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“Kapitalismus.de ist zunächst ein Blog, in dem neue und nicht mehr ganz so neue deutsche Startups vorgestellt werden.” - Im Gespräch mit Karl Friedrich Weiland

Klaus-Martin Meyer: Karl Friedrich, Du bloggst auf kapitalismus.de. Könntest Du Dich und Dein Blogprojekt bitte kurz vorstellen?

Karl Friedrich Weiland: Ich bin 34 Jahre alt, lebe in Berlin und bin nach langem Jurastudium jetzt Volljurist und in einigen Wochen Rechtsanwalt. In der New Economy-Zeit habe ich für ein Jahr in einem Startup-Unternehmen gearbeitet, der Printium AG, ein B2B-Marktplatz für die Druck- und Medienindustrie. Die Kreativität und Offenheit der Startup-Arbeitsatmosphäre war für mich seitdem immer berufliches Leitbild. Nach dem ersten Examen hatte ich in Hannover und Oslo einen Master of Laws im Bereich Rechtsinformatik und Informationsrecht gemacht und möchte auch als Anwalt in diesem Bereich Startups beraten. Neben dem Blog werkel ich mit einem Freund derzeit auch an einem eigenen Startup, ein Soziales Netzwerk. In Kürze soll es online gehen.

Kapitalismus.de ist zunächst ein Blog, in dem neue und nicht mehr ganz so neue deutsche Startups vorgestellt werden. Meist lasse ich dabei die Gründer zu Wort kommen, sofern es meine Zeit zuläßt, registriere ich mich auch bei den Webanwendungen und schreibe eine kleine Rezension. Der Fokus des Blogs ist dabei (fast) immer der eines Startup-Gründers. Ich möchte Leuten, die ein eigenes Startup gründen möchten, motivieren und ihnen zeigen, wie andere Gründer zu ihrer Idee kamen und wie sie sie umgesetzt haben. Zur Unterstützung des Startup-Gedankens hab ich vor ein paar Tagen eine kostenlose Jobanzeigen-Börse unter www.kapitalismus.de/startup-jobs hinzugefügt. Für 0 Euro können WebStartups dort ihre freien Stellen anzeigen. Auf www.startup-jobs.de soll daraus eine offene Plattform für Startup-Jobs werden. Bis jetzt ist da aber nur eine Umleitung.

Klaus-Martin Meyer: Zwei Fragen drängen sich vorab auf. Wie kommt man an so einen spektakulär passenden Domainnamen? Du schreibst unter dem Kürzel KFW. Soll das auch Assoziationen an die Kreditanstalt für Wiederaufbau wecken?

Karl Friedrich Weiland: Der Domainname? Hmm, ich bin schon ewig im Internet unterwegs. Leider waren 1995/96 als ich das Internet zufällig auf dem Weg zwischen Jura-Hörsaal und HU-Mensa entdeckte, die Domainnamen noch sehr teuer, sonst hätte ich wohl noch spektakulärere wie auto.de oder so. Die Entdeckung des Internets ging übrigens so vor sich, daß ich im Jura-PC-Pool der HU aus Neugier auf ein Programm-Icon namens Mosaic klickte. Ich hielt es für ein Spiel. Naja, irgendwie lag ich damit ja auch nicht falsch.

KFW benutze ich schon ewig, weil man Name so lang ist. Außerdem sieht es doch seltsam aus, wenn unter jedem Artikel mein ganzer Name steht. Auf die Kreditanstalt für Wiederaufbau bin ich nicht sehr gut zu sprechen, da sie mir die www.kfw.de - Domain weggeschnappt hat.

Klaus-Martin Meyer: Du suchst auf Deinem Blog auch Sponsoren. Kann Deiner Meinung nach ein Blog auch ein Geschäftsmodell sein. Wenn ja, wie stellt man das am besten an?

