“Im Bereich SEO und SEM wird sich in den kommenden Jahren einiges ändern.” - Im Gespräch mit Sascha Kirchhoff (eCom Marketing)
Klaus-Martin Meyer: Herr Kirchhoff, Sie sind Inhaber der Agentur eCom Marketing. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?
Sascha Kirchhoff: eCom Marketing ist eine Internetagentur deren Tätigkeitsschwerpunkte seit Gründung 2004 in den Bereichen Onlinemarketing, AdWordsoptimierung und Suchmaschinenoptimierung liegen. Unser Ziel ist es die Websites und/oder Webshops bzw. Webprojekte unserer Kunden im Netz bekannt(er) zu machen und damit den Vertrieb zu unterstützen.
Klaus-Martin Meyer: Oft werden SEO und SEM als mehr oder weniger sich gegenseitig ausschließende Alternativen dargestellt. Aber ist es nicht das Optimimum beides zu betreiben?
Sascha Kirchhoff: Ganz genau. Eben die Mischung macht es aus. Im Bereich SEO kann viel erreicht werden, doch ist es natürlich nicht möglich mit jedem gewünschten Keyword auf der ersten Suchergebnisseite zu erscheinen. In diesem Fall lohnt es sich also mit den bezahlten Anzeigen auf der ersten Suchergebnisseite gelistet zu werden. Im Gegensatz zur SEO kann man die Textanzeigen beim SEM sehr zielgenau platzieren, wohingegen man beim SEO nicht vom Platzieren sprechen kann da dies den Suchmaschinen selbst vorbehalten bleibt.
Klaus-Martin Meyer: Kann man SEO-Aktivitäten überhaupt seriös abrechnen, ohne dass Kunden oder die Agenturen übervorteilt werden?
Sascha Kirchhoff: Absolut. Sicherlich ist es immer schwierig ein geeignetes Honorar festzulegen, da der Arbeitsaufwand und auch der Erfolg bei jedem Projekt unterschiedlich sind. Aus genau diesem Grund geben wir auch keine Pauschalpreise an, sondern analysieren jedes Projekt vor der Angebotsvergabe sorgfältig um für beide Seiten eine möglichst faire Basis zu erhalten. In manchen Fällen geben wir sogar Garantien auf bestimmte Erfolgsziele und erheben erst dann unser Honorar wenn der erwartete Erfolg tatsächlich eingetreten ist.
Glücklicherweise ist uns dies bisher immer gelungen.
Des Weiteren versuchen wir unser Honorar immer so auszuloten dass der Kunde langfristig weniger Honorar an uns zu zahlen hat als er durch unsere Arbeit einnimmt - alles andere wäre für den Kunden nicht rentabel und daher äusserst sinnlos. Wir wollen unseren Kunden helfen, denn nur so kommen wir voran und werden weiterempfohlen.
Klaus-Martin Meyer: Ein Frage zu den Keyword-Optionen bei Adwords. Sollte ein Anfänger überhaupt “broad match” buchen? Und sind die Google Tools nicht völlig ungeeignet, um eine hinreichende Liste mit negativen Keys überhaupt erstellen zu können?
Kurzum: Sind die meisten Adwords-Werber auf Agenturen angewiesen?
Sascha Kirchhoff: Vom Broad Match rate ich generell ab. Bei Broad Match werden Keywords generiert die weitestgehend mit den bereits eingegebenen Keywords verwandt sind (oder sein sollen). Dabei kann es passieren dass die daraus resultierenden Keywords in keinster Weise zur Website des werbenden passt. Wenn Sie also z.B. ein Hotel an der Ostsee betreiben und “Hotel Ostsee” eingeben kann es durchaus passieren dass Keywords wie “Hotel Nordsee” oder ähnliches dazu gebucht werden, was einem Hotelier an der Ostsee ausser hohen Kosten nicht viel bringen wird. Abgesehen davon ist es durchaus möglich dass durch das Buchen von weitestgehend ähnlichen Keywords auch Markenrechtsverletzungen resultieren. Broad Match ist eben ein Programm und kein Mensch. Es erkennt sehr gut Relevanzen zwischen den Keywords und kann gut kombinieren, jedoch das wirtschaftliche Denken eines Menschen kann es nicht übernehmen. Es kann schlichtweg nicht wissen was genau für den werbenden von
Interesse ist.
