Im Gespräch mit Norman Ehlert (Institut norman-ehlert.de)
interview-blog.de: Herr Ehlert, Sie bereiten bundesweit Menschen auf die Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie vor. Was ist ein Heilpraktiker für Psychotherapie?
Norman Ehlert: Ein Heilpraktiker für Psychotherapie ist ein Psychotherapeut, der Menschen mit psychischen Störungen behandeln darf. Dazu braucht er die Erlaubnis vom Gesundheitsamt. Da diese Tätigkeit mit viel Verantwortung verbunden ist, immerhin muss er auch mit Krisen umgehen und wissen, was er bei der Selbstmordgefahr eines Klienten macht, überprüft das Gesundheitsamt die fachliche Kompetenz, bevor es eine Zulassung erteilt.
interview-blog.de: Wie kann man sich diese Überprüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie vorstellen?
Norman Ehlert: Bei den meisten Gesundheitsämtern wird schriftlich und mündlich geprüft. Meist im Frühjahr und Herbst. Die schriftliche Überprüfung ist meist eine multiple-choice-Prüfung mit 28 Fragen, von den denen 21 richtig beantwortet werden müssen, um bestanden zu haben (einige Gesundheitsämter haben auch offene Fragen). Die mündliche Überprüfung wird vom Amtsarzt des Gesundheitsamtes zusammen mit 2 anderen Personen (oft Fachärzten, Psychologen oder Heilpraktikern) abgenommen. Hier muss der Prüfling oft anhand von Fallbeispielen diagnostische und therapeutische Fragen beantworten.
interview-blog.de: Wie bereiten Sie auf diese Überprüfungen vor?
Norman Ehlert: Die Teilnehmer unserer Heilpraktiker Psychotherapie Seminare erhalten das prüfungsrelevante Wissen Schritt für Schritt vermittelt. Dazu werden die einzelnen Störungen vorgestellt und anhand von vielen Videobeispielen illustriert. Immer wird dabei Bezug genommen zu einzelnen Prüfungsfragen und den anderen Störungsbereichen, so dass die Teilnehmer sich ein Wissensnetz aufbauen können, um flexibel ihre Informationen abzurufen. Der Bezug zu den Überprüfungen wird auch durch intensive Prüfungssimulationen hergestellt, damit die Teilnehmer gut darauf vorbereitet sind. Wir verwenden dabei Original-Prüfungsfragen aus den schriftlichen und mündlichen Überprüfungen. Wichtig ist es uns, dass die Vorbereitung interessant gestaltet ist und Spaß macht. Dieser Aspekt wird uns von TeilnehmerInnen auch immer zurückgemeldet, die oft verwundert sind, dass Lernen auch einfach gehen kann.
interview-blog.de: Wie hoch ist der Lernaufwand insgesamt?
Norman Ehlert: Wir bereiten an fünf Wochenenden auf die Überprüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie vor. Unsere Erfahrung ist, dass damit eine breite Basis geschaffen ist, um die einzelnen Störungen zu kennen und relevante Aspekte zu wissen. Darüber hinaus ist natürlich eine Beschäftigung mit diesem neuen Themengebiet wichtig. Im Durchschnitt ist dafür etwa ein halbes Jahr mit etwa 7 Wochenstunden zu rechnen. Bei weniger Wochenstunden entsprechend mehr. Damit ist das theoretische Fachwissen gut zu lernen. Dazu kommen noch therapeutische Kenntnisse.
interview-blog.de: Was genau bedeutet das?
Norman Ehlert: Es sind zwei Dinge für den Heilpraktiker Psychotherapie wichtig: Das eine sind die theoretischen Kenntnisse über psychische Störungen (das wird zu 90% Inhalt der Überprüfung sein), das andere sind die therapeutischen Fertigkeiten, um dann mit Klienten zu arbeiten. Diese therapeutischen Fertigkeiten erwerben unsere Teilnehmer zum Teil in unserer zusätzlichen Integrierenden Therapieausbildung, ein anderer Teil hat bereits eine Therapieausbildung in einem anderen Verfahren gemacht, z.B. Hypnose oder Gestalttherapie. Beide Teile - theoretisches und praktisches Wissen - sind unabdingbare Voraussetzung, um als Heilpraktiker für Psychotherapie kompetent arbeiten zu können.
Stichworte: Ausbildung Heilpraktiker Norman Ehlert Psychotherapie

27. November 2006 14:03 |
Das ist der Knaller!
Hypnose als Therapieform.
Und einige haben bereits die Gestalttherapieausbildung. Weiß dieser Mensch denn nicht, daß eine Ausbildung in Gestalttherapie mehrere Jahre dauert und an die 50000,-EUR kostet. Wen läßt man da eigentlich auf die Menschheit los? Was andere in Jahren absolvieren, macht dieser Herr an 5 Wochenenden. Dann ist man kompetent. Ach ja, spaßig soll es auch noch sein. Und damit darf er auch noch werben. Weh dem, der einem solchen “Therapeuten” in die Hände fällt.
27. November 2006 17:35 |
Was für eine komische Web-Seite.
12. Dezember 2006 17:39 |
Guten Tag Herr Meuser,
das Heilpraktikergesetz hat der Staat gemacht. Und dem ist es egal, ob sie überhaupt eine Therapie Ausbildung machen. Wesentlich ist ihm, dass sie die Prüfungsfragen beantworten können und sich in der Psychopathologie auskennen.
Andere haben 3 und mehr Psychotherapieausbildungen, die dürfen aber keine Therapie machen, wenn sie nicht die HPP-Prüfung bestanden haben. Sogar 100 Jahre Gestalttherapie Ausbildung würde da nichts dran ändern.
26. Oktober 2007 10:14 |
Hallo Herr Meuser,
Ihre polemische Ausdrucksweise zeigt, dass Sie an einer inhaltlichen Auseinandersetzung wenig interessiert sind. Natürlich gehören zu den fünf Wochenenden Basis-Ausbildung zur Theorie ein umfangreiches Selbststudium von mehreren hundert Stunden und eine fundierte Therapieausbildung. Das versteht sich von selbst. Klinische Hypnose ist übrigens ein fundiertes Therapieverfahren. Wer sich ein richtiges Bild machen würde, dem empfehle ich das unverbindliche Anschauen der Ausbildung.
28. November 2007 15:08 |
[…] Manche Prüfer verlangen inzwischen auch ein mehrwöchiges Praktikum in einer psychiatrischen Klinik. Vermehrt sind auch Basisausbildungen, Weiterbildungen in Psychotherapiemethoden erwünscht. Interessante Beiträge zu Thema finden Sie auch unter www.Interview-Blog.de. […]