Alexander Friedrich klerax.org “Das Prinzip ist einfach: Wer eine Beschwerde hat, besucht die Internetseite www.klerax.org.” - OpenInterview mit Alexander Friedrich » Interview Blog

“Das Prinzip ist einfach: Wer eine Beschwerde hat, besucht die Internetseite www.klerax.org.” - OpenInterview mit Alexander Friedrich

KB: Alex, erzähl’ uns kurz etwas zu Deiner Person!

Alexander Friedrich: Hauptberuflich bin ich Leiter Business-Development bei einem der größten B2B-Marktplätze für Konsumgüter in Europa. Dabei gehört es zu meinem Aufgaben ständig neue Trends für das Wachstum des Marktplatzes aufzuspüren, zu bewerten und zu implementieren. Die eine oder andere spannende Idee, die jedoch nicht in den Fokus des Marktplatzes passt, nehme ich dann als privates Hobby in meinen eigenen Fokus und entwickle sie in diese Richtung weiter. Aus einer dieser Ideen ist das Beschwerdeportal klerax.org entstanden.

KB: Was ist klerax.org genau?

Alexander Friedrich: Das Prinzip ist einfach: Wer eine Beschwerde hat, besucht die Internetseite www.klerax.org. Dort registriert man sich mit Namen und Email-Adresse und erläutert kurz, um welchen Sachverhalt es sich handelt. Schließlich wählt der Nutzer die unzuverlässige Firma aus einer Datenbank, die ständig erweitert wird.

KB: Was passiert dann?

Alexander Friedrich: Nach dem Absenden ist die Beschwerde nicht nur auf der Internetplattform veröffentlicht, sondern die Firma erhält außerdem per Mail eine Benachrichtigung über den Eintrag. Nun liegt es am Nutzer, den Link mit seiner öffentlichen Beschwerde an Freunde und Bekannte weiterzuleiten, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Doch auch ohne diese Eigeninitiative haben Millionen von Internetnutzern Zugriff. Je mehr Seitenbesuche ein solcher Eintrag hat, umso dringlicher sollte der betroffenen Firma daran gelegen sein, mit dem Kunden in Kontakt zu treten. Denn nur wenn die Angelegenheit zur Zufriedenheit des Nutzers gelöst wird, markiert er seine Beschwerde online als erledigt.
Solange jedoch geht wöchentlich ein Statusbericht bei dem Unternehmen ein und informiert darüber, wie viele Leute schon von der negativen Werbung Wind bekommen haben.

KB: Die aufgelisteten Unternehmen werden sich freuen …

Alexander Friedrich: Solange ein Kunde sich noch beschwert, ist er fürs Unternehmen nicht verloren. Die Versandhäuser, Waren- und Dienstleistungsanbieter sollen eine faire Chance haben, den Beschwerdegrund aus der Welt zu schaffen. Fehler passieren immer mal, aber der Kunde darf nicht der Leidtragende sein. klerax.org stellt hierbei die Vermittlung zwischen Käufer und Verkäufer sicher. Negative Bewertungen und Erfahrungsberichte gebe es reichlich im Netz. Diese aber direkt an den Hersteller weiterzugeben, darum hat sich bis jetzt niemand gekümmert.

KB: Wie kommt man auf so eine Idee?

Alexander Friedrich: Irgendwann habe ich mich beruflich mit dem Thema Produktbewertungen befasst. Produktbewertungen sind ja eine feine Sache - auch ich orientiere mich bei meinen Kaufentscheidungen oftmals danach. Dennoch gibt es einige Punkte die das Bild unvollkommen erscheinen lassen: Beschweren kann man sich im Internet an vielen Stellen. Unzählige private Seiten, öffentliche Foren oder Seiten mit Produktbewertungen bieten Möglichkeiten seinen Ärger in das weltweite Netz hinaus zu schreien. Die Sache hat nur einen Haken – die Botschaft ist auf den Kreis der oftmals zufällig vorbei kommenden Leser beschränkt. Es findet keine aktive Einbindung des beklagten Unternehmens statt. Zwangsläufig bleiben oftmals als einzige Resonanz bemitleidende oder solidarische Kommentare anderer Internetnutzer. klerax.org schließt diese Lücke durch die aktive Einbindung des beklagten Unternehmens in den Beschwerdeprozess.

