Wir unterscheiden zwischen „Schläfern“ und „Spammern“ - Pawel Kozak (IRCLOVE)
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Pawel Kozak: Bei den meisten von uns gesperrten Email-Adressen handelt es sich um SMS/Telefon-Betrüger. Das sind Personen, die versuchen, durch Anmeldung mit falschen Daten Spam oder Nachrichten zu verbreiten, um das Opfer zu einer kostenpflichtigen SMS oder Anruf zu bewegen. Da unsere Community auch Partnersuche ermöglicht, gibt es besonders viele Fälle dieser Art. Die Betrüger täuschen meistens vor, eine anziehende und freizügige Frau zu sein, die auf Abenteuersuche ist. Mit Schablonennachrichten, die meistens eine Telefonnummer beinhalten, wird dann versucht, das Opfer zur Kontaktaufnahme zu bewegen. Dass diese kostenpflichtig ist, wird dabei natürlich nirgendwo erwähnt. Wir unterscheiden zwischen den so genannten „Schläfern“ und „Spammern“. Die ersten warten auf eine Nachricht eines Mannes um darauf zu antworten. Diese Profile sind erfahrungsgemäß durch ihre geringe Aktivität schwerer zu erkennen. Die „Spammer“ dagegen versenden sofort eine hohe Anzahl von Nachrichten an eine gewissen Zielgruppe oder gleich an alle männlichen Mitglieder. Manchmal wird zudem für Webseiten geworben, die auf selbem Prinzip beruhen. Trotz der Tatsache, dass unsere Webseite für deutschsprachige Menschen ausgelegt ist, hatten wir erstaunlicherweise bereits Fälle von Nigeria-Scam.
interview-blog: Welche besonders krassen Fälle haben Sie bereits erleben müssen?
Pawel Kozak: Ein Fall von besonderer Hartnäckigkeit, der mir in Erinnerung geblieben ist: ein Betrüger hatte mehrere Fake-Profile angemeldet und damit Nachrichten verschickt. Nachdem er durch das Service-Team gelöscht wurde, ließ er es nicht dabei beruhen, sondern meldete immer neue Profile im Minutentakt an. Dabei verwendete er jedes Mal andere Email-Adressen von diversen Freemail-Anbietern. Die Schreibweise der Email-Adressen deutete darauf hin, dass er die Adressen eben in diesem Augenblick auf die Schnelle registrierte. Nachdem seine neuen Profile gelöscht waren, meldete er wieder neue an. Insgesamt hat er innerhalb von 1 Stunde sicherlich über 30 Profile angemeldet. Erst mit Sperrung des IP-Raums des Betrügers konnte seinem Treiben ein Ende gesetzt werden.
interview-blog: Planen Sie eigene Maßnahmen zur “Authentifizierung” der Benutzerprofile auf Ihrer Seite?
Pawel Kozak: Da IRCLOVE ein wohltätiges und kostenfreies, rein aus privaten Mitteln und Spenden finanziertes, Projekt ist, verfügt es nicht über die Geldsummen, die dazu notwendig wären, den Mitgliederbestand postalisch zu überprüfen. Wir verwenden daher nur die übliche Email-Verifizierungsprozedur. Für die Entdeckung von Betrügern steht unseren Mitgliedern eine einfache Meldeprozedur zur Verfügung, mit der sie verdächtige Nachrichten weiterleiten können. Außerdem ist ein kleines Team für Recherchen zuständig. Welche Methoden es genau verwendet möchte ich hier natürlich nicht verraten
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26. Februar 2007 03:19 |
Die Bedenken des armen Herrn Kozak bzgl. der Webmail-nutzenden Betrüger stimmt mich traurig. Mein lieber Herr Kozak : Ich habe mich nicht unter iener betrügerischen Mailadresse angemeldet, sondern über meine Firmenmail. Daraufhin wurde nach berechtigter Kritik an ihrer Vorgehensweise im Chat mein Arbeitgeber über ‘einen spammenden Mitarbeiter’ (nämlich ICH) informiert. Ich kann nur jeden warnen, NICHT auf Webmail oder sonstige Anbieter zurückzugreifen. Im Falle von IRCLOVE wäre dies unter Umständen ein fataler Fehler.