Anne Wangrin Weltretter.org “Weltretter.org ist ein Projekt- und Kontaktnetzwerk für Menschen, die in ihrem Leben durch Engagement etwas verändern und anschieben wollen.” - im Gespräch mit Anne Wangrin » Interview Blog

“Weltretter.org ist ein Projekt- und Kontaktnetzwerk für Menschen, die in ihrem Leben durch Engagement etwas verändern und anschieben wollen.” - im Gespräch mit Anne Wangrin

Klaus-Martin Meyer: Anne, Du bist die Initiatorin von Weltretter.org.Könntest Du dich und dein Projekt bitte kurz vorstellen?

Anne Wangrin: Hallo Klaus-Martin, Weltretter.org ist ein Projekt- und Kontaktnetzwerk für Menschen, die in ihrem Leben durch Engagement etwas verändern und anschieben wollen. Insbesondere sind Privatpersonen angesprochen, die kleine soziale Projekte auf die Beine stellen. Wir wollen neue konstruktive Gedanken und Ideen fördern und eine Gemeinschaft bilden, in der sich die Menschen gegenseitig stärken. Unzählige Menschen entwickeln jeden Tag alternative Ideen, um Verbesserungen für uns alle zu bewirken. Und es ist nicht immer einfach ein eigenes Projekt aufzubauen, wie z. B. ein eigenes Bio-Restaurant, Bürgersolarprojekte oder einen neuen Kinderspielplatz. Weltretter.org begleitet die Menschen und ihre Projekte von Anfang an. Hier kann jeder Projekte und Ansätze vorstellen und Unterstützung bei der Umsetzung von anderen Mitgliedern erhalten. Ich habe mir über diese Idee schon in meiner Schulzeit Gedanken gemacht. Damals waren die Ansätze noch unklar. Während meines Medieninformatikstudiums, meiner Zeit als Community Managerin und durch viele Inputs bei Barcamps oder McPlanet.com ist die Idee gereift. Letztes Jahr habe ich mich selbstständig gemacht und im Januar 2008 ist Weltretter.org online gegangen.

Klaus-Martin Meyer: Du hast bei Qype gesehen, wie eine Community groß werden kann. Wie wird Weltretter.org groß werden?

Anne Wangrin: Gemütlich und stabil. Für mich zählen in erster Linie aktive Nutzer und realisierte Projekte - und nicht tolle Statistiken. Dennoch ist die derzeitige Hauptaufgabe sicherlich, neue Leute für die Plattform zu gewinnen. Denn wir Weltretter können umso mehr erreichen, wenn wir zusammen arbeiten und uns vernetzen. Mit der Zeit wird Weltretter.org viral durch Weiterempfehlungen wachsen. Denn zur Erreichung der kritischen Masse ist der Nutzen der Plattform entscheidend. Und auf vielen Wegen entdecke ich immer wieder Menschen, denen Weltretter.org Unterstützung bietet: Du erzählst, wie Du die Welt verbessern möchtest und plötzlich stehen Freunde, Bekannte und vollkommen Fremde hinter Dir und helfen dir. Ein großartiges Gefühl, was ich gerade selbst erlebe!

Klaus-Martin Meyer: Auf Deiner Seite ist zu lesen, dass das Projekt eine Existenzgründung für Dich werden soll. Wie genau stellt sich das Geschäftsmodell von Weltretter.org dar?

Anne Wangrin:
Tja, das ist keine einfache Frage. Mir wurde bereits vorgeschlagen, die Plattform komplett über Spenden zu finanzieren. Dies kann jedoch nicht das einzige Standbein sein. Ich werde es daher jedem Mitglied ermöglichen, Weltretter.org mit einem monatlichen Beitrag zu unterstützen und dafür einige Zusatzfunktionen nutzen zu können. Die notwendigen Funktionen zum Weltretten stehen natürlich allen Mitgliedern frei. Mal sehen, wie dieser Ansatz bei den Nutzern ankommt. Weltretter.org entwickelt sich ja mit seinen Mitgliedern zusammen weiter – vielleicht auch hin zu einem neuen Finanzierungsansatz. Da ich Weltretter.org zum größten Teil allein umgesetzt habe, stehe ich auch nicht unter dem Zwang, möglichst schnell Geld einzunehmen. Ich schreibe gerade Förderanträge, u.a. an Ashoka - drückt mir also gerne die Daumen. Ansonsten werde ich demnächst ehrenamtlich weiterarbeiten müssen. Aber die Basisversion steht - und wird immer weiter entwickelt. Und eines Tages werden ich und einige Mitarbeiter die Plattform hauptberuflich betreuen. Denn
gute Ideen wachsen.

Klaus-Martin Meyer:
Kannst Du schon etwas zum Feedback der ersten User sagen?

Anne Wangrin: Ja, klar. Die Idee von Weltretter.org wird überall sehr positiv aufgenommen. Da wir aber erst wenige Mitglieder sind, finden sich noch nicht immer die passenden Leute für Projekte zusammen. Das wird sich aber mit wachsender Mitgliederzahl von selbst ergeben. Die Nutzer machen natürlich noch viele Verbesserungsvorschläge und es ist noch viel zu entwickeln. So fehlt z.B. die Möglichkeit, Nachrichten untereinander zu verschicken genauso wie ein regionaler Bezug der Projekte. Aber ich bin auch nicht mit dem Anspruch heran gegangen, alles von Anfang an perfekt zu integrieren sondern arbeite im agilen Entwicklungsprozess. Denn erst mit den Mitgliedern der Community lerne ich, was benötigt wird.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß wie gewohnt unsere Standardfrage. Wie wird Weltretter.org in fünf Jahren aussehen?

Anne Wangrin: Eine Community bildet sich nicht aus technischen Funktionalitäten einer Internetplattform,sondern aus Menschen, die an gemeinsamen Zielen arbeiten. Die Funktionen stellen nur Werkzeuge dar, welche die Gemeinschaft in ihrer Zielerreichung unterstützen. Der Erfolg von Weltretter.org ist daher an den gesellschaftlichen Veränderungen und den praktischen Erfolgen zu erkennen. Ich wünsche mir, dass in fünf Jahren möglichst viele konstruktive Ideen
gemeinsam umgesetzt sind und viele Menschen ihren eigenen Lebensweg gehen, und ein neues Wertbild von gegenseitiger Anerkennung gestärkt ist.

Stichworte:

Kommentar / Antwort verfassen



<

Google


Add to Technorati Favorites

» “Weltretter.org ist ein Projekt- und Kontaktnetzwerk für Menschen, die in ihrem Leben durch Engagement etwas verändern und anschieben wollen.” - im Gespräch mit Anne Wangrin Anne Wangrin Weltretter.org