KB: Und was kann der Leser beim zugehörigen Blog erwarten?

Alexander Friedrich: Das Blog dokumentiert hauptsächlich zwei Themen: Die interessantesten und kuriosesten Fälle des Beschwerdeportals so wie Internas rund um die Gründung und den Aufbau des Portals mit der dahinter stehenden Limited.

KB: Wie sehen nun die weiteren Pläne und Ziele von klerax aus?

Alexander Friedrich: Zunächst geht es natürlich in erster Linie darum, das Beschwerdeportal bekannt zu machen. Hierzu bietet das Internet ja eine Fülle von Möglichkeiten. Ein weiterer Schritt wird sein, das Portal kostendeckend zu betreiben. Auch hier freue ich mich schon gespannt auf die Möglichkeiten und Ergebnisse, die in Planung sind. Allerdings wird klerax.org nicht den Fehler begehen, das Portal mit Werbung zuzupflastern, und dadurch in eine Abhängigkeit zu geraten. Über unsere Idee, das Projekt zu refinanzieren, berichte ich im Blog.

Wir danken KB = Betreiber des Blogs weiterbildungssoftware.de für dieses Interview!

Stichworte:

3 Kommentare zu ““Das Prinzip ist einfach: Wer eine Beschwerde hat, besucht die Internetseite www.klerax.org.” - OpenInterview mit Alexander Friedrich”

  1. Martin sagt:

    Riskante Sache, würd ich sagen. Ein Großteil der Beschwerden wird wohl unberechtigt sein, fürchte ich. Bei berechtigten Beschwerden werden sicher die meisten Unternehmen eine Einigung mit dem Kunden herbeiführen können (klar, da gibt es auch Ausnahmen). An eine Plattform wie klerax.org werden sich dann vor allem die Verbraucher wenden, deren Beschwerde vom Unternehmen zurück gewiesen wurde. Das Unternehmen wird dann kaum so einfach hinnehmen wollen, dass unzutreffende Anschuldigungen im Internet veröffentlicht werden. Aber wie will klerax.org überprüfen, welche Behauptungen von Verbrauchern stimmen und welche nicht? “Firma x versendet Ware in mangelhafter Qualität und weigert sich, die defekten Teile wieder zurück zu nehmen!” Oha. Das ist keine Meinungsäußerung, sondern eine (falsche?) Tatsachenbehauptung. Ich bin zwar kein Jurist, aber ich hoffe, dass klerax-Team hat ein paar gute Juristen in der Hinterhand, sonst wird das schnell teuer. Ich wünsche jedenfalls viel Glück!

  2. klm sagt:

    das ganz erinnert vom konzept an die wurzeln von vocatus.de. hoffe, dass das konzept aber langlebiger ist als die wurzeln von vocatus. grusz
    klm

  3. klerax.org - DAS BLOG sagt:

    Idee, Umsetzung. Und nun? (2)…

    Was nun alles seit dem Going-Live passiert ist möchte ich hier kurz berichten.

    20.08.2008
    Mein erster Fall

    21.08.2008
    Die ersten clicks auf meine google-Anzeigen. 19 Stück ! Schade, dass keiner davon eine Beschwerde hatte.

    22.08.2008

Kommentar / Antwort verfassen



<

Google


Add to Technorati Favorites

» “Das Prinzip ist einfach: Wer eine Beschwerde hat, besucht die Internetseite www.klerax.org.” - OpenInterview mit Alexander Friedrich Alexander Friedrich klerax.org