Drijo Walter Demmelhuber “Nach Erscheinung in Heise hatten wir innerhalb von 24h über 7.000 Auktionen und Anfragen.” Im Gespräch mit Walter Demmelhuber (Drijo) » Interview Blog

“Nach Erscheinung in Heise hatten wir innerhalb von 24h über 7.000 Auktionen und Anfragen.” Im Gespräch mit Walter Demmelhuber (Drijo)

Klaus-Martin Meyer: Walter, Du bist Gründer und Geschäftsführer bei drijo.eu. Könntest Du dich, deine Mitstreiter und deine Firma bitte kurz vorstellen?

Walter Demmelhuber: Die Geschäftsidee wurde von mir als Betriebswirtschaftler und dem Informatiker Peter Sabalat programmiert und umgesetzt. Ich arbeite zur Zeit bei einem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern in der Geschäftsentwicklung, Peter in einem Versicherungskonzern als Informatiker. Beide sind wir schon in den späteren 30ern und bringen daher entsprechendes Geschäftsverständnis mit. Ein starkes Netzwerk bringt zusätzlich viel Unterstützung und know-how.

Klaus-Martin Meyer: Wie wurde die Geschäftsidee geboren? Eher durch Inspiration oder durch analytische Marktforschung?

Walter Demmelhuber: Die Idee selbst war eine Inspiration, wir haben Sie aber erst durch analytische Marktforschung bestätigt, bevor wir in die Realisierung gegangen sind. Der Mitfahrmarkt wird ja in Deutschland allein auf über 10.000 Sitzplätze/Tag geschätzt mit entsprechenden Zahlen in UK, Skandinavien, USA und Kanada. Allerdings benötigt der Markt dringend eine Konsolidierung, um dem Nutzer eine einheitliche Suchmaschine und einen Standard zu bieten. Unser Ansatz mit Google Maps bietet dies.

Klaus-Martin Meyer:
Ist das Versteigerungsprinzip der richtige Ansatz für die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten?

Walter Demmelhuber:
Unser patentiertes Geschäftsmodell der Auktion hat mehrere Vorteile:

- Auktionen im Vergleich zu Anzeigen konsolidieren den Markt. Eine Anzeige kann mehrfach geschaltet werden, eine Auktion nur einmal. Dies hat zur Folge, dass ein erfolgreiches Auktionshaus den Nutzern ein umfangreiches Angebot zur Verfügung stellen kann und dieses nicht in vielen kleineren Anbietern mühsam gesucht werden muss

- Auktionen sind bei den Konsumenten als Zahlungsmodell im Internet akzeptiert. Der Fahrer kann einen Startpreis und optional einen Sofortkaufpreis festlegen

- Auktionen führen einen gerechten Marktpreis herbei. Je nach Strecke und Uhrzeit kann dies variieren; da der Markt gegenwärtig unter einer höheren Nachfrage als Angebot leidet, sollte dieses Modell besonders für Fahrer attraktiv sein, wobei dann höhere Preise steigende Angebote nach sich ziehen und sich Preise wieder einpendeln können.

Klaus-Martin Meyer: Gibt es schon praktische Erfahrungen, wie das Angebot angenommen wird?

Walter Demmelhuber: Nach Erscheinung in Heise hatten wir innerhalb von 24h über 7.000 Auktionen und Anfragen. Zusätzlich noch viele positive Emails. Was uns außerdem sehr bestärkt sind die vielen Interviews der letzten Tage mit überregionalen Zeitungen, welche in den nächsten 2-3 Wochen erscheinen werden. Es scheint, wir haben die Bedürfnisse der Nutzer korrekt gesehen.

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluß wie gewohnt unsere Standardfrage. Wie wird sich Drijo in den kommenden fünf Jahren entwickeln?

Walter Demmelhuber: Das dürfen Sie nicht mich, sondern die Nutzer fragen. Allerdings sehen wir die potentielle Entwicklung folgendermassen. Unserer Ansicht nach hat EbayTM im Produktmarkt mehreres erreicht. Erstens hat es das soziale Stigma des Gebrauchtwarenkaufs minimiert. Gesellschaftlich ist es heute akzeptabel, sowohl gebraucht zu kaufen als auch zu verkaufen. Vor 10 Jahren hätte es noch geheissen: ‘Hast Du das nötig?’ Dies hatte dann zusätzlich einen positiven Effekt für die Umwelt zur Folge Zweitens wurde es dadurch gesellschaftlich akzeptabel, dass man sich nebenbei etwas ‘Taschengeld’ verdient Wir hoffen, dass eine auktionsbasierte Mitfahrzentrale à la EbayTM kombiniert mit Google MapsTM das Mitfahren ebenso gesellschaftlich akzeptabel macht wie es beim Gebrauchtwarenmarkt der Fall ist. Ein ‘Coolness’-Faktor mit der richtigen Marke würde hier einiges verändern. Wäre dieser Service direkt durch Google angeboten wie Gmail, ich bin mir sicher, es wäre sofort ein Massenphänomen. Kontakte zu entsprechenden Investoren sind natürlich gern willkommen.

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