“Isse tutto simpel: Du kaufe, Du zahle, wir schicke” - Auf dem Autobahnparkplatz mit Peter Faisst (schutzgeld.de)
interview-blog.de: Peter Faisst, Sie sind der Pate von schutzgeld.de. Für dieses Interview mußten wir auf einen Autobahnparkplatz kommen. Können Sie den Lesern unseres Blogs einmal das Geschäftsmodell von schutzgeld.de erläutern?
Peter Faisst: Isse tutto simpel: Du kaufe, Du zahle, wir schicke … unn alles escht billisch! Natuerlich gibts dazu auch noch Varianten, wie etwa “Du kaufe nix, Du zahle nix, wir schicke disch zu die Fische mit paar Betonschuh” oder auch “Du kaufe, Du zahle nix, wir schicke nix…” naja, und alles sowas eben. Aber noch ne Gegenfrage: Was ist das denn eigentlich, ein Geschäftsmodell? Also, Geschäfte mit Modellen - das kennen wir natürlisch. Unn jezze gib ma Gummi und fahr mit deine kleine dreckige Reisschüssel vor meine schicke neue S-Klass wech, sonst …
interview-blog.de: Ein Tag, ein Produkt und ein Preis? Das ist nichts für lahme Enten, was sind Ihre Kunden für Typen?
Peter Faisst: Fixer! Die sind alle Fixer!!! Und zwar viel fixer als alle anderen. Kurz nach Mitternacht raucht uns regelmässig der Server ab, weil die alle reloaden wie bekloppt. Wollen eben fixer ans Schnäppchen. Ansonsten haben wir die übliche Mischung aus schnäppchengeilen Shoppern, Freaks und Normalos. Ja, kann sein ein paar mehr Freaks als andere, aber das ham wir ja so gewollt.
interview-blog.de: Der Name Ihres Shops läßt darauf schließen, dass Sie keinerlei Probleme mit Außenständen haben. Wie Regeln Sie solche Probleme?
Peter Faisst: Probleme? Du willssss Probleme? Ha! da bisse rischtig hier …. also, wenn es da mal Schwierigkeiten gibt, dann setzen sich Luigi und Mario in die grosse schwarze S-Klasse und fahren zum Kunden. Dann wird ein oft mehrstündiges, intensives Gespräch geführt, in dem das Problem von allen Seiten beleuchtet wird. Wir legen da auf eine sehr sehr enge Kundenbeziehung grossen Wert!! Also, bisher hat dann noch jeder bezahlt, manchmal halt nicht persönlich, aber dann hat die Witwe das geregelt … und meistens sogar noch was drauf gelegt.
interview-blog.de: Eine nicht ganz ernst gemeinte Frage können wir uns einfach nicht verkneifen. Die Deutschen sind nicht gerade für ihren Humor bekannt. Wie kommt Ihre Webseite an und warum ist das so?
Peter Faisst: Hey, Alder interview-blog.de, das iss aber die ernsthafteste Frage bisher … oder versteh ich da was falsch? Also, die Seite kommt richtig super an und die Leute finden unsere Texte und die Ansprache einfach klasse. Auch zur Grafik haben wir nur Lob in den höchsten Tönen gehört, weshalb vor allem DieMelanie jetzt ziemlich arrogant rumzickt. Ich hääte ihr damals die Packung Wachsmalkreide nicht schenken sollen. Aliachmetmahmut wird für seine Einkaufspolitik gerade zu angebetet und der Suhrkamp Verlag möchte seine lyrischen Prduktbeschreibungen in einem kleinen Sammelbändchen veröffentlichen, das bereits vorab von Reich-Ranicki zum Höhepunkt des deutschen Bücher-Herbstes erklärt wurde. Auch zu meinem Foto haben sich bisher vor allem Chicas gerade zu euphorisch geäussert. Ebenso wird meine ausgewogene Persönlichkeit meist mit Superlativen und in zahlreichen Drohbriefen gerühmt und besungen (”grenzdebilster Schwachkopf aller Zeiten”, “brutalster Pate aller Zeiten”, “unglaublichster Vollstidiot” und derlei Schmeicheleien mehr). Und übrigens haben die Deutschen eine Menge Humor … wer überhaupt keinen hat, das sind z.B. die Italiener, die verstehn nicht den einfachsten Witz, also Luigi und Mario zum Beispiel … aber gar keinen Humor, nixxe … da werden die auch gleich rischtig gemein, wenn einer mal einen auch nur sehr sehr kleinen Witz reisst!
interview-blog.de: Zum Abschluß müssen wir doch noch den Bogen bekommen zu unserer Standardfrage. Wie wird sich die Branche der Schutzgelderpressung im allgmeinen entwickeln und Ihre Firma im besonderen?
Peter Faisst: Die Branche boomt, das kann man schon sagen. Nicht nur in der italienischen Ausprägung. Sehr sehr erfolgreich sind ja auch unsere russischen Schwesterfirmen, ebenso die Albaner, die Kroaten und nicht zu vergessen, die Türken. Wir sehen hier also optimistisch in die Zukunft, es gibt noch viel zu tun und wir packen es weg, gar keine Frage …. was war denn nochmal die Frage, phew … ach so, ja. Also Branche klasse, isch schwööör. schutzgeld.de ist prima angelaufen, wird jetzt zur Hochform auflaufen und, bevor die Betreiber dann mit der ganzen Knete weglaufen, noch ein wenig weiterlaufen. Ansonsten gehen wir natuerlich davon aus, dass Google uns für 1,6 Milliarden kaufen wird. Zur Not spielen wir auch Tausende von dämlichen Filmen auf den Server … aber wirklich nur zur Not. Bis dahin werden wir mal anfangen auch anderen Krempel zu verkaufen wie etwa Autos, Reisen und alles, was diese Freaks, die uns besurfen, eben schnappen wollen.
Linktipp: Die Spielregeln von schutzgeld.de
Stichworte: Peter Faisst Schutzgeld.de

18. November 2006 12:56 |
Endlisch mal ein voll konkretes Geschäftsmodell! Hab sogar isch verstanden.
18. März 2007 14:58 |
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