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“fotocommunity.de ist die größte Community in Europa für Menschen, die gerne fotografieren” - Im Gespräch mit Andreas Meyer

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interview-blog.de: Herr Meyer, Sie sind Gründer von fotocommunity.de. Bitte erzählen Sie unseren Lesern doch etwas über sich und Ihre Firma.

Andreas Meyer: Die Website fotocommunity.de ist die größte Community in Europa für Menschen, die gerne fotografieren. Wir haben knapp eine halbe Millionen User, die täglich ihre Fotos hochladen und darüber diskutieren. Es geht weniger darum, hunderte von Werken zu archivieren, wie es bei den meisten anderen Foto-Plattformen der Fall ist. Vielmehr laden die User wenige ausgewählte Fotos hoch.
Die Kommunikation ist dabei das wichtigste: Es werden pro Tag 150.000 bis 200.000 Nachrichten geschrieben, teils direkt unter die Fotos, teils in die Textforen oder privat direkt von User zu User. Ich bin selbst Hobbyfotograf und habe das Projekt gestartet, weil mir eine solche Plattform gefehlt hat. Heute sind wir ein kleines Unternehmen ohne Fremdfinanzierung und mit rund 25 Festangestellten.

interview-blog.de: In unserer Wahrnehmung waren Sie mit fotocommunity.de bereits zu einem Zeitpunkt erfolgreich als das eBusiness darnieder lag. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg (auch vor dem Hintergrund, dass Sie schon damals auch kostenpflichtige Dienste anboten).

Andreas Meyer: In der Tat habe ich fotocommunity gestartet, als um mich herum alles zusammengebrochen ist ;) Ich muß dabei erwähnen, dass ich selbst schon seit 1991 im Bereich Internet bzw. Multimedia tätig bin und schon andere Projekte aufgezogen hatte. Das Jahr 2000 habe ich mir dann komplett freigenommen und bin ein wenig durch die Welt gereist. Mein Hobby Fotografie habe ich in dieser Zeit wieder aufleben lassen. Daraus ist dann die fotocommunity-Idee entstanden.
Das ganze war als Spaßprojekt gedacht und überhaupt nicht als Geschäft. Nun gab es aber das Problem, dass im Monat vier nach Launch die Provider-Rechnung 1.000 DM in einem Monat überstiegen hat, was definitiv zu viel für die Hobbykasse war. Da stand ich zum ersten Mal vor der Entscheidung, das Projekt abzublasen oder irgendwie zu versuchen, die Kosten reinzuholen. Zum Gück habe ich mich für die zweite Lösung entschieden und bin losgezogen, um Werbekunden zu suchen. Das ging dann auch überraschend gut.
Bis Frühjahr 2002 waren wir komplett werbefinanziert, als dann eine indirekte Folge des Internet-Crashs eintrat: fast alle Online-Werbe-Etats wurden gestrichen. Also stand das Projekt schon wieder auf der Kippe. Es gab nur einen Ausweg: Die Kosten mussten auf die User umgelegt werden. So wurde fotocommunity im Sommer 2002 als eine der ersten Communities überhaupt kostenpflichtig. Es gibt zwar bis heute einen kostenlosen Account für weniger aktive User. Aber wer regelmäßig Fotos hochladen möchte, kommt um ein kostenpflichtiges Abo nicht herum.
Zur grundsätzlichen Frage, warum wir so schnell gewachsen sind: Zunächst einmal gab es 2001 noch keine Seite weit und breit, wo jeder ohne große Spezialkenntnisse Fotos veröffentlichen konnte. Heute gibt es davon hunderte im Netz, die sogar zum großen Teil kostenlos sind. Wir sind deshalb immer noch sehr erfolgreich, weil wir ein klares Ziel vor Augen haben und für eine anspruchsvolle Zielgruppe arbeiten: Den Fotografen bzw. Hobbyfotografen. Die gesamte Konzeption unseres Dienstes ist darauf ausgerichtet und wir wollen kein Seite für jeden sein. Unreflektierte Knipsbilder überlassen wir daher lieber den anderen, kostenlosen Seiten. ;)

interview-blog.de: Ihr Geschäftsmodell ist - wie man heute so schön sagt - skalierbar. Wie erfolgreich ist die Internationalisierung Ihrer Plattform und wie unterscheiden sich die verschiedenen internationalen Märkte?

Andreas Meyer: Wir sind stark in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darüber hinaus ist alles noch recht übersichtlich. Aber wir setzen uns bewusst nicht einem zu großen Wachstumsdruck aus. Gute Communities zeichnen sich dadurch aus, dass sie organisch wachsen und den Mitgliedern die Zeit geben, soziale Strukturen zu erschaffen. Unsere neuen Sprachversionen, also die französische, italienische, spanische und englische, sind weitestgehend identisch aufgebaut wie das deutsche Original. Es gibt keinen Grund, eine Struktur zu verändern, die sich bewährt hat. Vom Inhalt unterscheiden sich die Versionen durchaus. Auch die Betreuung der Mitglieder läuft überall etwas anders. Wir lösen das Problem dadurch, dass grundsätzlich Muttersprachler aus den jeweiligen Ländern die Betreuung der Community und deren User vornehmen.

interview-blog.de: Wenn wir es richtig beobachtet haben, bieten Sie seit August 2006 auch einen Blog an. Wie wichtig sind Corporate Blogs Ihrer Meinung nach?

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Ein Kommentar zu ““fotocommunity.de ist die größte Community in Europa für Menschen, die gerne fotografieren” - Im Gespräch mit Andreas Meyer”

  1. juland - » Blog-Interview sagt:

    […] Vor kurzem habe ich ein Interview im Interview-Blog gegeben. Dort werden regelmäßig Macher aus der Internetbranche befragt. Wer sich für die Gründung von fotocommunity interessiert, kann das Interview hier nachlesen. […]

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