Dirk Graber Mister Spex “Etwa 60 Prozent der Bevölkerung sind auf eine Sehhilfe angewiesen.” - Im Gespräch mit Dirk Graber (Geschäftsführer Mister Spex) » Interview Blog

“Etwa 60 Prozent der Bevölkerung sind auf eine Sehhilfe angewiesen.” - Im Gespräch mit Dirk Graber (Geschäftsführer Mister Spex)

interview-blog.de: Eine Unternehmensgründung ist oft mit vielen Hürden verbunden. Welche Probleme tauchten bei Ihnen auf mit denen Sie so nicht gerechnet haben?

Dirk Graber: Um als Online-Shop funktionieren zu können, mussten zunächst Hersteller und Investoren gefunden werden, die das Konzept unterstützen. Das bereitete doch einige Schwierigkeiten, da viele uns anfangs für einen Billiganbieter hielten. Investoren schreckten zudem wegen der Wirtschaftskrise zurück. Es dauerte doch einige Zeit Hersteller und Investoren davon zu überzeugen, dass wir Wert auf hochwertige Produkte legen, die in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis stehen. Letztlich ging unser Konzept auf und heute werden wir von allen relevanten Herstellern direkt beliefert. Das können nur wenige Online-Shops in Europa von sich sagen.

interview-blog.de:  Welche Marketing-Konzepte verfolgen Sie bei Mister Spex, vor allem im Bereich Online-Marketing? Was ist Ihnen da besonders wichtig?

Dirk Graber: Mister Spex arbeitet im Online-Marketing insbesondere in den Bereichen SEO und Affiliate-Marketing. Auf diesem Weg konnten wir bei den relevanten Keywords eine hohe Positionierung in den Google-Rankings erreichen und einige Kunden für uns gewinnen. Daneben setzen wir auf SEM und Display-Werbung. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch TV-Spots auf Kanälen wie Pro 7, Sat. 1 und RTL II.

interview-blog.de: Welche Rolle spielt Affiliate-Marketing bei Mister Spex? Wie sehen da Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Dirk Graber: Affiliate-Marketing ist ein wichtiger Grundstein bei Mister Spex. Unser Netzwerk umfasst derzeit über 3000 Partner. Für die Zukunft planen wir einige themenspezifische Partnerschaften wie z.B. „Nerdbrille“. Durch diese spezifischen Partnerschaften kann man Kunden gezielter auf spezielle Produkte ansprechen. Das führt zu hohen Warenkörben mit einer niedrigen Retourenquote.

interview-blog.de: Wie relevant sind Social Media für Mister Spex?  Mit welchen Aktionen versuchen Sie zum Beispiel auf Facebook und Twitter Ihre Fangemeinde weiter auszubauen?

Dirk Graber: Wir versuchen nicht über die Social Media-Kanäle für Kunden zu werben. Das Social Web spielt bei uns dennoch eine große Rolle, da wir auf diesem Weg mit unseren Kunden in Kontakt bleiben und ihnen unseren Service anbieten können. Den Fans auf Facebook stellen wir Trendbrillen vor, beraten sie rund um den Brillenkauf und helfen ihnen bei Bestellungen in unserem Online-Shop.  Durch solche Aktionen wächst die Fangemeinde nur langsam, aber da sich die Fans aktiv beteiligen können, können wir sie meist langfristig bei uns halten.

interview-blog.de: Mister Spex vertreibt seine Produkte mittlerweile in mehreren Ländern. Unterscheiden sich die Marketingansätze in den anderen Ländern gegenüber denen in Deutschland?

Dirk Graber: Grundsätzlich verfolgen wir auch in ausländischen Märkten die gleiche Strategie aus Online und anschließendem Offline-Marketing. Allerdings passen wir die jeweiligen Maßnahmen individuell den entsprechenden kulturellen Gegebenheiten und dem Konsumverhalten der Bevölkerung an.

interview-blog.de: Haben Sie diesbezüglich Tipps für andere junge Unternehmen, die mit ihren Online-Produkten im Ausland auf den Markt gehen wollen?

Dirk Graber: Wir können nur von unseren eigenen Erfahrungen sprechen. Zum einen sollte man die landesspezifische Gesetzgebung beachten. Als Online-Optiker muss man zum Beispiel für den Kaufprozess mit Bedenken, dass der Brillenkauf in Frankreich noch von den Krankenkassen bezuschusst wird. Im Bereich Marketing haben wir die gleichen Maßnahmen wie auch schon zuvor in Deutschland verfolgt, diese aber auf die jeweiligen Gepflogenheiten der einzelnen Länder zugeschnitten. Wir sind auch im Ausland auf Kanälen wie Facebook und Blogs aktiv. Allerdings mit anderen Maßnahmen. Ein Trachten-Special würde zum Beispiel in Frankreich, England oder Spanien nicht funktionieren. Durch Mitarbeiter aus den jeweiligen Ländern können wir die Themen und den Ton an die entsprechenden Gegebenheiten anpassen.

interview-blog.de: Welche Marketing-Maßnahmen waren erfolgreich? Was ist für die Zukunft im Bereich Online-Marketing geplant?

Dirk Graber: Durch die große Reichweite konnten wir mit TV-Werbung viel Aufmerksamkeit erzielen. Gerade beim Produkt Brille ist das sehr hilfreich. Etwa 60 Prozent der Bevölkerung sind auf eine Sehhilfe angewiesen. Da gibt es nur geringe Streuverluste. Bei Sonnenbrillen sinkt die Zahl noch weiter, da diese im Prinzip für jeden nützlich sind. Im Online-Marketing haben sich SEO und Affiliate-Marketing bewährt. Zudem planen wir den Ausbau der Lead-Generierung, um Interessenten gezielt per E-Mail auf das Thema „Brillen online kaufen“ ansprechen zu können. Kunden, die bereits bei uns eingekauft haben, sind möglicherweise an weiteren Produkten interessiert. Wer eine Brille gekauft hat, überlegt vielleicht irgendwann sich noch Kontaktlinsen oder eine Sonnenbrille mit Sehstärke zuzulegen. Da wir ja die ganze Bandbreite im Bereich Optik abdecken, können wir optimal beim Cross-Selling ansetzen.

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