“Second Life schafft die Möglichkeit des gemeinsamen Erlebnisses während der Kommunikation” - Im Gespräch mit Bernd Schmitz (Multimediablog)
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Bernd Schmitz: Es sind fünf Schritte notwendig. Dann ist man „DRIN“. Allerdings sollte man das entweder unter der persönlichen Aufsicht eines involvierten SL-Anwenders machen oder zuerst im first life recherchieren. Denn dann gibt es einen SL-Link zu einem deutschen Tutorial. Auch bieten sich deutsche Mentoren ehrenamtlich an, jedem freundlichen Neuling Second Life zu erklären und näher zu bringen.
interview-blog.de: Vor kurzem wurde bekannt, dass Schweden eine Botschaft in dem virtuellen Spiel eröffnen wird. Gibt es weitere solche kuriose und überraschende Beispiele?
Bernd Schmitz: Die Frage, ob das kurios ist oder überraschend, ist für mich nicht verständlich. Für einen Außenstehenden mag das noch Kurios sein. Vor einem Jahr war eine videobloggende Kanzlerin kurios, vor 15 Jahren war es kurios ein Mobiltelefon zu haben. Vor 30 Jahren war es das Farbfernsehen und vor 100 Jahren das Automobil. Second Life oder die kommenden virtuellen 3D-Welten werden in ein paar Jahren allgegenwärtig und nicht ungewöhnlich sein. Die Schweden oder auch amerikanische Politiker sind nur die ersten. Andere folgen. Aber auch jetzt schon gibt es interessante Orte und ungewöhnliche Personen in Second Life: Künstler, Lehrer, Wissenschaftler, Architekten, Marketingspezialisten, Designer, Politiker usw.
interview-blog.de: Zum Schluß unsere Standardfrage. Wie wird sich Second Life in den nächsten fünf Jahren entwickeln?
Bernd Schmitz: Second Life ist heute vergleichbar mit dem BTX vor dem Internet. Die derzeitigen technischen Probleme sind eklatant und keineswegs für die Zukunft weiterhin akzeptabel. In Kürze werden hoffentlich die Arbeiten der Open Source-Gemeinde ihre Früchte tragen und die Funktionalität und Usability der Client-Anwendung gesteigert. Und wenn dann noch Linden Lab vernünftig genug ist und langfristig denkt, dann wird auch das Grid für neue externe Serverfarmen geöffnet und die Datenbankinfrastruktur stabiler gemacht. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass proprietäre Systemanbieter (wie Compuserve oder AOL) keine echte Chance in der Worldwidecommunity hatten. Wenn die technischen Probleme beseitigt sind, kann diese Multimedia-Anwendung der Start in eine neue virtuelle Kommunikationsumgebung sein. In dieser MUVE (Multi User Virtuell Enviroment) konvergieren die verschiedenen Kommunikationsmedien für die Anwender zu einer omnipräsenten und vollständig integrierten Text, Bild, Audio und Videoplattform und bieten optionell eine virtuelle Repräsentationsform der Kommunikationspartner an. Die ersten Schritte in diese Kummunikationszukunft wird wohl die Integration von IP-Telefonie, nativen HTML-Seiten, Flash-Player, TV und Radio sein. Auch die Steigerung der Mobilität von Second Life hin zum allgegenwärtigen Netz auf den tragbaren PDA´s und Handygeräten ist eine wahrscheinliche Entwicklung. Ob Lindenlab mit Second Life in dem Markt solcher integrierter MUVE teil haben wird, ist es noch nicht abzusehen. Aber 3D-MUVE ist die logische Weiterentwicklung des heutigen klassischen Internets.
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