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“Da gibt es nichts Sensibles, nur Gewinner” - Im Gespräch mit Bernd Gebert (das-macht-schule.net)

interview-blog.de: Herr Gebert, Sie sind Gründer und Initiator von “Das macht Schule”. Können Sie uns Ihre Initiative kurz vorstellen?

Bernd Gebert: Gern! Die bundesweite gemeinnützige Initiative „Das macht Schule“ unterstützt Kinder und Jugendliche an Schulen, die Ihr Lernumfeld selbst gestalten wollen. Erprobte Konzepte geben Hilfe zur Selbsthilfe und ermöglichen so die Konzentration aufs Wesentliche: Selbst Hand anlegen und Spaß am Erfolg haben, das sind Erfahrungen, die fit für die Zukunft machen!

interview-blog.de: Und wer bezahlt das?

Bernd Gebert: Ja, ohne Unterstützung wäre das nicht möglich. Die Initiative wird derzeit in großartiger Weise finanziell, mit Sach- und Zeitspenden von Max Bahr als Initialpartner, The Walt Disney Company (Germany) und der WISAG Service Holding unterstützt und von weiteren Partnern engagiert gefördert.
Als Medienpartner unterstützen der Bürger- und Ausbildungskanal Tide und die DSA Deutschen Schulmarketingagentur youngstar die Initiative. Über Tide laufen zudem medienpädagogische Projekte, in deren Rahmen Schüler eigene TV-Beiträge über ihr Projekt produzieren. Die pädagogische Betreuung stellt die Uni Halle sicher. Von der Initiative “Jugend in Arbeit” werden arbeitslose Jugendliche als 1-Euro-Kräfte eingekoppelt und die GFC Holding ermöglicht den Schülern in Sammelaktionen alte D-Mark, Peseten & Co in Euros umzutauschen. Von der DIY Academy kommen Fachberater, die vor Ort zeigen wie es geht. Dafür haben wir ein Bewerbungsverfahren. SinnerSchrader hat gerade kostenlos das Hosting und die Analyse übernommen und Queens Design, Hamburg ein großartiges Erscheinungsbild entwickelt.

interview-blog.de: Wie kam es zu der Idee?

Bernd Gebert: Eigentlich war „Du bist Deutschland“ der Auslöser. Die Kampagne zielte auf den guten Willen. Wir wollten einen konkreten Handlungsrahmen bieten, Erfolg von Eigeninitiative unmittelbar erlebbar machen. Nicht nur etwas für den Nachwuchs tun sondern vor allem etwas mit dem Nachwuchs.
Da kam der Impuls eines Freundes gerade recht, als es in einem Gespräch um Schüler- und Elterinitiativen an Schulen ging. Sie strampeln sich mit Selbstorganisation und Planung ab, wenn sie das Lernumfeld mit Pinsel und Farbe neu gestalten wollen. Die Idee von das-macht-schule.net war geboren: einer Web-Plattform, die mit erprobten Konzepten Hilfe zur Selbsthilfe gibt, bei der Nachfolger von den Erfahrungen der Vorgänger lernen und bei der Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt stehen. Das Modell ist für große Fallzahlen, alle Schultypen und Alterklassen geeignet. Eine win-win-Lösung für Schule und Wirtschaft.

interview-blog.de:
Und Ihre Rolle dabei?

Bernd Gebert: Ich selbst konzentriere mich inzwischen ausschließlich auf meine neue Rolle als Social Entrepreneur und treibe als Geschäftsführender Vorstand die Entwicklung der Initiative voran.

interview-blog.de: Die Situation, als Pionier unterwegs zu sein, ist Ihnen ja vertraut.

Bernd Gebert:
Richtig. Gelernt Feinmechaniker, dann zweiter Bildungsweg Abschluss als Physik-Ingenieur. 1984 Gründung einer Spezialagentur für Produktdidaktik und Produktliteratur in einer Marktlücke. Das Ziel: Gebrauchsanweisungen verständlich machen. Europaweit, für große Marken und internationale Unternehmen. Als sich die Nachfrage immer mehr auf den Kopf der Agentur konzentriert, verkaufte ich 1999 diese und arbeitete seit dem als freier Berater. Was dann Ende 2005 mit einer Idee harmlos anfing, nahm schnell so eine Dynamik an, dass ich alles andere an den Nagel hängte und erst einmal ein halbes Jahr in den Aufbau der Initiative investierte. Zuerst gab ich mir vier Wochen Zeit, um die Konzept-Idee zu verdichten und mit anderen zu diskutieren. So auch mit den Machern von „Du bist Deutschland“, die gleich Rückenwind versprachen. Dann war der Ehrgeiz geweckt. Unternehmen zu begeistern, sich inhaltlich und finanziell zu beteiligen, dafür hatte ich mir noch einmal ein viertel Jahr Zeit gegeben. Am letzten Tag dieser Frist klingelte dann das Telefon und das Baumarktunternehmen Max Bahr sagte zu.

interview-blog.de: Wie sensibel ist das Thema Sponsoring bei Ihrer Initiative?

Bernd Gebert:
Was heißt sensibel? Wir bieten eine Plattform auf der sich Schule und Wirtschaft in einer win-win-Situation die Hand reichen. Klar, Unternehmen machen das auch mit einem Selbstzweck, die Schulen aber auch. Da gibt es nichts sensibles, nur Gewinner.

interview-blog.de: Wie können Schüler sich die Unterstützung des Vereins bekommen?

Bernd Gebert: Nichts einfacher als das: www.das-macht-schule.net ist ein Selbstbedienungsladen für Eingeninitiative. Einfach einloggen, Checklisten und Gutscheine runterladen und loslegen. Allerdings ist das zunächst auf die Metropolregion Hamburg begrenzt. Später wird das aber auch bundesweit möglich sein.

interview-blog.de: Zum Abschluß wollen wir auch Ihnen unsere Standardfrage nicht vorenthalten. Was wird der Verein “Das macht Schule e.V. ” in den kommenden fünf Jahren alles erreichen? Sie dürfen bei der Antwort ruhig etwas “Wünsch-Dir-was” spielen.

Bernd Gebert:
In fünf Jahren wird klar sein: „Das macht Schule“ macht den Nachwuchs fit für die Zukunft! Kinder entdecken Ihren Spaß daran, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und lernen Teamfähigkeit. Außerdem wird Schule attraktiver und zeigt, wie attraktiv Handwerk ist.
Wir hoffen, dass dann weit mehr als 1.000 Klassenräume mit unserer Unterstützung schöner geworden sind, dass die Themen weit über das Gestalten des Lernumfelds hinausgehen und dass unsere Initiative durch ihren Erfolg ein Vorbild für die Förderung von mehr Eigeninitiative in Deutschland geworden ist.

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