Peter Kirchner; Pe Su Ki “Trotzdem behält es einen sehr faden Beigeschmackt, wenn man nicht einmal seine freie Meinung äußern darf.” - Im Gespräch mit Peter Kirchner (Pe-Su-Ki - Mobilfunk- & Internetblog) » Interview Blog

“Trotzdem behält es einen sehr faden Beigeschmackt, wenn man nicht einmal seine freie Meinung äußern darf.” - Im Gespräch mit Peter Kirchner (Pe-Su-Ki - Mobilfunk- & Internetblog)

Klaus-Martin Meyer: Peter, Du bist einer der rührigsten Mobilfunk-Blogger. Kannst Du dich und dein Blog bitte kurz vorstellen?

Peter Kirchner:
Hallo Klaus-Martin, mein kleiner Hobbyblog behandelt hauptsächlich das Thema Mobilfunk, da mich dieses Thema schon seit vielen Jahren interessiert. Vor anderthalb Jahren habe ich mir diesen Blog mit der URL http://pesuki.blogspot.com registriert. Es gibt bei mir aber auch immer wieder mal andere Dinge zu lesen, wie zum Beispiel Vorstellungen von interessanten Webseiten aus dem World Wide Web. Und wenn ich mit einer Seite oder einem Anbieter absolut nicht zufrieden bin, kann es auch schon einmal einen negativen Artikel darüber geben.

Klaus-Martin Meyer: In den letzten Tagen, hast Du die Erfahrung gemacht, dass Bloggen nicht nur eine Sonnenseite hat. Was ist da passiert?

Peter Kirchner: Leider ja, die Tage bin ich an einen Seitenbetreiber gestossen, der mit aller Gewalt gegen meinen Artikel vorgehen wollte und ihn als Rufschädigung bezeichnete. Er drohte mir mit seinem Anwalt und einer Klage über 20.000 Euro Streitwert. Es ging dabei um ein Mobilfunk-Forum, wobei der Schwerpunkt dort in den Downloads liegt. Erst in letzter Zeit kommen auch mal andere Threads und sogar einige News mit hinzu. Aber viele dieser News werden sofort nach der Erstellung geschlossen, so als wenn keine Diskussionen erwüscht sind.

Da ich dort schon seit zwei Jahren einen Account mit einem alten Nicknamen hatte, habe ich versucht diesen zu löschen, damit ich mich mit meinen derzeitigen Nick (Pe-Su-Ki) anmelden konnte. Anschließend habe ich mein Profil ausgefüllt und meinen Blog in der Signatur verlinkt. Kurze Zeit später hat mich der Seitenbetreiber angeschrieben, ob ich nicht seine Webseite in meine Blogroll aufnehmen würde, dafür dürfte ich dann einen Vorstellungs-Thread als Werbung für meine Seite erstellen. Gesagt getan und ich habe die Seite mit aufgenommen. Da mir aber die Blogroll zu lang wurde und ich das gesamte Menü verkürzen wollte, habe ich die Blogroll wieder entfernt. Mittlerweile habe ich dafür eine seperate Partner-Seite erstellt, die aber von jeder Seite aus erreichbar ist.

In diesem Forum war ich also ein regelmäßiger Leser und als ich auf ein Thema über Kundenunfreundlichkeit bei Phone-House geantwortet hatte, gefiel es dem Betreiber nicht, da es nicht direkt etwas mit dem Anbieter zu tun hatte, sondern davon handelte, dass auch bei anderen Anbietern die Kunden teilweise schlecht behandelt werden. Nach einigen Jahren in solch einer Hotline hat man selber genug davon mitbekommen. Ich wurde angeschrieben und aufgefordert, nicht überall meinen Senf dazu abzugeben. Auch wurde mir ohne mein Wissen die Signatur gelöscht und sogar mein Profil verändert.

