glovico Tobias Lorenz “Daraus ist nach und nach die Idee von Glovico entstanden: eine Fair Trade Sprachschule, in der Menschen aus Entwicklungsländern via Skype ihre Muttersprachen unterrichten können.” - » Interview Blog

“Daraus ist nach und nach die Idee von Glovico entstanden: eine Fair Trade Sprachschule, in der Menschen aus Entwicklungsländern via Skype ihre Muttersprachen unterrichten können.” -

Klaus-Martin Meyer: In Anlehnung an die Eröffnung in einem bekannten Startup-Blog die Frage: Tobias, wer bist Du, was machst Du?

Tobias Lorenz: Ich bin 30, studierter Philosoph, Betriebswirt und Linguist mit einem Hang zu ausgefallenen Sportarten wie Ultimate Frisbee und Barefoot Running. Während meiner Promotion an der Universität Witten/ Herdecke mit einem kurzen Abstecher zu INSEAD ist mir immer mehr bewusst geworden, dass ich Lust habe, was Eigenes zu machen. Dazu muss man wissen, dass ich früher gerne mit dem Rucksack rumgereist bin (tue ich auch heute noch gerne, nur leider fehlt mir mittlerweile die Zeit) und dabei unter Anderem Spanisch in Guatemala gelernt habe. Daraus ist nach und nach die Idee von Glovico entstanden: eine Fair Trade Sprachschule, in der Menschen aus Entwicklungsländern via Skype ihre Muttersprachen unterrichten können. Günstige Sprachkurse hier und ein ordentliches Nebeneinkommen, für jemanden der es gut gebrauchen kann. Das nenne ich gerne Fair Trade 2.0.

Klaus-Martin Meyer: Wie kommt man auf die Idee, ein Social Business zu gründen?

Tobias Lorenz: Ich war für meine Forschung unter Anderem in Eritrea, in Ostafrika. Das war einmal eines der industralisiersten Länder in Afrika, beispielsweise gab es dort die erste Eisenbahn. Später wurde das Land jedoch eine sozialistische Diktatur und ist bettelarm. Aber nicht weil die Menschen dort nicht könnten (oder wollten). Nein, weil das System es ihnen nicht erlaubt. Und mit eigenen Augen zu sehen, wie tolle Menschen, die sich eine Existenz aufbauen wollen, von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedigungen daran gehindert werden, fand ich sehr erschütternd. So erschütternd, dass ich vor Ort angefangen habe, am Social Business Plan zu schreiben und kaum wieder hier, begonnen habe, Glovico aufzubauen.

Klaus-Martin Meyer: Wie sieht es mit dem Marketing aus? Dieses dürfte ja zwei grundlegend verschiedene Aspekte haben. Ihr müßt ja Lehrer und Schüler akquirieren.

Tobias Lorenz: In der Tat! Für das Finden von Lehrern greife ich in erster Linie auf ein Netzwerk von NGOs zurück, das ich während meiner Promotion geknüpft habe und das während der ersten beiden Jahre von Glovico weiter gewachsen ist. Außerdem haben wir gute internationale Presse bekommen, worüber weitere Lehrer auf uns aufmerksam werden. Um Schüler auf uns aufmerksam zu machen setzen wir in erster Linie auf Social Media, für kleinere Sprachen wie Burmesisch nutzen wir jedoch auch Search Engine Marketing.

Klaus-Martin Meyer: In welchen Regionen dieser Welt werden denn die meisten Unterrichtsstunden gegeben bzw. in Anspruch genommen? Tobias Lorenz: Unsere größte Sprache ist weiterhin Spanisch aber auch Arabisch ist stark im Kommen. Dafür kommen unsere Schüler hauptsächlich aus Deutschland, auch wenn in der Zwischenzeit die Hälfte unserer Schüler international ist. Fürs Spanische kommen unsere Lehrer in erster Linie aus Guatemala, dem ärmsten Land Mittelamerikas, das aber trotzdem über eine ganz gute IT-Infrastruktur verfügt.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss die Standardfrage: Wo steht glovico in fünf Jahren?

Tobias Lorenz: Wir haben große Pläne: wir wollen die größte Fair Trade Sprachschule der Welt werden.

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