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“Grundeinkommens – haben Sie nicht Angst, dass Ihnen die Mitarbeiterinnen weglaufen” - Stefanie Berg im Interview

interview-blog.de: Frau Berg, Sie sind als Unternehmerin engagierte Verfechterin des Grundeinkommens – haben Sie nicht Angst, dass Ihnen die Mitarbeiterinnen weglaufen, wenn das Grundeinkommen kommt?

Stefanie Berg: Dann hätte ich aber eine schlechte Unternehmenskultur. Übrigens habe ich meine Mitarbeiterinnen schon gefragt. Alle haben gesagt, dass sie weiterarbeiten würden. Aber natürlich dann vielleicht zehn Stunden weniger. Ist doch ideal, dann könnte ich zwei bis vier weitere Mitarbeiterinnen einstellen. Fragen Sie mal in Ihrem Bekanntenkreis – ich habe bis jetzt noch niemand getroffen, der oder die aufhören will zu arbeiten. Aber natürlich möchten viele weniger arbeiten.

interview-blog.de: Was fasziniert Sie so an dieser Idee?

Stefanie Berg: Der Gedanke „freiwillig arbeiten“. Wäre die Welt nicht wunderbar, wenn wir jeden Morgen freiwillig arbeiten gehen – und nicht nur deshalb, weil uns die Not mehr oder weniger zwingt. Ich habe diese Erfahrung in einem Sabbatjahr machen können – es ist fantastisch, morgens aufzustehen und sich freiwillig an eine Arbeit zu machen. Übrigens: dumme Chefs könnte man dann auch im Regenstehen lassen, miese Arbeitsbedingungen würden sich schnell bessern. Die Machtverteilung wäre schön ausgeglichen.

interview-blog.de: Ist das eine Utopie oder lässt sich das wirklich realisieren?

Stefanie Berg: Ich bin so ein Mensch, der glaubt, es lässt sich alles machen. Natürlich gibt es viele „ja aber´s“ – doch wir müssen ja erstmal die Vision entwickeln, bevor wir sie realisieren können.

interview-blog.de: Ihre Agentur engagiert sich auch in Sachen Bildung – hat das auch mit Visionen zu tun?

Stefanie Berg: Ja wir sind Partner der Bildungsoffensive 2006. Für mich ist Bildung neben Gesundheit das höchste Gut der Menschen. Als Mutter von zwei Töchtern habe ich die Verschlechterung unseres Bildungssystems hautnah mitbekommen. Es fängt bei dreckigen Klassen und Toiletten an, geht über zu große Klassen, innovationsresistente Lehrer und hört beim gegenseitigen Streber titulieren unter den Kids auf. Auf der anderen Seite der Weltkugel machen sich gerade die bildungshungrigen Nationen wie Indien und China auf, uns zu überholen. Passen wir nicht auf, sind wir in 50 Jahren die „dritte Welt“.

interview-blog.de: Welche Lösungen sehen Sie hier?

Stefanie Berg: Zunächst müssen wir begreifen, dass Bildung im Kleinkindalter beginnt. Also brauchen wir eine Kindergartenpflicht ab spätestens zwei Jahren. Staatliche Investitionen müssen zugunsten der Bildung umgelenkt werden, innovative Methoden und Werkzeuge, wie Notebooks stetiger Bestandteil des Unterrichts werden. Und natürlich eine viel systematischer Förderung der Schwachen und besonders Starken. Ach ja – und nicht zu vergessen: Die Noten genauso abschaffen wie unser mittelalterliches dreigliedriges Schulsystem.

 

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Ein Kommentar zu ““Grundeinkommens – haben Sie nicht Angst, dass Ihnen die Mitarbeiterinnen weglaufen” - Stefanie Berg im Interview”

  1. FRAU MACHT ZUKUNFT » Blog Archive » Interview-Blog sagt:

    […] Es gibt ein nettes Interview zum Thema Grundeinkommen mit mir auf der Seite des Interview-Blogs. Kommentare sehr erwünscht […]

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