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Wir unterscheiden zwischen „Schläfern“ und „Spammern“ - Pawel Kozak (IRCLOVE)

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interview-blog: Als Betreiber des Portals irclove.de haben Sie den Verdacht, dass die meisten Online-Betrüger Freemailer einsetzen. Bitte berichten Sie von Ihrem Verdacht und von den Betrugswürfen?

Pawel Kozak: IRCLOVE ist die führende kosten- und werbefreie Community rund um die Liebe im deutschensprachigen Internet. Im Rahmen der Auswertung wurden mehrere Hundert gesperrte Email-Adressen als Basis für die Statistik benutzt. Dabei haben wir festgestellt, dass es sich fast ausschließlich um Email-Adressen von so genannten Freemail-Anbietern handelt. Als Vorreiter hat sich mit 35% der deutsche Webmail-Anbieter web.de behauptet, gefolgt von ebenso bekannten Anbietern GMX (20%) und Yahoo (17%). Erstaunlich ist, dass web.de scheinbar besonders beliebt ist – betrachtet man den Gesamtbestand von über 21.000 Mitgliedern unserer Community, so benutzen nur etwa 15% der Mitglieder diesen Anbieter.

interview-blog: Warum machen es Freemailer so einfach, sich anonym zu registrieren? Welche “Wunschliste” würden Sie den grossen Web-Mail-Portalen mit auf den Weg geben?

Pawel Kozak: Wir sind der Meinung, dass sehr hohen Anteile der Freemail-Anbieter bei den Betrüger-Emails sich auf extrem einfache Registrierungsverfahren bei den jeweiligen Portalen zurückzuführen sind. So ist es möglich, innerhalb von wenigen Minuten einen kompletten Email-Account einzurichten und gleich zu benutzen, ohne auch eine wahre Angabe zu machen. Als Test haben wir einen Account bei einem der oben genannten Anbieter angemeldet und dabei einen Namen und Adresse bei Personendaten angegeben, die überhaupt nicht existieren. So waren die Strasse und die Postleitzahl, sowie der Name willkürlich erdacht. Lediglich der Ortsname wurde korrekt angegeben. Die Registrierung wurde angenommen und wir konnten bereits nach 10 Sekunden Mails in unserem „gefaketen“ Postfach empfangen.

Man erinnere sich an die Anfänge von Freemail vor etwa 6-7 Jahren. Damals bekamen Kunden einen Brief mit einer PIN-Nummer, die sie später auf der Webseite eingeben mussten, um sich zu identifizieren. Zumindest die postalische Adresse konnte so eindeutig geprüft werden. Einige Anbieter griffen sogar zum Postident-Verfahren, um die Identität der Kunden zu überprüfen. Wir appellieren an die Freemail-Anbieter zu ihren Wurzeln zurückkehren und ihr derzeitigen Verhalten überdenken. Ohne einfache und notwendige Qualitätskontrollen tragen die Freemail-Anbieter zu Verbreitung von mittlerweile extrem häufigen illegalen Machenschaften diverser Krimineller im Internet bei und verschlechtern gleichzeitig den Ruf von Freemail. Uns ist es klar, dass solche Maßnahmen mit Kostenaufwand verbunden sind, die jedoch für renommierte Anbieter, mit Berücksichtigung des Großvolumens, ein unwesentliches Budget erfordern, aber einen enormen Imagegewinn, auch auf der Seite der Internetportalanbieter, bedeuten würden.

Auch sollte unserer Meinung nach das gesellschaftliche Verständnis geprägt werden, dass Internet kein rechtfreier Raum sei, denn diese öffentliche Wahrnehmung schadet dem Internet selbst.

interview-blog: Wie trennen Sie in Ihrem Portal die “guten” und “bösen” Benutzerprofile? Durch welche Aktivitäten fallen die Betrüger auf?

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Ein Kommentar zu “Wir unterscheiden zwischen „Schläfern“ und „Spammern“ - Pawel Kozak (IRCLOVE)”

  1. Armin sagt:

    Die Bedenken des armen Herrn Kozak bzgl. der Webmail-nutzenden Betrüger stimmt mich traurig. Mein lieber Herr Kozak : Ich habe mich nicht unter iener betrügerischen Mailadresse angemeldet, sondern über meine Firmenmail. Daraufhin wurde nach berechtigter Kritik an ihrer Vorgehensweise im Chat mein Arbeitgeber über ‘einen spammenden Mitarbeiter’ (nämlich ICH) informiert. Ich kann nur jeden warnen, NICHT auf Webmail oder sonstige Anbieter zurückzugreifen. Im Falle von IRCLOVE wäre dies unter Umständen ein fataler Fehler.

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