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Interview mit Christian Gaiser – Mitgründer von kaufDA

Klaus-Martin Meyer: Hallo Herr Gaiser, könnten Sie Ihre Firma kaufDA.de kurz vorstellen?

Christian Gaiser: Mit kaufDA.de erleichtern wir den Einkaufsalltag für Händler und Verbraucher. Verbraucher können bei uns in den neuesten lokalen Angeboten von Händlern in ihrer Umgebung schmökern, diese nach Produkten durchsuchen und vergleichen. Wir machen digitale Werbeprospekte transparent im Netz. Händler wiederum können das Internet erstmals als lokales Werbemedium nutzen und jene Zielgruppe erreichen, die sie über Print nicht mehr adressieren. In unserem Netzwerk erreichen wir mittlerweile mehr als vier Millionen Besucher / Monat.

Klaus-Martin Meyer: Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Christian Gaiser: Eines schönen Morgens in der Sonne Kaliforniens, genauer im Silicon Valley – dort war der Ursprung von kaufDA. Zusammen mit Tim, einem meiner drei Mitgründer, war ich dort für die Abschlussarbeit unseres Studiums an der WHU Vallendar unterwegs. Wir haben dabei die neuesten Branchentrends erforscht. Was uns dabei immer wieder auffiel: In den USA gibt es schon sehr viele Konzepte, welche local product search ermöglichen – also das Konzept „Online Informieren, Offline Einkaufen“ fördern. Hier in Deutschland gab es damals nichts außer Online Preisvergleiche. Zurück in Deutschland haben wir aus dem Funken der Idee zusammen mit unseren beiden Techies ein tragfähiges Konzept entwickelt.

Klaus-Martin Meyer: Sie haben vor kurzem eine kräftige Finanzspritze von zwei großen Venture Capital Fonds erhalten. Wie haben Sie das trotz der „Finanzkrise“ geschafft?

Christian Gaiser:
Trotz der Krise war es für uns nicht schwierig, Investoren von der Attraktivität unseres Modells zu überzeugen. Das basiert zuvorderst auf drei Faktoren: Erstens haben wir ein klares, skalierbares Geschäftsmodell, das von Beginn an Umsätze generiert. Dazu noch in einem Markt, der strategisch viel Potential bietet. Zweitens schaffen wir Eintrittsbarrieren in der Form von Kundenbeziehungen und unserer Technologie. Und drittens: Wir haben bisher als Team einen guten Job gemacht, weil wir uns zu viert gut ergänzen, ob Techie oder BWLer.

Klaus-Martin Meyer: Was waren die größten Hürden beim Wachsen?

Christian Gaiser: Die größte Herausforderung besteht auch heute noch darin, bei allen Ideen und Wachstumsoptionen nicht den Fokus zu verlieren. Wir haben regelmäßig unsere interne Roadmap an neue Begebenheiten angepasst. Gerade bei unserem Modell bieten sich zahlreiche Partnerschaften und Produkterweiterungen an. Letztlich muss man da aber immer wieder hinterfragen: Bringt uns das als Firma weiter? Ist es mission­-critical, also umsatz­-relevant bzw. strategisch essentiell, oder nur nice­-to­-have?

Klaus-Martin Meyer: Haben sie Tipps für junge Gründer, die noch am Anfang stehen?

Christian Gaiser: Wir haben drei wertvolle Erfahrungen gemacht. Die erste: Immer auf das Bauchgefühl hören. Bei allen Entscheidungen, die wir getroffen haben, waren diejenigen am besten, wo unser Gefühl gestimmt hat – langes Analysieren hat da hingegen nicht viel gebracht. Insbesondere bei Kooperationspartnern oder der Auswahl von Investoren.
Die zweite: Konsequent sein. Jeder Gründer sollte nicht zu lange zusehen, wenn etwas schief läuft, insbesondere im Bereich der Mitarbeiterführung. Dinge, die falsch laufen, offen ansprechen.
Die dritte: Seid sparsam! Am Anfang bildet man die Kostendisziplin für seine Firmenkultur. Später geht das nicht mehr. Wir sind beispielsweise in den ersten Monaten mit LIDL Tickets durch Deutschland gefahren.

Klaus-Martin Meyer:
Sie haben Ihr Geschäftsmodell vom reinen Marktplatz zu einem Netzwerk­-Modell erweitert. Können Sie uns das näher beschreiben?

Christian Gaiser:
Wir haben nach unseren ersten Gesprächen im Markt relativ schnell bemerkt: Unsere Kunden, die Einzelhändler, wollen relevante Reichweite im Netz. Wenn wir nur auf unser eigenes Portal setzen, wäre das kleinkariert und nicht umsatzorientiert. Darum haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit großen Portalen wie meinestadt.de, immobilienscout24.de oder suchen.de zu suchen, um auch dort Handelsangebote zu streuen. Lokale Reichweite aus einer Hand sozusagen.

Klaus-Martin Meyer: Wie sehen Sie die Zukunft von kaufDA, was planen Sie nächstes Jahr?

Christian Gaiser: kaufDA hat in seinem ersten Jahr das Potential für lokale Retail Promotions im Web untermauert. Natürlich haben wir noch genug Höhenmeter vor uns, um die Zugspitze zu erklimmen. In 2010
haben wir uns daher drei Weg-­Ziele vorgenommen: Erstens bauen wir unser Partner­-Netzwerk weiter aus – hierzu haben wir schon einige neue Kooperationen in petto. Zweitens wird es von uns
eine mobile Applikation geben. Drittens werden wir unser Kundenpotential weiter heben, teilweise sogar in Kooperation mit Verlagen, zu denen wir bereits heute ein sehr enges Verhältnis pflegen.

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