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Auswanderung: Die typischsten Gründe für ein Scheitern sind irreale Erwartungen und schlechte Vorbereitungen.

Friedrich Kronenberg: Hallo Herr Tschentscher! Mit justlanded.com betreiben Sie ein Portal, um Menschen auf Ihrem Weg ins Ausland zu unterstützen. Welche Hilfe suchen Auswanderer eigentlich auf Ihren Seiten? Ist Ihr Portal als eine Art Kontaktbörse zu verstehen auf der Neuankömmlinge, andere Deutsche treffen, die bereits in aller Welt Fuß gefasst haben oder verstehen Sie sich selbst mehr als Info-Plattform?

Daniel Tschentscher: Auf unseren Seiten suchen Auswanderer Hilfe zu allen Fragestellungen, die mit dem Umzug in ein neues Land einhergehen. Zum Beispiel zu Einreisebestimmungen, Jobs, Wohnungen, Versicherungen, aber auch zu ganz alltäglichen Fragen wie der Eröffnung eines Bankkontos oder der Bestellung eines Telefonanschlusses. Aus diesem Grund haben wir unsere Landesportale in standardisierte Themenkanäle aufgegliedert. Darüber hinaus haben wir seit kurzem die interaktiven Kontaktmöglichkeiten ausgebaut, zum Beispiel durch unsere neue Kleinanzeigenbörse. In den kommenden Monaten werden wir zudem eine Reihe von neuen Community-Features lancieren.

Friedrich Kronenberg: Das Interesse am Thema Auswanderung scheint stetig zu wachsen oder trügt hier nur der Schein durch die starke Medienpräsenz beim Thema Auswanderung? Belegen Ihre Nutzungszahlen diesen Trend auch dauerhaft ins Ausland zu gehen?

Daniel Tschentscher: Ja, unsere Nutzerzahlen bestätigen dies. Zurzeit verzeichnen wir mehr als 500.000 Besucher pro Monat, und diese Zugriffszahlen wachsen rapide. Insgesamt sind Auswanderer damit eine attraktive Zielgruppe für viele Branchen, die in Deutschland bislang stark vernachlässigt wurde, und zwar sowohl was deutsche Auswanderer als auch ausländische Einwanderer anbelangt. In den angelsächsischen Ländern ist man hier schon viel weiter, wie wir den unfangreichen Anfragen interessierter Werbekunden ersehen.

Friedrich Kronenberg: Laut einer Studie bei justlanded.com sehnen sich zwei Drittel aller Auswanderer wieder zurück nach Deutschland. Ist hier “nur” Heimweh im Spiel oder ist der Anteil der Auswanderer, die Ihr Glück nicht in der Ferne finden wirklich so hoch? Was sind die typischen Gründe für ein Scheitern, von denen auf Ihrem Poral berichtet wird?

Daniel Tschentscher: Die typischsten Gründe für ein Scheitern sind irreale Erwartungen und schlechte Vorbereitungen. Beim Auswandern in südliche Urlaubsländer machen sich viele Menschen nicht klar, dass die Alltagsrealität nur wenig mit ihren Urlaubserfahrungen zu tun hat. Diejenigen, die aus beruflichen Gründen ins Ausland gehen, unterschätzen oft die kulturellen Barrieren sowie die Schwierigkeiten der Jobsuche, falls sie noch keine Stelle haben.

Friedrich Kronenberg: Können Sie Auswanderungswilligen auch einige Tipps mit auf den Weg geben worauf bei den Vorbereitungen unbedingt zu achten ist? Was sind die typischen Stolpersteine denen man aus dem Weg gehen sollte oder die im Vorfeld bereinigt sein wollen?

Daniel Tschentscher: Unbedingt darauf zu achten ist, dass die ersten Monate finanziell abgesichert sein müssen, im Fall einer Jobsuche mindestens ein halbes Jahr. Sollte das Projekt Auswandern scheitern, muss außerdem ein finanzielles Polster für die Reintegration in Deutschland vorhanden sein. Abgesehen von diesen finanziellen Überlegungen müssen vor allem kulturelle und ggf. Sprachhürden überwunden werden. Das geht am schnellsten, wenn man sich zunächst von den verlockenden Verbindungen mit anderen Deutschen im Ausland verabschiedet, und seine sozialen Kontakte zunächst mit Einheimischen aufbaut. Auch wenn dies selbstverständlich am Anfang schwieriger ist.

Friedrich Kronenberg: Haben Sie selbst schon mit dem Gedanken an eine Auswanderung gespielt oder wie ist Ihr Interesse an diesem Thema gewachsen?

Daniel Tschentscher: Ich habe einen guten Teil meines Lebens im Ausland verbracht, u.a. in Spanien, der Schweiz und Brasilien. Das gilt auch für das gesamte Gründungsteam von Just Landed. Allein in unserem Zentraloffice in Madrid sitzen zudem Mitarbeiter aus fünf Nationen. Ich selbst arbeite zurzeit von Frankfurt und Madrid aus und habe in beiden Städten einen internationalen Bekanntenkreis. Insofern ist bin ich mit dem Thema auch privat vertraut, anders können Sie ein solches Portal auch gar nicht aufbauen.

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