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“Wir bieten mit twago eine internationale Vermittlungsplattform, auf der man Freelancer und andere Experten im Bereich Programmierung, (Web-)Design oder Texten findet.” - Im Gespräch mit Gunnar Berning

Klaus-Martin Meyer: Herr Berning, Sie sind Geschäftsführer der Firma twago GmbH. Können Sie die Aktivitäten Ihrer Firma bitte kurz vorstellen?

Gunnar Berning: Wir bieten mit twago eine internationale Vermittlungsplattform, auf der man Freelancer und andere Experten im Bereich Programmierung, (Web-)Design oder Texten findet. Das Prinzip kann man einfach an einem Beispiel erklären. Ein Hersteller von Holzspielzeug möchte seine Produkte auch über das Internet verkaufen. Er weiß aber selbst nicht, wie man einen Webshop programmiert. Er benötigt dafür Experten, z.B. PHP-Programmierer oder Magento-Experten. Also schreibt er auf twago das Projekt aus und spezifiziert in seiner Ausschreibung alle erforderlichen Funktionalitäten, die der Webshop haben soll. Alle relevanten Freelancer und Dienstleister aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt, die auf twago registriert sind, erhalten daraufhin eine Benachrichtigung über das neue Projekt und können ihr Angebot abgeben. Der Kunde vergleicht alle Angebote, sucht sich das am besten passende aus und beauftragt den Dienstleister. Wir bieten mit twago Zugriff auf über 115.000 Experten aus aller Welt. Seit Beginn wurden über 3.800 Projekte ausgeschrieben und die Dienstleister-Crowd konnte insgesamt mehr als 9 Mio Euro Umsatz machen.

Klaus-Martin Meyer: Das wichtigste bei einem Marktplatz ist, dass Angebot und Nachfrage zuverlässig und zeitnah zusammenfinden. Wie gelingt das bei Ihnen?

Gunnar Berning: Sobald ein neues Projekt auf twago ausgeschrieben wurde, bekommen alle Dienstleister, die über die benötigte Expertise verfügen eine Benachrichtigung. Wenn also ein neues Softwareprojekt von einem Kunden ausgeschrieben wird, bei dem unbedingt Kenntnisse der Programmiersprache C erforderlich sind, bekommen alle C-Programmierer, die auf twago registriert sind, eine Benachrichtigung. Es ist also wichtig, dass alle Dienstleister ihre Expertise, über die sie verfügen, angeben. Ein vollständig ausgefülltes Dienstleister-Profil mit Referenzen, Beschreibung und einer guten Bewertung ist für die Kunden ein ausschlaggebendes Kriterium bei der Wahl des Geschäftspartners. Auf einem Marktplatz muss natürlich auch die Bezahlung geregelt sein. Wir bieten einen Treuhandservice. Dabei zahlt der Kunde vor Projektbeginn das Geld auf ein unabhängiges Konto ein. Der Dienstleister weiß, dass seine Bezahlung sicher ist und kann mit der Arbeit beginnen. Nach Abschluss des Projektes und wenn der Kunde mit dem Ergebnis zufrieden ist, gibt er das Geld frei und der Dienstleister erhält seine Bezahlung.

Klaus-Martin Meyer: Welches Feedback von Seiten der Anbieter und Nachfrage hat Sie besonders gefreut/überrascht/beeindruckt?

Gunnar Berning: Ich freue mich immer über Feedback von Kunden, die uns von Projekten mit besonderen Anforderungen erzählen. Beispielsweise hatte ein Unternehmen eine neue Webseite mehr oder weniger über Nacht gebraucht. Er hatte das Projekt am Abend ausgeschrieben und es sogar noch am selben Tag einen Dienstleister gefunden. Am nächsten Tag stand das Konzept der neuen Seite und sie wurde sofort umgesetzt. Der Kunde hatte sich sehr gefreut, dass alles so reibungslos und unkompliziert geklappt hat. Er hätte durch eine manuelle Suche bei Google oder über die Gelben Seiten nicht so schnell einen Dienstleister finden und beauftragen können.
Freelancer, die sich erst kürzlich selbstständig gemacht haben, sagen uns immer wieder, dass es für sie besonders einfach war erste Projekte zu akquirieren und einen Kundenstamm aufzubauen. Man könnte fast sagen twago ist das Wirtschaftswunder für Freelancer. Aber auch von Dienstleistern bzw. Freelancern, die schon länger im Geschäft sind, hören wir viel Gutes. Viele können ihren Kundenstamm erheblich erweitern und auch an internationalen Projekten arbeiten, was eine Bereicherung für ihren Portfolio ist. So etwas hören wir gern.

Klaus-Martin Meyer: Wie gut funktioniert Ihr Marktplatz im Hinblick auf das Überwinden nationaler Grenzen?

Gunnar Berning: Das funktioniert sehr gut. Wir beobachten zwei Typen von Projektausschreibungen. Der erste Typ arbeitet lieber mit einem Dienstleister aus der Umgebung zusammen, trifft sich mit ihm persönlich und steht in engem Kontakt. Das ist der Großteil der Projekte bei twago. Deutsche Kunden arbeiten meist mit deutschen Dienstleistern. Durch unser Branchenbuch kann man auch lokal suchen. Der zweite Typ hat ein eng begrenztes Budget und würde nie mit einem deutschen Dienstleister zusammenarbeiten, weil der Stundenlohn zu hoch ist. Diese Kunden arbeiten dann mit Dienstleistern aus Ländern mit niedrigeren Fixkosten zusammen. Beide profitieren davon: der Kunde kann das Projekt durchführen und der Dienstleister konnte erfolgreich ein Projekt abschließen.
Mit twago.it und twago.es sind wir auch in Italien und Spanien vertreten. Dort beobachten wir ähnliches. Viele junge Spanier, die eigentlich arbeitslos wären, konnten sich dank uns erfolgreich selbstständig machen.
In Deutschland können wir mit twago dem Fachkräftemangel eine Lösungsmöglichkeit gegenüberstellen und in Ländern mit hohen Arbeitslosenzahlen können wir eine Alternative anbieten, der Erwerbslosigkeit zu entkommen.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss wie gewohnt unsere Standardfrage. Wo steht twago in fünf Jahren?

Gunnar Berning: Wir wollen die Auslagerung von Aufgaben, die außerhalb des Kernkompetenzbereichs eines Unternehmens liegt, so einfach wie möglich machen. Unternehmen jeder Größe sollen davon profitieren können.
Wir wollen die Welt des Arbeitens ändern. Das Modell von festen Teams und festen Arbeitsplätzen ist in der heutigen Zeit überholt. Flexible Teams, die sich außer aller Welt projektbezogen miteinander verbinden und ein Ziel verfolgen, sind die Zukunft. Die Kooperation besteht so lang, wie sie für den Abschluss des Projektes möglich ist. So kann jeder genau den Tätigkeiten nachgehen, die er am besten kann und mag. In fünf Jahren soll die Nutzung von twago für Unternehmen selbstverständlich sein. Wir freuen uns darauf und arbeiten hart daran.

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