“Rasenmähen bei Bundespräsident Köhler” - Ines Callsen über den “Sozialen Tag”
interview-blog: Hallo Frau Callsen. Die Schüler Helfen Leben-Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendlichen in Südosteuropa zu helfen und sie zu unterstützen. Durch welchen Anlass ist die Idee zu dieser Initiative entstanden?
Ines Callsen: Das Engagement begann 1992, als sich der Jugoslawienkrieg auf seinem traurigen Höhepunkt befand. In einem Gespräch mit einem kroatischen Geschäftsmann erfuhren eine Handvoll Jugendliche, wie sehr der Krieg seine Heimat zerstört. Seine Erzählungen motivierten die deutschen Jugendlichen, etwas für die Menschen “dort unten” zu tun. In den Weihnachtsferien fuhren
die Jugendlichen mit lebensnotwendigen Gütern, die sie zuvor gesammelt hatten, unter Anleitung ihres kroatischen Freundes mit ihren privaten PKWauf den Balkan.
interview-blog: Welche konkreten Projekte haben Sie in den letzten jahren begleitet und finanziert?
Ines Callsen: Schüler Helfen Leben konnte alleine im Jahr 2006 fünf neue Jugend- und Bildungsprojekte fördern. Darunter unter anderem ein Projekt in Skopje, Mazedonien, welches Roma-Kindern ermöglicht die Schule zu besuchen und das Projekt “Kreative Schaffenskraft”, welches versucht behinderte Kinder zu
fördern und in die Gesellschaft zu integrieren. Allgemein haben wir Projekte von Schuleinrichtungen bis hin zu dem Bau von Jugendzentren begleitet.
interview-blog: Schüler aus Deutschland tauschen ihr Klassenzimmer gegen einen Job in der Arbeitswelt und spenden ihren Verdienst für Hilfsprojekte. In welche Jobs haben die Jugendlichen gewechselt? Wie unterstützen Sie die Schüler dabei, einen “Job” für einen Tag zu finden und wieviele Schulen und Schüler haben sich in den vergangenen Jahren Ihrem Aufruf angeschlossen?
Ines Callsen: Die wohl aufregendsten Jobs waren zum Beispiel bei “Gute Zeiten, Schlechte Zeiten”, bei Heide Simonis das Silberbesteck putzen oder bei Bundespräsident Köhler Rasen mähen. Aber auch die Gartenarbeit bei der Großmutter oder das Aktensortieren im Schulsekretariat erfüllt seinen guten Zweck. Für Schüler, die allein keinen Job finden, bieten wir auf unserer Homepage www.schueler-helfen-leben.de eine Jobbörse an. Insgesamt konnten wir schon über 1 Million Schüler von dem Sinn unserer Arbeit überzeugen.
interview-blog: In welcher Form können die Schüler mitbestimmen, welche Projekte gefördert werden durch das Geld, das sie selbst erarbeitet haben?
Ines Callsen: Schülerpartizipation steht bei Schüler Helfen Leben ganz oben! Die Schüler dürfen auf dem “Projektauswahltreffen” in Berlin selbst wählen, welche Projekte mit “ihrem” Geld unterstützt werden sollen.
interview-blog: Zum Abschluß unsere Standardfrage: Wo sehen Sie Ihre Initiative in fünf Jahren?
Ines Callsen: In fünf Jahren wird Schüler Helfen Leben hoffentlich bei allen Schülern und Schulen bekannt sein, so dass der “Soziale Tag” einen festen Platz im Kalender der Schulen hat. Schüler Helfen Leben wird auch in fünf Jahren Projekte für Jugendliche auf dem Balkan fördern und versuchen ihr Leben ein kleines bisschen besser zu machen.
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