Allerdings denke ich nicht dass jeder auf eine Agentur angewiesen ist. Wer die Zeit aufbringen kann und möchte sich tief in die Materie einzuarbeiten der wird auch selbst ans Ziel gelangen. Leider in der Regel nicht ohne dabei Lehrgeld zu bezahlen. Die meisten unserer Kunden haben es zu Beginn selbst versucht und am Ende resigniert und uns um Hilfe gebeten. Man muss Google zu Gute halten dass die AdWordsoberfläche wirklich gut gemacht und klar strukturiert ist sodaß sich jeder Internetaffine Nutzer selbst seine Kampagnen erstellen kann. Inzwischen gibt es allerdings so viele Einstellungsmöglichkeiten und Fein-Tuning Optionen dass man erstmal nicht genau weiß wo man denn überhaupt beginnen soll.
Klaus-Martin Meyer: Mein Eindruck von Adwords-Agenturen ist bisher, dass am Anfang bei der Strukturierung des Kundenkontos gute Arbeit gemacht wird, dass aber in der Folge das Geschäftsmodell darin besteht, dass die meisten Kunden vergessen zu kündigen und daher kaum noch eine faktische Aktivität seitens der Agenturen an den Tag gelegt wird?
Sascha Kirchhoff: Diese Erfahrung haben wir auch machen müssen. Und zwar mit Kunden, die von Agenturen beraten wurden und sich nach einiger Zeit hinters Licht geführt fühlten. Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche, wir leben allerdings ausschließlich von langfristigen Kundenbindungen, die nur dann einen Sinn ergeben wenn beide Seiten sich wohl fühlen. Die AdWords-Kampagnen sollten unbedingt kontinuierlich gepflegt und optimiert werden da sich besonders im Netz alles sehr schnell ändert. Eine Anzeige die vergangene Woche auf Platz 1 war kann inzwischen schon auf die zweite Seite gerutscht sein wenn Mitbewerber plötzlich mehr Budget in ihre AdWords Kampagnen fliessen lassen oder einfach neue Mitbewerber dazugekommen sind. Daher halte ich es für fatal AdWords-Kampagnen länger als fünf Tage aus den Augen zu lassen. Wenigstens ein kurzer Check zwei mal die Woche bei kleineren Kampagnen sollte für jeden drin sein, bei grösseren Projekten unbedingt täglich alles ganz genau überprüfen - es gibt nahezu immer Kleinigkeiten zu verändern die stark ins Gewicht fallen können und für den Kunden bares Geld bedeuten.
Klaus-Martin Meyer: Zum Schluß unsere Standardfrage. Wohin geht in den kommenden fünf Jahren die Reise bei SEM und SEO im allgemeinen und bei Ihrer Firma im besonderen?
Sascha Kirchhoff: Im Bereich SEO und SEM wird sich in den kommenden Jahren einiges ändern. Suchmaschinen werden immer intelligenter, was uns entgegen der meisten Erwartungen von Branchenfremden jedoch eher erfreut, da Google und Co. immer mehr die Spreu vom Weizen trennen. Viele sind der Meinung SEOs benutzen “Tricks” um besser gelistet zu werden, dem ist nicht so. Wir versuchen Webseiten möglichst organisch zu gestalten, sodaß diese in erster Linie für den Nutzer gemacht werden, nicht für irgendeine Suchmaschine. Die Spider der Suchmaschinen erkennen die themenrelevanten und mit gutem Content gefüllten Seiten und ranken diese wesentlich besser als unachtsam erstellte Affiliateseiten o.ä.. Wir erhoffen uns also für die nächsten Jahre weitere gute Ansätze der Suchmaschinenbetreiber und hoffen natürlich auch weiterhin unsere Kunden auf ihrem Weg unterstützen zu dürfen. Da wir seit 2004 ein stetiges Wachstum an Kunden verzeichnen können
sehen wir sehr positiv in die Zukunft.

