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“Second Life schafft die Möglichkeit des gemeinsamen Erlebnisses während der Kommunikation” - Im Gespräch mit Bernd Schmitz (Multimediablog)

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interview-blog.de: Hallo Bernd. Du blogst zum Thema “Second Life”. Wie würdest Du Jopi Heesters erklären, was es mit Second Life auf sich hat?

Bernd Schmitz: Eine interessante Einstiegsfrage, allerdings gebe ich zu, dass ich erst mal nach dem Namen „Jopi Heesters“ gegoogelt habe. Wer soll das denn sein? Ach ja, Johannes Heesters, der Schauspieler, ist er schon tot …? Nein, 103 Jahre und lebt auch noch … Tss, unglaublich und feiert mit seinen Töchtern, die schon so alt sind, dass sie meine Oma sein könnten. Also ganz ehrlich, ich würde Herrn Heesters zum Thema Second Life vorab ein paar Grundlagen erklären müssen … Seit langer Zeit ist es ein Traum der Menschheit immer und überall, sowie von jedem Ort mit anderen Menschen in Kontakt treten zu können, neue Freundschaften zu bilden, gemeinsame Vorlieben und Erfahrungen auszutauschen und seine Träume und Phantasien verbildlichen zu können.
Herr Heesters, haben Sie sich schon mal bei einem spannenden Buch oder einer fesselnden Musik schöne Bilder vorgestellt? In Second Life können Sie diese Bilder zeichnen und anderen Menschen zeigen … Und wenn Sie wollen, damit auch Geld verdienen und eine qualitativ hochwertige Freizeit verbringen. Viele Nutzer von Second Life verändern Ihr Freizeitverhalten und verzichten auf die durchschnittlichen 3,5 Stunden Fernsehkonsum pro Tag … Falls es ich etwas wissenschaftlicher erklären kann, würde ich noch folgendes ergänzen:
Die vielen traditionellen Sender-Empfänger Kommunikationsformen, wie das Telefax, E-Mail, SMS oder Telefon, bieten heute schon eine gewisse Kommunikationsfreiheit (gegenüber der Brieftaube oder den Rauchzeichen), aber sind entweder eingeschränkt auf wenige, direkt angesprochene Personen oder begrenzen eine ganzheitliche integrative Kommunikation, durch deren jeweilige reduzierte Sinnesakquisation. In Second Life, einer webbasierten Multi User Virtual Environment-Anwendung, ist eine ganzheitliche Integration der handelnden Personen in einem virtuellem Kommunikationsraum faktisch erlebbar und es bietet damit einen perspektivischen Ausblick, wie sich in Zukunft die Interaktion und Integration von von Distanzkommunikationen zu einer sichtbaren Imagination entwickeln kann. Second Life schafft die Möglichkeit des gemeinsamen Erlebnisses während der Kommunikation (z.B. beim chat) aus der Distanz.

interview-blog.de: Warum stürzen sich die Medien (zumindestens in unserer Wahrnehmung) auf die ganz wenigen Ausnahmen von Usern, denen es gelingt in der digitalen 3D-Welt Geld zu verdienen?

Bernd Schmitz:
Die mögliche Immersion von Menschen in virtuellen Gemeinschaften ist sehr schwierig zu beschreiben und noch komplexer zu erklären. Somit berichten die klassischen Medien gerne einfach leicht konsumierbar und einfach strukturiert und je nach Medienkompetenz der jeweiligen Zielgruppe mehr oder weniger oberflächlich. Nicht nur seit dem Ende der 90er Jahre ist die polarisierende Vereinfachung von komplexen Zusammenhängen in den Medien wissenschaftlich bekannt und getadelt. Gerade bei Second Life ist das Geld ein immer wiederkehrendes Hyperthema in den Medien. Das mag einerseits von Linden Lab selber PR-mäßig aufgebaut sein und ist ein einfach zu beschreibender Jedermans-Glückszustand, den jeder „Nicht-Second-Life-User“ prima verstehen kann, ist aber andererseits nicht das eigentliche Wesen dieser persistenten Cyberwelt. Ich betreibe in meiner Second-Life Hochschule eine Deutsches Lern-Tutorial für Jedermannsavatare und die zumeist erstgestellte Frage ist „Wo kann ich hier Geld verdienen?“ Eigentlich schade, dass ich dann immer so viele Avatare enttäusche und die Illusionsblase zum Platzen bringen muss. Aber Second Life bietet wahrhaft mehr Perspektiven als GELD zu scheffeln.

interview-blog.de:
Angenommen wir wollten auch erste Schritte im Second Life unternehmen. Wie startet man?

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