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Historische Wertpapiere als Sammelgebiet - Im Gespräch mit Volker Malik (nonvaleur-shop.de)

interview-blog.de: Volker, Du betreibst nonvaleur-shop.de, einen Online-Shop für Historische Wertpapiere. Wie wichtig ist das Internet in Deiner Branche?

Volker Malik: Nun, beim Adjektiv „historisch“ denkt man sicher nicht sofort an neue Medien bzw. die Online-Welt. In der Tat gibt es auch bei mir noch das „klassische Geschäft“, welches u.a. individuell an Kundenwünschen orientierte Angebotslisten oder den Verkauf über Auktionen beinhaltet. Danaben hat – wie in vielen anderen Bereichen – jedoch auch im Markt für Historische Wertpapiere das Internet-Geschäft an Bedeutung gewonnen: Immer mehr Interessenten und Kunden nutzen die Möglichkeiten des WorldWideWebs. Dies zu unterschätzen und online nicht präsent zu sein, wäre meiner Meinung nach ein fataler Fehler.

interview-blog.de: Im Moment ist das Stichwort Web 2.0 in aller Munde. Planst Du Deinen Shop auch um Elemente wie ein Forum für die Kunden oder um einen Blog zu ergänzen? Oder macht das aus Deiner Sicht keinen Sinn?

Volker Malik: Ob etwas sinnvoll ist, merkt man ja meist erst im Nachhinein …
Nein, im Ernst: Da mir der Service-Gedanke sehr wichtig ist, werde ich es sicher nicht beim aktuellen Status belassen. In der Tat befinden sich auch bereits einige Ideen in der Konzeptionsphase bzw. ich überprüfe sie auf Machbarkeit. Letzteres bedingt natürlich auch immer eine Berücksichtigung des Aufwands. Besonders in einem Nischenmarkt, was der Markt für Historische Wertpapiere nach wie vor ist. Neue „Features“, wie man ja so schön sagt, wird es 2007 aber mit großer Wahrscheinlichkeit geben.

interview-blog.de: Wie beurteilst Du im Zusammenhang mit deinem Business die Existenz von ebay. Ist das Konkurrenz oder auch eine Ergänzung? Wie siehst Du das?

Volker Malik: Es ist irgendwie beides: Durch eBay sind für viele Waren die Markteintrittsbarrieren stark abgeschwächt worden – was durch das im Vergleich zur Nachfrage oft unverhältnismäßig große Angebot dort dann auch zu einer Reduktion der Preise geführt hat. Analog verhält es sich mit Historischen Wertpapieren: Viele Papiere sind – da durch eBay nun häufiger angeboten – leichter bzw. billiger zu bekommen. Das wirkt sich dann natürlich weitläufig aus – und fordert (ab und an auch etwas zähneknirschend) eine Reaktion in Bezug auf das eigene Angebot. Insofern ist es zunächst für den Händler schon als Konkurrenz zu sehen, für den Kunden hingegen als Bereicherung.
Auf der anderen Seite ist ebay aber auch nicht der komplette Markt. Folglich bieten sich dadurch auch Chancen: Oft werden dort auch seltenere Historische Wertpapiere offeriert, die entsprechend „underpriced“ sind. Dann kann es schon einmal vorkommen, dass man als Händler auf ebay einkauft. Oder man verkauft dort Papiere, die nicht unbedingt in das Sortiment passen bzw. deren Aufnahme in das selbe nicht lohnen, da es sich um Einzelstücke handelt. So verkaufe ich selbst auch regelmäßig derart zu klassifizierende Historische Wertpapiere bei ebay …

interview-blog.de: Angenommen ich wollte morgen mit dem Sammeln Historischer Wertpapiere beginnen. Welche Empfehlungen würdest Du mir mit auf den Weg geben?

Volker Malik: Dazu fallen mir spontan 2 wichtige Dinge ein: Als Neusammler solltest Du Dir prinzipiell erst einmal überlegen, was Du sammeln möchtest. Würdest Du z.B. ganz allgemein „Deutsche Aktien“ sammeln, so würde diese Sammlung – sofern Du sie denn jemals vollständig zusammentragen könntest – dann schätzungsweise ca. 30.000 Historische Wertpapiere umfassen. Du solltest Dir also auf jeden Fall ein Sammelgebiet definieren, welches nach Möglichkeit nicht zu allgemein angelegt ist.
Ferner würde ich Dir raten, Deine Sammelleidenschaft nicht parallel als Investment zu sehen. Selbstverständlich können Historische Wertpapiere mit der Zeit auch im Wert zulegen – wer in diesem Bereich „Geld machen“ will, kann jedoch schnell sehr enttäuscht werden. Doch dann wärst Du eigentlich auch schon kein Sammler mehr …

interview-blog.de: Spielen wir einmal “Wünsch-Dir-was”. Welche Meilensteine willst Du in den nächsten fünf Jahren mit nonvaleur-shop.de erreicht haben?

Volker Malik: Zunächst möchte ich mein Angebot weiter verbreitert sehen, um noch mehr Interessenten ansprechen zu können. 1.500 Historische Wertpapiere ist hier die zunächst angepeilte Marke. Ferner hoffe ich, das eine oder andere (Finanz)Portal für eine Kooperation erreichen zu können. Und mein Ranking in Google darf ruhig auch noch etwas steigen …

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2 Kommentare zu “Historische Wertpapiere als Sammelgebiet - Im Gespräch mit Volker Malik (nonvaleur-shop.de)”

  1. Johann sagt:

    Ganz ähnlich sieht die Situation auch beim verwandten Sammelgebiet Papiergeld aus. Nur das dort die Werthaltigkeit der Sammelstücke doch eine größere ist und das Sammelgebiet daher von vielen auch als wesentlich seriöser eingestuft wird.

    LG, Johann

  2. Volker sagt:

    @Johann: Nun, ganz so einfach kann man das glaube ich nicht darstellen: Auch beim Papiergeld gibt es analog sehr häufige Stücke - so wie es bei den Wertpapieren auch echte Raritäten gibt. Auch ist es weniger eine Frage der Seriosität, sondern zunächst der Akzeptanz (für viele Menschen sind Aktien ja heute noch etwas “Böses” bzw. “Schlechtes” …) bzw. des Alters des Sammelgebiets. Letzteres wirkt sich insofern aus, dass im Vergleich zu Briefmarken, Münzen oder eben Papiergeld gerade noch nicht bekannt ist, wieviele bzw. welche Historischen Wertpapiere es denn überhaupt heute noch gibt. Die Tatsache, dass bislang schätzungsweise wohl nur ein kleiner Teil überhaupt bekannt ist, bietet dem Sammler und Liebhaber auch Chancen …

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