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Die Zunft AG: Im Gespräch mit Christoph Hinderfeld

Klaus-Martin Meyer: Herr Hinderfeld, Sie sind Vorsitzender des Fachbeirates der Zunft AG. Können Sie unseren Lesern erklären, wie sich die Zunft AG genau betätigt?

Christoph Hinderfeld: Die Die Zunft AG (www.die-zunft.de) entwickelt und betreibt sog. “gute Dritte Orte” für die Herstellung und die Vermarktung wertiger und nachhaltig hergestellter Produkte - die Zunftorte (www.zunftviertel.de) - mit fairen Konditionen (Handelsmieten von ca. 10 €/qm/Monat) und stellt kleinen und mittleren Unternehmen flankierend Dienstleistungen wie Marketing-, Vertriebsunterstützung, eCommerce aber auch Unterstützung bei öffentlichen Fördermaßnahmen etc. zur Verfügung.

Klaus-Martin Meyer: Können Sie uns auch erklären, wie man es schafft, eine ganze Kokerei „geschenkt“ zu bekommen?

Christoph Hinderfeld: Sie sprechen hier an, dass wir anlässlich der Immobilienmesse Expo Real in München die Information erhalten haben, dass wir das Awardverfahren “Chance Denkmal” (www.chance-denkmal.de) der Montangesellschaft (Tochter der Ruhrkohle AG) gewonnen haben und uns so ein Teilstück der Kokerei des Weltkulturerbes Zeche Zollverein (www.zollverein.de) geschenkt werden wird. Begründung hierfür war unser attraktives Konzept eines Marktplatzes für hochwertige und nachhaltige Produkte und Dienste für Manufakturen, Handel, Ateliers und “slow-food”-Gastronomie und die Nachhaltigkeit des Nutzungsansatzes und seines Finanzierungskonzeptes.

Klaus-Martin Meyer: Was genau verbinden Sie mit dem Begriff „true economy“?

Christoph Hinderfeld: Mehr “Sein als Schein”. Wir haben doch heute das Problem, dass sehr häufig Produkte nicht mehr auf ihren Wert und ihre Herkunft überprüfbar sind. Ein Beispiel: Ein hochwertiges Hemdenlabel, das für teilweise über 200 € auf einer der Luxusmeilen der Republik verkauft wird, kostet in der Produktion etwa 40 €, Vertriebs- und Positionierungskosten des Herstellers bewirken einen Abgabepreis an der Handel von etwa 80 €, der Handel kalkuliert dann mit teilweise über 200 %, Preis für den Endverbraucher siehe oben. Hier setzen wir mit fairen Mieten und einer transparenten Kalkulation an, die Frage nach dem “was ist was wert” steht dann im Vordergrund. Hierfür haben wir auch das Wiki-basierte Portal Zunftwissen (www.zunftwissen.org) gestartet, in dem jeder seine Kenntnisse zu guten Dingen und deren Verfahrenswissen ins Netz stellen kann. Das Ergebnis soll dann auch einen Beitrag zur oben angesprochenen “true economy” leisten.

Klaus-Martin Meyer: Als Osnabrücker interessiert uns eine Frage besonders. Könnten Sie sich vorstellen, als nächstes die „Hanse AG“ zu gründen und somit den Gedanken der Hanse wieder zu beleben?

Christoph Hinderfeld: Ein charmanter Gedanke, aber wir wollen ja erst einmal den kleinen, guten Herstellern und Dienstleistern eine ganzheitliche Bündelungsperspektive bieten - und da macht es Sinn, sich auf eine Botschaft - die der Zunft - zu konzentrieren.

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluss unsere Standardfrage. Spielen wir einmal „Wünsch-Dir-was“: Wo soll die Zunft AG in fünf Jahren stehen?

Christoph Hinderfeld: Freuen würde es mich, wenn wir dann etwa 10 reale Leuchttürme im deutschsprachigen Raum umgesetzt hätten und wir möglichst viele Menschen mit den Themen Nachhaltigkeit und Regionalisierung in eine bewusstere Auseinandersetzung mit den Fragen zu einer lebenswerteren Gesellschaft “mitnehmen” konnten. Zudem freue ich mich auf viele weitere sympathische “Mitstreiter” für die Weiterentwicklung eines Netzwerkes der “guten Dinge”.

Weitere Informationen:

www.die-zunft.de/news.hei
www.zunftwissen.org
www.zunftviertel.de

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