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Akademisches Ghostwriting

Was machen Ghostwriter und ist das eigentlich seriös? Wie laufen die Prozesse ab und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Diese und andere Fragen haben wir Dr. Roland Franke gestellt, der sich mit seiner Ghostwritier Agentur (www.drfranke.de) bereits 1988 auf die Erstellung wissenschaftlicher Texte spezialisiert hat.

Herr Dr. Franke, bitte stellen Sie sich und Ihren Background kurz vor!

Ich rede nicht gerne über mich, da ich der Meinung bin, dass es eine wichtige Eigenschaft eines Ghostwriters ist, diskret im Hintergrund zu bleiben und den Erfolg seinen Kunden zu überlassen. Nach mehreren Universitätsabschlüssen, einer Promotion, verschiedenen Tätigkeiten im Marketing, Controlling und als Geschäftsführer, widme ich mich heute nur noch dem, was wirklich meine Berufung ist, dem Ghostwriting. In den ersten Jahren habe ich noch jeden Auftrag selbst abgearbeitet. Schon früh habe ich dabei, auch in Abgrenzung zu damals schon tätigen ‘Universalgenies’, Wert auf eine fachspezifische Ausrichtung gelegt. Als Diplomkaufmann mit den Schwerpunkt Controlling und Steuern hätte ich nie einen Auftrag aus dem Marketing bearbeitet, weil mir das Schwerpunktwissen dieser Fachrichtung fehlte. So kam es letztendlich auch dazu, dass ich meine Arbeitsweise als Ghostwriter vom Selbstschreiben auf Schreiben lassen umgestellt habe. Mit den Jahren habe ich mir ein Potenzial an Akademikern aus den unterschiedlichsten universitären Fachbereichen aufgebaut, das seinesgleichen sucht. Sie bilden heute das Rückgrat meiner Ghostwriting Agentur. Ich selbst und seit 2010 auch mein ältester Sohn Henning, sind vor allem mit der Auftragsakquisition und dem Projektmanagement beschäftigt

Was machen Sie als Ghostwriter und ist das eigentlich seriös?

Die Frage, ob Ghostwriting seriös ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Hier greife ich gerne auf ein bei Juristen geliebtes Zitat zurück: „Das kommt darauf an.“ Es kommt darauf an, an wen man als Kunde gerät und es kommt darauf an, was der Kunde von dem Ghostwriter will. Ich beantworte die Frage für mich und meine Kunden uneingeschränkt mit einem ‘Ja’. Dann frage ich etwas konkreter: Wie sieht der Prozess beim akademischen Ghostwriting aus?

Dann frage ich etwas konkreter: Wie sieht der Prozess beim akademischen Ghostwriting aus?

Jeder Auftrag wird individuell geplant und setzt da an, wo der Kunde aufgehört hat. Das kann für uns bedeuten, dass wir ohne jegliche Vorleistungen mit der Themensuche beginnen, es kann aber auch sein, dass der Kunde bereits Inhalte wie die Gliederung oder Textteile vorgibt, bei denen wir dann ansetzen. In anderen Fällen erhalten wir z. B. nur die Daten einer Pharmastudie, aus denen wir dann einen publizierbaren Artikel entwerfen.
Wenn das Thema und die Gliederung abgestimmt sind, beginnt der eigentliche Schreibprozess. Je nach Umfang des Textes erstellen wir das Werk in Teillieferungen oder zügig in einem Schritt. So wird die laufende Abstimmung mit den Kunden sichergestellt und der Kunde bekommt am Ende das, was er am Anfang erwartet hat.

Mit welchen Kosten ist für solche akademischen Texte zu rechnen?

Die Kosten eines Auftrags orientieren sich am Aufwand. Ich halte nichts von irgendwelchen Seitenpreisen. Es kauft ja auch niemand sein Auto nach dem Kilopreis. Und ebenso wenig wie der Kilopreis eines Autos etwas über das Auto selbst aussagt, lässt sich die Leistung eines Ghostwriters nach pauschalen Seitenpreisen abrechnen. Daher kalkulieren wir auch jeden Auftrag individuell nach den Angaben des Kunden über das Thema, den Fachbereich, den Umfang, Schwierigkeitsgrad, Vorleistungen, Bearbeitungszeit usw. Dabei ergeben sich dann Preise zwischen 300 und 30.000 Euro. Letztes wäre z. B. die Erstellung von Vorlesungsskripten für das Grundstudium im Studiengang BWL einer privaten Fernuniversität.

Welche Tipps können Sie Studierenden oder Doktoranden geben, wenn es um wissenschaftliche Arbeiten geht?

Ich halte nicht viel davon, anderen gute Ratschläge geben zu wollen. Es gibt, das ist meine Erfahrung, ganz unterschiedliche Herangehensweisen an das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit. Ein paar Aspekte haben sich aber natürlich im Laufe der Jahre herauskristallisiert, die ich so zusammenfassen würde: Es ist extrem wichtig, dass es genügend wissenschaftliche Literatur zu dem eigenen Thema gibt, damit man darauf aufbauen und zurückgreifen kann. Das Thema sollte nicht zu aktuell und schnelllebig sein, damit es sich nicht schon in der Bearbeitungszeit selbst überholt oder die Arbeit immer hinter der Realität hinterher hinkt. Es ist wichtig, dass Thema schon in der Anfangsphase vernünftig zu strukturieren und dann systematisch abzuarbeiten. Beherzigt der Autor diese Punkte, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgegen.

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