Dennis Kretzing shokomonk “Kai Schauer und ich sind leidenschaftliche Schokoladenfans.” - Im Gespräch mit Dennis Kretzing (shokomonk) » Interview Blog

“Kai Schauer und ich sind leidenschaftliche Schokoladenfans.” - Im Gespräch mit Dennis Kretzing (shokomonk)

Klaus-Martin Meyer: Herr Ketzing, Sie zeichnen verantwortlich für das Marketing und Design von shokomonk. Könnten Sie sich und Ihre Produkte bitte kurz vorstellen?

Dennis Kretzing: Sehr gern. Kurz zu uns. Kai Schauer und ich sind leidenschaftliche Schokoladenfans. Durch unsere langjährige Arbeit im Süßwaren- und Feinkostbereich durften wir sehr viele Schokoladenspezialitäten kennen lernen. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass bei vielen derzeit am Markt präsenten hochwertigen Schokoladen weniger die Schokolade im Vordergrund stand sondern eine mehr oder weniger gute cremeartige Füllung, eine Ganache oder ein Brei, die nur dünn mit Schokolade überzogen waren. Wir wollten aber viel Schokolade aus hochwertigen Zutaten und haben daher beschlossen unsere eigenen Schokoladen herzustellen.
Beim shokomonk handelt es sich vorrangig um Schokoladenriegel, bei denen das im Vordergrund steht, was man als Schokoaldenliebhaber erwartet - nämlich die Schokolade. Alle unsere Riegel sind durchweg massiv und enthalten zur Schaffung der Sortenvielfalt Zutaten in Form von kleinen Stückchen, die man sowohl sehen als auch schmecken kann. Wichtig war uns von Anfang an, dass man bei shokomonk-Produkten das schmeckt, was auf der Verpackung steht. Himbeere schmeckt nach Himbeere, Pistazie nach Pistazie und Chili ist wirklich scharf.
Wir verwenden natürliche und hochwertige Zutaten, z.B. wird unsere Schokolade aus hochwertigem Nacional Arriba Kakao aus Ecuador hergestellt. Bei den Fruchtstückchen handelt es sich um gefriergetrocknete Früchte, da diese etwa 80% ihrer Vitamine erhalten, und sowohl geschmacklich als auch farblich immernoch sehr stark an die frische Frucht erinnern.
Wir haben uns bei der Kreation der Riegel, also Findung der Rezepturen, der Form und der Verpackung immer ein Grundprinzip vor Augen gehalten - Schokolade soll Spaß machen. Daher haben wir bei den Rezepturen immer darauf geachtet, dass sie wirklich genießbar sind und auf zu abgefahrene Kombinationen verzichtet. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass jemandem alle 30 Sorten schmecken, aber wir haben noch niemanden getroffen der gesagt hätte, dass ein Riegel ungenießbar sei.
Auch das Riegelformat ist mit bedacht gewählt. Es bietet sich viel besser zum Mitnehmen und Einteilen an. Ähnlich wie bei einem Coffee-to-go kann der shokomonk Riegel unterwegs verzehrt werden, ohne viel Umstände zu bereiten. So kann man gute Schokolade jederorts genießen.
Das Design ist absichtlich bunt und fern vom der klassischen verstaubten “Haute Confiserie”-Gestaltung gewählt, weil wir uns klar davon distanzieren wollen. Wir wollen uns nicht in extravaganten aber schwer genießbaren Rezepturen als Schokoladenkünstler selbst verwirklichen oder eine lange Tradition als Schokoladenhersteller vorgaukeln. Shokomonk soll einfach zu verstehen und einfach zu genießen sein. Genau, wie es der Verbraucher in der heutigen schnelllebigen Zeit erwartet.

Klaus-Martin Meyer: Als Osnabrücker bin ich es gewohnt, hervorragende Schokoladen zu genießen, wie überzeugen Sie mich davon in Zukunft noch häufiger aus Shokomonk zurückzugreifen?

Dennis Kretzing: Ja, richtig. In Osnabrück gibt es gute Schokoladen aus traditionsreichem Hause. Wenn wir hier bei diesem Beispiel bleiben wollen, so muss man aber klar sehen, dass man die Produktpaletten nicht pauschal miteinander vergleichen kann. Marzipan, Nougat und Pralinen fallen da komplett raus. Wir können also nur die Tafeln und unsere Riegel miteinander vergleichen und da sollte der persönliche Geschmack entscheiden. Frei vom Vergleich mit dem osnabrücker Hersteller können wir behaupten, dass die Qualität unserer Zutaten, die Ausgewogenheit unserer Rezepturen und das Angebot der Geschmacksrichtungen ein Grund dafür sein sollten, öfters mal zum shokomonk zu greifen. Auch das handlichere Format ist bei vielen shokomonk-Fans ein ausschlaggebender Grund. Preislich liegen wir, im Verhältnis zur Qualität, in einem durchaus vernünftigen Rahmen. Wir halten nichts von einer künstlichen Überteuerung der Produkte. Davon werden sie nicht besser.

