Bahne Carstensen sixgroups “Unsere User sollen ihre eigenen Communities vermarkten können.” - Im Gespräch mit Bahne Carstensen (sixgroups.com) » Interview Blog

“Unsere User sollen ihre eigenen Communities vermarkten können.” - Im Gespräch mit Bahne Carstensen (sixgroups.com)

Klaus-Martin Meyer: Bahne, Du bist einer der Initiatoren von sixgroups.com. Könntest Du dich und das Projekt bitte kurz vorstellen?

Bahne Carstensen: Hallo Klaus-Martin, sehr gerne. Ich bin einer von insgesamt sieben Gründern, die hinter dem Projekt six groups und der Instant Communities GmbH stehen. Six groups ist das erste deutsche Meta-Community-Potal, auf dem jeder seine eigene Community kostenlos und in wenigen Minuten ohne Programmierkenntnisse starten kann. Ich bin im Mai diesen Jahres eigentlich als Nachzügler zu dem Projekt dazugestoßen. Andreas Stephan, Jan Milz, Johannes Schmidt, Helge Wenck, Thomas Promny und einer, der noch bei einem amerikanischen Arbeitgeber arbeitet und deshalb hier nicht genannt werden darf, hatten Anfang des Jahres die Idee zu einer gruppenzentrierten Communityplattform (daher auch der Name six groups). Ich war dann das siebte Rad am Wagen, ergänzte das Team aber sehr gut mit meinem Produktmanagement- und allgemeinem betriebswirtschaftlichen-Know how, das ich in den vergangenen sieben Jahren bei Tipp24 und JAXX gesammelt habe.

Insgesamt sehen wir unsere Mannschaft sehr gut aufgestellt. Im Gründerteam sind vier Entwickler die von Server- und DB-Administration über Backend- und Frontend-Entwicklung eigentlich alle Disziplinen optimal abdecken. Dazu kommt das langjährige Internet Unternehmertun und die Online-Marketingexpertise von Thomas sowie die Projekt- und Produktmanagementerfahrung von mir und der grauen Eminenz im Hintergrund ;-)
Wir haben im Juni die Instant Communities GmbH gegründet und dann ab Juli angefangen an der aktuellen Version von six groups zu entwickeln.
Zwei Entwickler waren Vollzeit auf dem Projekt und wir anderen haben das neben unseren Jobs gemacht. Ende September sind wir in die Closed Alpha gegangen und haben dann am 16. Oktober die Open Beta Phase gestartet. Insgesamt also sind wir echt schnell und haben es geschafft, als erste in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa eine Meta-Community-Plattform zu launchen.

Klaus-Martin Meyer: Warum wird ein Community-Portal von einem Start-up gegründet und nicht von einer existierenden, etablieren Community?

Bahne Carstensen: Die Idee komplette Social Networks kostenlos und für jedermann anzubieten ist über einen langen Prozess entstanden. Wir waren anfangs eher bei einer Gruppensoftware, wie sie heute ja auch schon mehrfach im Netz angeboten wird. Diese - ich sag mal - Low-level-Communities waren uns aber nicht sexy genug. Der Reiz an den Instant Communities von six groups ist, dass die Gründer selbst entscheiden können, was sie damit machen wollen. Das fängt an bei einer Community für meine Joggingtruppe und endet noch lange nicht bei einem Social Network für zehntausende von gleichgesinnten zu Themen, von denen wir heute noch nicht einmal träumen. Die bisher existierenden Communities sind meist vertikal aufgestellt, also haben ein zentrales Thema. Und das sehen wir auch als das Problem vieler Netzwerke. Sie brauchen eine kritische Masse von meist mehreren zehntausend Nutzern um überleben zu können. Die Frage ist, wie sowas marketingtechnisch zu schaffen ist in vielmals recht kleinen Marktnischen.

Klaus-Martin Meyer: Vom Grundprinzip müsste ja ein Community-Portal wie sixgroups.com erfolgreicher sein können als thematische Monokulturen wie XING oder StudiVZ. Wie beurteilst Du euren Long-Tail-Ansatz?

Bahne Carstensen: Ich würde sagen, dass wir anders erfolgreich sein können. Gerade XING und StudiVZ haben es in ihrem jeweiligen Markt auf beeindruckende Weise geschafft, die kritische Durchdringung zu erreichen. Und ganz nebenbei haben sie damit auch den Boden für eine ganze Generation von Social-Network-affinen Internetnutzern bereitet. Zumindest bei dem Thema “Was ist eigentlich ein Social Network” ist uns dadurch eine Menge Arbeit abgenommen worden. Was wir jetzt anbieten ist ganz klar Long-Tail. Das eigene Netzwerk für seinen Freundeskreis, Verein, Interessengruppe rückt jetzt in greifbare Nähe. Wer einmal die Vorteile von Online-Netzwerken für sich erkannt hat, wird diese auch in seinen jeweiligen Bereich übertragen können. Six groups ist dann der Enabler, der Klein- und Kleinstgruppen ihr Communityhome im Internet ermöglicht. Langfristig bieten wir vorallem aber auch Identität und soziale Anbindung, keiner ist bei six groups mit seinen Interessen allein! Im six groups Netzwerk finden sich für alle Hobbies und Interessen vielfältige Communities, und wer sein Thema nicht findet, kann es einfach selbst starten.

Klaus-Martin Meyer: Damit aus sixgroups.com ein Geschäftsmodell werden kann, müssen aus meiner Sicht eure User in die Lage versetzt werden, mit den Themen-Communities ihrerseits ein eigenes Geschäftsmodell etablieren zu können. Oder reichen Fun-orientierte Communities wie grillplatz.de aus?

Bahne Carstensen:
Das wird sehr bald kommen. Unsere User sollen ihre eigenen Communities vermarkten können. Dazu müssen wir allerdings ersteinmal selbst mit der Vermarktung loslegen. Eine unserer Säulen ist ja die Werbevermarktung des generierten Traffics. Als Premiumoption, d.h. gegen eine monatliche Gebühr, werden die Gründer einer Community dann die Möglichkeit haben, die Werbung zu entfernen oder eigene Vermarktungs-Codes zu schalten.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss wie gewohnt unsere Standardfrage. Wo steht sixgroups.com in fünf Jahren?

Bahne Carstensen: Da haben wir dann hoffentlich mal ein eigenes Büro :-) Nee, im Ernst: wir sind ja jetzt schon Marktführer in unserem selbst geschaffenen Markt der Instant Communities. Diese Position möchten wir noch weiter festigen und in fünf Jahren das größte europäische Community Portal sein. Wie wir dieses Wachstum dann hinlegen, ob aus eigener Kraft oder über starke Partner wird sich zeigen. Man fünf Jahre sind echt eine lange Zeit… :-)

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Ein Kommentar zu ““Unsere User sollen ihre eigenen Communities vermarkten können.” - Im Gespräch mit Bahne Carstensen (sixgroups.com)”

  1. fifi blogt » blog archiv » privatsphäre bei sixgroups-widgets nicht gegeben sagt:

    […] eigentlich keine dumme idee, sind doch die hauptelemente der meisten communities doch sehr ähnlich (profile, foren, buddy-listen, fotos, videos…). ein interview mit einem der verantwortlichen findet man hier und veranschaulicht den bisherigen werdegang ein wenig. […]

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