Da ich es einige Tage später bemerkt hatte, habe ich mein Profil wieder hergestellt und auch wieder meinen Blog in der Signatur verlinkt. Doch nach meinem nächsten Posting erhielt ich eine private Nachricht vom Betreiber, wo er mich wegen meiner fehlenden Blogroll angemacht hatte und mir mitteilte, dass meine Signatur in diesem Forum gesperrt bleiben wird. Aus meiner Sicht gehören zu einem Linktausch immer zwei Seiten und in den Signaturen kann und darf jeder User selber für sich mit einen Textlink werben.

Mein leicht negativer Artikel darüber ist aus meiner Sicht absolut keine Rufschädigung oder eine sonstige Hetze gegen das Forum. Der Betreiber sah dies jedoch nicht so und verlangte die Löschung des Artikels wegen Rufschädigung und Markennamen-Missbrauchs. Allerdings durfte dieser Anbieter mich als Spammer bezeichnen. Eigenmächtig ohne Ankündigung Veränderungen in meinem Forum-Profil vornehmen. Und mich sogar in den Kommentaren weiterhin verhöhnen mit Aussagen wie “evtl. bringt es dir ja ein paar Klicks auf deine Google Anzeige oben oder auf deinen PAYPAL Spendenbutton”, oder “Ich hätte jetzt auch die Möglichkeit, dich meinen 80.000 Usern zum “Fraß” vorzuwerfen”.

Klaus-Martin Meyer: Wie ist bisher die Reaktion aus der Blogosphäre. Gibt es auch Solidaritätsbekundungen? Hast Du dir einen Rechtsbeistand genommen?

Peter Kirchner: Um mich über die Rechtslage zu informieren, habe ich etliche Blogger angeschrieben. Viele waren der Meinung, dass ich Recht hätte, es aber nicht unbedingt auf einen Rechtsstreit ankommen lassen sollte. Aber die Blogosphäre wollte hinter mir stehen, wenn es doch soweit kommen sollte. Zur Sicherheit habe ich mich bei einem Anwalt gemeldet und ihm die Texte gesendet. Doch noch vor der Antwort habe ich meinen Artikel umgeschrieben und den Namen des Betreibers durch ein “Zensiert” ersetzt. Auch musste ich auf Druck des Betreibers den Artikel neu erstellen, da sonst der Seitenname in der URL zu erkennen gewesen wäre. Mein Anwalt meinte, dass ich damit alles Notwendige eingeleitet habe und wie man in den vielen Kommentaren ersehen kann, hat der Betreiber dann auch eingelenkt und sich für den Spammer entschuldigt. Trotzdem behält es einen sehr faden Beigeschmackt, wenn man nicht einmal seine freie Meinung äußern darf.

Klaus-Martin Meyer: Als Mobilfunkexperten würde uns Deine Einschätzung interessieren, welche mobilen Anwendungen in Zukunft von besonderem Erfolg gekrönt sein werden?

Peter Kirchner: Mein Tipp geht auf das mobile Internet, was in Zukunft noch sehr stark zunehmen wird. Alleine schon wegen der vielen Social Networks, die viele User gerne von überall aus nutzen möchten. Auch werden sich die Mobilfunkanbieter große Gedanken um ihre Vertrags-Tarife machen müssen, weil sonst noch mehr Kunden auf Prepaid umsteigen werden.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss undere Standardfrage. Worüber blogst Du in fünf Jahren?

Peter Kirchner:
Hoffentlich immer noch über das Thema Mobilfunk und die dazu gehörenden Tarife.

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Ein Kommentar zu ““Trotzdem behält es einen sehr faden Beigeschmackt, wenn man nicht einmal seine freie Meinung äußern darf.” - Im Gespräch mit Peter Kirchner (Pe-Su-Ki - Mobilfunk- & Internetblog)”

  1. Pe-Su-Ki sagt:

    Vielen Dank für das Interview und das schnelle Veröffentlichen.

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