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“Wir ziehen nicht direkt die fertige Lösung aus der Tasche, sondern beraten den Kunden” - Im Gespräch mit Markus Hövener (Bloofusion GmbH)

interview-blog.de: Herr Hövener, Sie sind der Geschäftsführer der Firma Bloofusion Germany GmbH. Können Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Markus Hövener: Bloofusion ist eine Suchmaschinen-Marketing-Agentur, die ihren Fokus auf seriöser, ethischer Suchmaschinen-Optimierung an. Wir positionieren uns klar als Berater: Wir ziehen nicht direkt die fertige Lösung aus der Tasche, sondern beraten den Kunden, wie er langfristig seine Ziele erreichen kann.
Ich bin der geschäftsführender Gesellschafter und einer der beiden Köpfe von Bloofusion. Andreas Mueller ist der zweite Gründer, der die Geschäfte in den USA leitet.
Wie Sie vielleicht zwischen den Zeilen lesen werden, bin ich ein kritischer Mensch, den vieles in der Branche stört – vor allem unseriöse Agenturen, die Kunden über den Tisch ziehen. Obwohl ich auch immer wieder denke, dass manche Kunden einfach über den Tisch gezogen werden möchten.
Ach ja, und ich bin auch noch Chefredakteur des ersten deutschen Magazins für SEO/SEM, das Suchradar.

interview-blog.de: Können Sie uns etwas über die Vor- und Nachteile von SEO gegenüber SEM sagen?

Markus Hövener: Der Vorteil ist klar: Man bekommt über SEO potenziell mehr Besucher und zahlt für diese eben nicht auf der Basis von Klicks. Der Nachteil: Man kann eben über SEO nicht für alle Suchbegriffe gut ranken. In der Praxis bietet sich also immer eine Mischung an.
Prinzipiell muss man auch immer mehr sagen, dass SEO etwas für Unternehmen ist, die es krachen lassen wollen. Wenn ich heute, morgen und übermorgen gut in den Suchmaschinen gefunden werden möchte, muss ich meine Website aktiv in Szene setzen. Und das ist nicht unbedingt etwas für alle Unternehmen. Deswegen sagen wir vielen Kunden auch ganz klar, dass sie vielleicht mit SEM besser bedient sind.

interview-blog.de: Auf der Cebit haben wir einige Anbieter von Suchmaschinen-Optimierung besucht. Alle scheinen mit Wasser zu kochen. Beratung bei der Onsite-Optimierung, Linkaufbau etc. Die Preismodelle sind - auch wenn Sie auf Erfolgsbasis beruhen - wenig transparent. Kann man die Arbeit eines Suchmaschinen-Optimierers überhaupt “fair” (und zwar für beide Seiten) quantifizieren?

Markus Hövener:
Kann man schon, wenn eben auf Besucher-Basis abgerechnet wird. Die Frage ist, ob das fair ist.
Seltsamerweise stellt niemand an eine Werbe- oder PR-Agentur eine solche Anforderung. Eine Werbeagentur wird auch nicht auf der Basis von Blickkontakten oder direkten Impulskäufen abgerechnet. Die Frage nach der Fairness muss sich ja immer für beide Seiten stellen – und nicht nur aus Sicht des Kunden.
Das Schlimme ist auch, dass Kunden mit so einer Denkweise Suchmaschinen-Optimierung in einer Art und Weise einkaufen, die ihnen langfristig nicht hilft. In der Praxis verkaufen doch viele Agenturen immer noch mehr oder (häufig) minder gut gemachte Content-Seiten. Wenn auf Click-Basis abgerechnet wird, macht das für Agenturen und für Kunden wirtschaftlich gesehen Sinn.
Langfristig schießen sich Kunden damit aber ins Bein. Langfristig zählen ganz andere Dinge wie konsequenter Link-Aufbau und strategisch relevante Inhalte. Und eine Agentur, die in diesen Bereichen dem Kunden hilft, kann niemals “fair” bezahlt werden.

interview-blog.de: In der “Internet World Business” steht dieser Tage der Satz zu lesen “So haben Links von sogenannten Linkfarmen eine sehr niedrige oder sogar negative Qualität.” Kann ich durch gezieltes Linksetzen meiner Konkurrenz wirklich schaden, oder wertet Google solche Links vielleicht eher gar nicht. Weder negativ noch positiv?

