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“Die betterplace gemeinnützige Stiftungs-GmbH ist ein Not-for-Profit Internet Startup.” - Im Gespräch Till Behnke

Klaus-Martin Meyer: Herr Behnke, Sie sind der Geschäftsführer der betterplace-Stiftung. Können Sie sich und Ihre Stiftung bitte kurz vorstellen?

Till Behnke: Die betterplace gemeinnützige Stiftungs-GmbH ist ein Not-for-Profit Internet Startup. Wir betreiben die Plattform betterplace.org, ein soziales Netzwerk und ein Marktplatz, auf dem soziale Projekte auf Unterstptzer treffen - weltweit und in der eigenen Nachbarschaft.

Sowohl kleine Inititativen, wie das Obdachlosenheim um die Ecke, als auch Projekte von großen Hilfsorganisationen können sich und ihre konkreten Bedarfe detailliert vorstellen. Unterstützer, Spender und sozial engagierte Unternehmen, können ein passendes Projekt finden und transparenter als jemals zuvor miterleben, was mit ihrem Beitrag passiert. Die Projekte verpflichten sich, regelmässig in Wort und Bild zu berichten, wie das Projekt voran kommt.

Klaus-Martin Meyer: Mir gefällt der Gedanke, dass man sich über betterplace sowohl finanziell als auch über Sachspenden, Mitarbeit und Know-How in Hilfprojekte einbringen kann. Hilft dieser breite Ansatz beim Aufbau einer tragfähigen Community? Wie ist das bisherige Feedback von Helfern und Geholfenen?

Till Behnke: Viele Bedürfnisse von sozialen- oder Umweltprojekten lassen sich nicht nur über einen Weg erfüllen. Es gibt eine Lücke, die man auf unterschiedlichen Wegen schliessen kann.

Wenn ein Grafikdesigner aus Deutschland ein Plakat für eine Schule in Nepal gestaltet, oder wenn jemand ein Projekt in der Nachbarschaft bei uns auf der Plattform entdeckt und dann mitarbeitet, das sind die greifbarsten und schönsten Geschichten und oft entsteht eine intensive Zusammenarbeit zwischen Projekten und Unterstützern.

Für Menschen mit wenig Zeit ist eine Geldspende über betterplace die beste Möglichkeit sich direkt und einfach zu engagieren und trotzdem mitzuerleben, was der eigene Beitrag für eine Wirkung hat.

Auch wenn es um die Förderung von Entwicklungsprojekten in einem anderen Kontinent geht, dann ist ein finanzielle Hilfe oft der einzig mögliche und einzig sinnvolle Weg. Niemand sollte Basketbälle für Kinder in Kenia mit der Post verschicken.

Klaus-Martin Meyer: In meiner Wahrnehmung ist betterplace zusammen mit kaioo, das zweite Web 2.0 mäßige Start-up, das von einer Stiftungs-GmbH getragen wird. Sind dies Vorboten einer neuen Stiftungskultur in Deutschland?

Till Behnke: Social Entrepreneurship ist definitiv auch in Deutschland immer mehr ein Begriff. Es ist eher als moderne Variante von Unternehmertum mit gesellschaftlichem Mehrwert zu betrachten und weniger vergleichbar mit der klassischen Stiftungskultur. Wir entwickeln den “dritten Sektor” nicht nur konzeptionell und finanziell, sondern implementieren neue Ansätze. Solche Unternehmungen werden sich hoffentlich schnell etablieren und an vielen Fronten sozialen Wandel herbeiführen. Dabei können Stiftungen natürlich als Förderer einer solchen gemeinnützigen Unternehmung eine zantrale Rolle spielen. Kaioo ist vom organisatorischen Aufbau in der Tat mit uns vergleichbar - sie verzichten auf die Rendite -, inhaltlich hat die Pattform aber keinen sozialen Fokus, sondern richtet sich in meinen Augen an die gleiche Zielgruppe wie MySpace, Facebook oder StudiVZ.

Klaus-Martin Meyer:
Wäre im Grunde kaioo nicht ein idealer Kooperationspartner? Die Kollegen aus Hamburg könnten doch unter Mitwirkung der Mitglieder ihre zukünftigen Werbegelder gleich bei Ihnen “abladen”?

Till Behnke: Wir sind gerade kurz vor dem Fertigstellen der Funktionalität, mit der Summen aus einem beliebigen Fundraising-Kanal von den Spendern per Voting demokratisch auf beliebige Projekte verteilt werden kann. Natürlich werden wir auch Kaioo diesen Mechanismus anbieten und uns über eine Kooperation freuen.

Klaus-Martin Meyer:
Zum Abschluß unsere Standardfrage. Wo steht betterplace in fünf Jahren?

Till Behnke:
betterplace soll in fünf Jahren ein Begriff dafür sein, daß soziales Engagement spass macht und insbesondere jüngere Menschen anspricht. Viele Menschen sollen sich für die gute Sache vernetzt haben und durch viele kleine Beiträge große Veränderung bewirkt haben. Auch international soll betterplace dann dazu beigetragen haben, daß mehr Transparenz in die Entwicklungshilfe gekommen ist und mehr Menschen Zugang zu einer breiten unterstützenden Öffentlichkeit bekommen haben.

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