiedlichsten Künstlern zu sehen sein werden, hoffe ich auf einen zunehmend höheren Anteil von Stammbesuchern.

Klaus-Martin Meyer: Der Kauf eines Bildes ist ja potentiell sinnliches Kauferlebnis. Könnte man das Bild (sofern man den Zeitverzug riskieren will) auch vor dem Klick auf den Kaufen-Buton besichtigen?

Tobias Worzyk: Das Kunstwerk ist selbstverständlich beim Künstler auch “in echt” zu begutachten. Den Kontakt stelle ich bei Bedarf gerne her. Grundsätzlich versuche ich aber, das Werk online so gut zu präsentieren, dass dies in der Regel nicht notwendig sein sollte um zu einer Kaufentscheidung zu gelangen.

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluß wollen wir auch Ihnen unsere Standardfrage nicht ersparen. Spielen wir einmal “Wünsch-Dir-was”. Wie soll sich einkunstwerk.com in den nächsten Jahren entwickeln?

Tobias Worzyk: Ich würde mich freuen, wenn sich einkunstwerk.com zu einer festen Größe für aktuelle kaufbare Kunst im Internet entwickelt. Zu einer Anlaufstelle für Menschen, die Kunst nicht nur konsumieren, sondern die sich gerne intensiv mit ihr auseinandersetzen möchten. Und wer weiß: Vielleicht wird sogar der eine oder andere Künstler über diesen Weg erst wirklich “entdeckt”. Das wäre natürlich das größte für die kleinste Galerie der Welt.

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