Klaus-Martin Meyer: Im Moment sind Premium-Schokoladen en vogue. Hilft Ihnen dieser Trend oder haben Sie den Trend gemacht? Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang der qualifizierte Facheinzelhandel?

Dennis Kretzing: Die Experimentierfreudigkeit einiger Schokoladenhersteller hat schon vor ein paar Jahren für einen Boom gesorgt, der mittlerweile auch auf die Schokoladenregale der Supermärkte übergreift. Das hat dafür gesorgt, dass die etwas stiefmütterlich behandelte Bitterschokolade aus dem Schatten der Vollmilch heraustreten konnte.
Wir hatten das Glück, dass wir zur richtigen Zeit mit unserer Schokolade an den Start gingen. Allerdings haben wir uns nicht an den sogenannten Trendsorten orientiert. Wir haben weder Herkunfts- oder Plantagenschokoladen gemacht noch haben wir versucht unseren Kakaoanteil so hoch wir möglich zu halten. Da für uns der Geschmack entscheidend war haben wir viele weiße und Vollmilchsorten kreiert, die eine große Anhängerschaft gefunden haben. Der Trend hilft uns natürlich, weil das Interesse der Verbraucher viel größer ist und somit auch die Aufmerksamkeit der Medien und der Presse geweckt. Das alles befruchtet sich natürlich gegenseitig und Schokolade wird immer mehr zum Thema.
Gemacht haben wir den Trend sicherlich nicht. Das funktioniert leider bei Schokolade nicht so einfach wie in der Mode, wo ein namhafter Designer sagt, dass Leggings wieder en vogue sind und die Bevölkerung das so akzeptiert. Der Gaumen lässt sich nicht so rasch überrumpeln wie das Auge.
Für den Boom der Schokolade sind nur einige wenige verantwortlich, die sich an etwas Neues herangewagt haben. In deren Kielwasser sind dann andere kleine Hersteller mitgeschwommen und haben die Ideen aufgenommen, kopiert, verändert und somit das Thema publik gemacht. Der Prozess hat mehr Jahre gebraucht, als es der Verbraucher tatsächlich wahrgenommen hat.
Aber als Schokoladenfreaks freuen wir uns natürlich über das riesige Angebot.
Der qualifizierte Fachhandel ist sicherlich eine enorme Unterstützung. Daher betrachten wir den qualifizierten Fachhandel auch eher als Partner, denn nur der qualifizierte Fachhandel ist gewillt sich mit dem Produkt auseinanderzusetzen, sich über die Eigenschaften zu informieren und in der Lage sich dem Kunden gegenüber zu engagieren. Wohlgemerkt, der qualifizierte Fachhandel. Leider gibt es viele Fachhändler, die sich auf diesem Begriff ausruhen, ein Produkt exklusiv anbieten möchten, ohne allerdings die notwendigen Grundvorraussetzungen für dessen schaffen zu können oder zu wollen. Laut Definition heißt Handel, dass man etwas zum Tausch anbietet, entweder gegen Geld oder andere Ware. Da nutzt es nichts, sich imageträchtige Waren in den Laden zu stellen und zu hoffen, dass sie sich von alleine verkaufen, Aktion ist gefragt. Da muss ein Teil des Fachhandels aus seiner Lethargie erwachen.

Klaus-Martin Meyer: Ich persönlich warte schon seit Jahren auf eine weiße Schokolade mit geschälten Hanfsamen. Wie groß ist die Chance, eines Tages einen solchen Riegel von shokomonk kaufen zu können?

Dennis Kretzing: Ja, man sollte niemals nie sagen. Da wir uns mit unserem Geschmack nicht über den Verbraucher stellen, schließen wir zunächst auch keine Rezeptidee aus. Im Gegenteil, wir sind sogar dankbar für solche Vorschläge. Geschälte Hanfsamen können in unserer Vorstellung, ähnlich wie unser Blaumohn, tatsächlich mit weißer Schokolade harmonieren und wir werden bestimmt in einer späteren Rezepturfindungsrunde mal ein wenig damit experimentieren. Im Moment befinden wir uns allerdings im Feinschliff einiger Sorten die als nächstes auf den Markt kommen sollen. Daher kann sich das mit dem Hanfsamen noch etwas hinziehen.

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluß unsere Standardfrage. Welche Schokoladensorten werden in fünf Jahren in Mode sein?

Dennis Kretzing: Tja, wenn wir das genau voraussagen könnten….

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