Markus Hövener: Google hat ziemlich lange die Auffassung kommuniziert, dass eine Website nicht verantwortlich für die Links Anderer sein kann – eben auch aus dem Grund, den Sie nennen. Sonst würde ja jeder sofort seine Konkurrenten in tausend Gästebücher eintragen.
Ich glaube, dass das auch heute noch so ist. Ich glaube aber auch, dass Google dazu übergehen wird, gezielt Links zu ignorieren. Insbesondere getauschte Links werden über kurz oder lang einfach aus der Rechnung gestrichen werden. Verlinkung ist für Google ein sehr wichtiger Faktor und die werden alles dafür tun, dass getauschte und gekaufte Links kein Gewicht haben werden.

interview-blog.de:
Wie wichtig ist bei großen Online-Shops das Schielen auf Google-Positionen bei Einzel-Keys. Oft stellt man fest, dass die meisten Suchanfragen gewissermaßen aus dem “Long Tail” über die obskursten Suchkombinationen kommen. Wird der Content bei großen Sites damit relativ betrachtet zu kleinen Webauftritten wichtiger als die externe Verlinkung?

Markus Hövener: Ich muss hier eine vielschichtige Antwort geben. Zunächst ist externe Verlinkung für alle Sites gleich wichtig. Dabei muss man aber beachten, dass es weniger um die Anzahl der Links geht, als um die thematische Herkunft der Links.
Google selber wird immer vertikaler, d.h. dass eine kleine Website, die sehr spezifisch zu einem Thema ist (z.B. Digitalkameras), eine große multi-thematische Website leicht schlagen kann (z.B. ein allgemeiner Preisvergleich). Es geht also nicht um groß gegen klein, sondern um thematisch spezifisch gegen unspezifisch.
Das Schielen auf einzelne Suchbegriffe ist nicht unwichtig. Es gibt wohl bei jeder Thematik drei/vier große Suchbegriffe, auf die man schon schauen sollte. Der Long Tail muss aber auch beachtet werden. Da muss man eben eine Strategie haben, wie die eigene Website nicht nur für “ferienhaus”, sondern auch für “ferienhaus in dänemark mit meerblick” gefunden werden kann.

interview-blog.de: Zum Abschluß wollen wir auch Ihnen unsere Standardfrage nicht vorenthalten. Wohin geht die Reise für Ihre Firma und für Ihre Branche in den nächsten fünf Jahren?

Markus Hövener: Für die Branche kann’s wohl nur nach oben gehen. Für meine Firma hoffentlich auch.
Insgesamt wird’s auf jeden Fall spannend werden. Viele Agenturen werden wahrscheinlich ein schwarzes Jahr erleben. Gemeint sind die Agenturen, die Kunden unseriöse Optimierung verkaufen, indem sie z.B. hundertfach automatisch erstellte, sinnleere Seiten hochladen. Die beiden größten Anbieter dieser Lösungen sind auch noch so intelligent, dass in ihren Seiten steht, wer diese erstellt hat. Und da muss man sich doch nicht wundern, wenn ein Suchmaschinenbetreiber da mal den Stecker zieht.
Suchmaschinen werden definitiv intelligenter werden und es wird mit steigender Anzahl der an SEO interessierten Unternehmen immer schwerer werden, die eigenen Positionen zu halten. Die Nachfrage nach professioneller SEO-Beratung und –Betreuung wird also dramatisch zunehmen.

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