“Mit Trupoli entsteht die erste Politikbewertungsplattform und Community für Politik.” - Im Gespräch mit Johannes Zumpe
Klaus-Martin Meyer: Johannes, Du bist der Vorstand der Trupoli AG. Könntest Du dich, deine Mitstreiter und deine Firma kurz vorstellen?
Johannes Zumpe: Mit Trupoli entsteht die erste Politikbewertungsplattform und Community für Politik. Damit wollen wir den Bürgen die Möglichkeit geben, andauernd und themenbezogen ihre Stimme abzugeben. Und nicht nur alle vier Jahre in Form eines Wahlkreuzchens.
Zum Gründungs- und Managementteam gehören neben mir noch Rudi Zeilhofer als CTO und Anian Leistner als Leiter Produktmanagement. Die beiden haben zusammen schon bei Pangora gearbeitet, einem führenden White Label für Produktvergleichslösungen, und dort die Lycos Europe Community mit aufgebaut. Ich selbst hab nach dem BWL-Studium bei Manufactum angefangen, weil ich zu einem Unternehmen wollte, bei dem es um mehr als nur ums Geldverdienen geht. Die letzten Jahre war ich in der politischen Beratung.
Klaus-Martin Meyer: Wie kam es zu der Idee, trupoli.com an den Start zu bringen. War das Intuition oder das Ergebnis eines strukturierten Evaluierungsprozesses?
Johannes Zumpe: Beides. Die Idee, die demokratischen Strukturen des Web 2.0 mit demokratischen Inhalten zu füllen, war Intuition. Aber das Ausdifferenzieren der konkreten Anwendungen, deren Nutzen und von Geschäftsmodellen und die Entscheidung, das alles Umzusetzen war eine sehr strukturierte.
Klaus-Martin Meyer: Ein Frage drängt sich förmlich auf. Politik wird oft für ein dreckiges Geschäft gehalten. Was ist Euer Geschäftsmodell?
Johannes Zumpe: Ich weiß nicht, ob Politik wirklich ein dreckiges Geschäft ist, aber das ist wohl ein anderes Thema. Aus dem direkten Politikgeschäft halten wir uns ohnehin etwas raus. Für uns ist Unabhängigkeit essentiell, von Parteien und sonstigen politischen Richtungen. Deshalb verfolgen wir auch ein Geschäftsmodell. Wir wollen finanziell auf eigenen, soliden Füßen stehen. Um nicht irgendwann in die Situation zu kommen, durch eine politisch “beladene” Spende in eine Richtung gedrängt zu werden. Wie genau das Geschäftsmodell aussieht, dazu werden wir zum Launch mehr sagen.
Klaus-Martin Meyer: Wie kann trupoli.com dazu beitragen, dass die heutige Parlamentarische Demokratie vielleicht noch effizienter wird und der Politikverdruß nachläßt?
Johannes Zumpe: Trupoli schafft Transparenz und Kommunikationsmöglichkeiten, und zwar sowohl für Wähler als auch für Politiker. Dem Wähler zeigt Trupoli, wer wann was gesagt hat. Der Stand jeder politischen Debatte wird hier schnell und übersichtlich ablesbar sein. Für Politiker bringt Trupoli ein schnelles Feedback dazu, wie der Wähler denkt. Damit senken wir auch die Politikverdrossenheit: Die kommt meines Erachtens nicht zuletzt daher, dass ein Bürger heute wenig Möglichkeiten hat, sich außerhalb von Wahlen so zu äußern, daß ein Politiker das auch hört. Das werden wir ändern.
Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß unsere Standardfrage. Wo steht trupoli.com in fünf Jahren und welcher Einfluß wird dann auf die Politiker ausgeübt?
Johannes Zumpe: Dann wird Trupoli die zentrale Plattform für politische Kommunikation sein. Politiker werden hier ihre Aussagen veröffentlichen, sofort Rückmeldung darauf bekommen und entsprechend reagieren.

