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“Wir hoffen, dass es uns gelingt, die Fortuna ein wenig näher an den Profifußball heranzuführen” - Im Gespräch mit Daniel Stoeveken (deinfussballclub.de)

Klaus-Martin Meyer: Herr Stoeveken, Sie sind einer der beiden Initiatoren von deinfussballclub.de. Könnten Sie ein wenig zu Ihrem Projekt sagen?

Daniel Stoeveken: Die Ursprungsidee, dass Fans über die Geschicke eines realen Fußballvereins per Internetvoting entscheiden, stammt aus Finnland und England. Mitte des letzten Jahres haben wir uns entschieden, ein solches Projekt unter www.deinfussballclub.de auch hier in Deutschland umzusetzen. Gemeinsam mit Sönke Wortmann haben wir an dem Konzept gefeilt, haben - gegenüber der englischen Variante - das ein oder andere etwas verändert und sind zum Schluß auf die Suche nach dem richtigen Verein gegangen. Wir haben mit einigen Vereinen gesprochen, waren uns nach dem allerersten Gespräch mit dem Vorstand von Fortuna Köln aber einig, dass es mit diesem Traditionsverein am besten klappt. Die Fortuna ist ein Verein mit einer Seele und die infrastrukurellen und wirtschafltichen Voraussetzungen sind gut. Darüberhinaus liegt das Büro von Sönke Wortmann nur wenige Straßen neben dem Kölner Südstadion. Es passt einfach alles.

Klaus-Martin Meyer: Sie konnten bereits vor Ihrem Start eine Erwähnung im Spiegel verbuchen. Wie schafft man so etwas?

Daniel Stoeveken: Das Interesse der Medien hat auch uns überrascht. Bei der Auftaktpressekonferenz am 3. April waren sieben Fernsehanstalten und mehr als 60 Journalisten vertreten. Für die Fortuna ist das als Verbandsligist natürlich ein tolle Sache und für den Start von deinfussballclub.de sicher auch. Aber nicht nur bei den Medienvertretern ist das Interesse groß, auch die deutschen Fußballfans beobachten die Entwicklungen rund um dieses neue Projekt sehr aufmerksam. Es gibt kaum ein Fußball-Internetforum, wo dieses Thema nicht ausgiebig diskutiert wurde.

Klaus-Martin Meyer: Sofern Ihre Community ausreichend Mitglieder findet und die Mehrheit an einem Fußballclub übernommen wird, wem gehört dann der Club faktisch? Den Mitgliedern oder der Gesellschaft, die die Community initiiert hat?

Daniel Stoeveken: In dem Augenblick, wo sich der 30.000 Teilnehmer anmeldet, wird die 1. Herrenmannschaft der Fortuna, die zur Zeit noch in der Verbandsliga Mittelrhein spielt, in eine Spielbetriebs-GmbH ausgegliedert. An dieser GmbH hält die Fortuna 51 % und die Mitglieder von www.deinfussballclub.de insgesamt 49%.

Klaus-Martin Meyer: Wie überzeugen Sie die ca. 100 deutschen Mitglieder (ich bin eines) von myfootballclub.co.uk auch noch bei deinfussballclub.de aktiv zu werden.

Daniel Stoeveken: Natürlich wäre es schön, wenn auch die Mitglieder von MyFC bei uns mitmachen würden. Ich denke, dass die deutschen Fans bei uns ganz einfach noch näher dran sind, denn alle, die sich anmelden, werden automatisch zu zwei Heimspielen ins Kölner Südstadion eingeladen. Eine Distanz zwischen Spielern, Trainern und Fans wird es nie geben - näher dran sind sie wirklich nur auf der Trainerbank.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss unsere Standardfrage. Wo steht deinfussballclub.de in fünf Jahren?

Daniel Stoeveken: Wir hoffen, dass es uns gelingt, die Fortuna ein wenig näher an den Profifußball heranzuführen. Jetzt spielen sie in der 5. Liga - wenn wir es gemeinsam schaffen, jedes Jahr aufzusteigen, müsste sie dann eigentlich in der Bundesliga angekommen sein. Aber nein, das ist natürlich nur ein Traum. Unser Ziel ist es, möglichst bald den 30.000 Teilnehmer begrüßen zu dürfen - und ab diesem Zeitpunkt liegt Erfolg oder Mißerfolg in den Händen der Teilnehmer.

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4 Kommentare zu ““Wir hoffen, dass es uns gelingt, die Fortuna ein wenig näher an den Profifußball heranzuführen” - Im Gespräch mit Daniel Stoeveken (deinfussballclub.de)”

  1. Deinfussballclub.de im Gespräch beim Interview-Blog » rattenschwanz.net sagt:

    […] Soeben wurde im Interview-Blog ein Gespräch mit Daniel Stoeveken von deinfussballclub.de gepostet. Der Interview-Blogger Klaus-Martin Meyer fällt dabei wie üblich durch intelligente Fragen auf. Stoeveken gibt zu, von der bisherigen Presseresonanz durchaus überrascht zu sein. Immerhin hat es deinfussballclub.de schon vor dem Start geschafft, im Spiegel erwähnt zu werden. Der Interview-Blogger hat trotz diverser Anläufe beim Spiegel noch nicht einmal einen Leserbrief platziert (immerhin wurde das Interview in seinem Blog mit pennerVZ von Spiegel-Online zitiert). Die Marschroute von deinfussballclub.de ist auf jeden Fall klar. Daniel Stoeveken sagt hierzu: In dem Augenblick, wo sich der 30.000 Teilnehmer anmeldet, wird die 1. Herrenmannschaft der Fortuna, die zur Zeit noch in der Verbandsliga Mittelrhein spielt, in eine Spielbetriebs-GmbH ausgegliedert. An dieser GmbH hält die Fortuna 51 % und die Mitglieder von www.deinfussballclub.de insgesamt 49%. […]

  2. www.best-practice-business.de/blog » Update: deinfussballclub.de sagt:

    […] Etwas überraschend ist allerdings, dass die Blogsphäre noch nicht groß darüber berichtet hat. Klaus-Martin Mayer, der durch den Spiegel-Bericht auf die Aktion aufmerksam geworden ist, hat nach seinem Kurzbericht im rattenschwanz-Blog jetzt auch im interview-Blog ein Interview mit einem der Initiatoren veröffentlicht. Mir selber liegen seit gestern die Antworten auf meine Fragen per Mail vor, die mir Burkhard Mathiak, Presseverantwortlicher der alp 10 GmbH (Betreiber von “Dein Fussball Club”), zugesandt hat. Ich selber wollte allerdings mit der Veröffentlichung warten, bis Klaus-Martin als “Entdecker” sein Interview veröffentlicht hat. Das ist heute geschehen und deshalb kann ich jetzt noch einige Hintergründe nachliefern. […]

  3. Fussballclub « Ideenfabrik’s Weblog sagt:

    […] Auf dem Interviewblog findet sich ein Interview mit den Erfindern. […]

  4. deinfussballclub.de - eine Community spielt Fußballmanager | Community-Management sagt:

    […] Grenzen und Kritik Natürlich hat dieses Projekt auch Grenzen und Kritiker. Letztlich wird man, gerade in der Anfangsphase, die letzte Entscheidungsgewalt, beispielsweise für die Mannschaftsaufstellung, dem Trainer überlassen müssen. Weiterhin sieht die Planung vor, dass die Fans maximal 49% der Anteile an der künftigen Spielbetriebs-GmbH halten werden. Vor allem wird das Projekt noch beweisen müssen, in wie weit sich die Faszination langfristig aufrecht erhalten lässt, gerade wenn es sportlich nicht rund läuft, und welche Entscheidungen man alleine der Community überlassen kann. Und dann gab es natürlich noch Kritik an Sönke Wortmann, der sozusagen das prominente Gesicht für das Projekt ist. Wie im realen Leben des Fußball-Fans… […]

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