Karl Friedrich Weiland: Aufgrund des überkleinen Andrangs an Sponsoren hab ich die Sponsoren-Buttons gerade entfernt. Ich dachte mir halt, daß sie zu einem Techcrunch-Klon dazugehören, vergaß aber, daß Michael Arrington am Anfang ja auch sponsorenlos war. Werbung zu bekommen ist auch nicht leicht, wenn man noch nicht die magischen 500.000 oder wenigstens 100.000 Pageviews pro Monat hat. Dann bleibt nur Google-Adsense, daß aber wenigstens Domainkosten und Hosting deckt. Das ist natürlich noch kein Geschäftsmodell. Wobei ansonsten Blogs durchaus das Potential zu Mikro-Medienunternehmen haben. Ganz im Sinne der Digitalen Bohéme (siehe www.wirnennenesarbeit.de) wäre es heute durchaus schon möglich, von einem Blog zu leben. Sponsoring könnte da die Lücke füllen, bis man die echte per-per-view-Werbung bekommt. Bei mir ist das etwas anders. Natürlich wäre ich kein Kapitalist, wenn ich nicht auch auf Werbe-Euros scharf wäre, aber im Grunde folge ich mit dem Blog mehr dem Grundsatz: “Wenn Du etwas wissen willst, dann lies ein Buch. Wenn Du etwas genau wissen willst, dann schreib eines.” Und Blogs sind sind ja gewissermaßen “Bücher in Echtzeit”. Die Startup-Jobs-Seite ist so eine Art Imagekampagne für meine künftige Kanzlei. Überhaupt ist das schönste am Kapitalismus.de -Blog, daß ich über die Seite sehr viele Gründer persönlich kennenlerne. Demnächst kommt unter www.kapitalist.de auch noch eine Art Community für Gründer hinzu.

Klaus-Martin Meyer: Ich hatte für den Interview-Blog die Idee - gewissermaßen antizyklisch im momentanen Gründungsboom - eine Rubrik “Failure” einzuführen. Hättest Du eine Idee, wie man die Bankroteure des Kapitalismus zu interview motivieren könnte?

Karl Friedrich Weiland: Naja, ich würde sowas nicht als Pranger aufziehen, wo man die Pleitiers der Häme freigibt. Das wäre mir auch zu negativ. Stattdessen würde ich die Rubrik im Sinne von “learning by failure” konzipieren. Da könnte man dann erfolgreiche Unternehmer nach ihren Fehlschlägen befragen. Etwa Lars Hinrichs über die Pleite seines ersten Startups berichten lassen. Dies würde zeigen, daß Failure nicht das Ende ist, sondern ein wichtiger Lernprozeß sein kann. Auf seinem unternehmerischen Weg hinzufallen ist nicht schlimm, solange man immer wieder aufsteht und weitergeht.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß wollen wir auch Dir unsere Standardfrage nicht vorenthalten: Wie wird sich kapitalismus.de in den nächsten fünf Jahren entwickeln?

Karl Friedrich Weiland: In fünf Jahren kann eine Menge passieren. Da ich selbst nach der 10. Klasse im Osten eine Druckerlehre gemacht habe (ich hatte den Eulenspiegel gedruckt), hatte ich mir immer gewünscht, irgendwann eine eigene Zeitschrift herauszubringen. Ich könnte mir gut vorstellen, daß ” Kapitalismus.de” in fünf Jahren neben dem Blog auch ein Hochglanzmagazin ist, so eine Mischung aus Vanity Fair und Wirtschaftswoche. In den USA gibts das Konzept jetzt ganz neu als “Portfolio” (www.Portfolio.com) von Conde Nast. Und einmal im Monat stelle ich mich dann selbst für eine Tag an die Druckmaschine. :-)

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Ein Kommentar zu ““Kapitalismus.de ist zunächst ein Blog, in dem neue und nicht mehr ganz so neue deutsche Startups vorgestellt werden.” - Im Gespräch mit Karl Friedrich Weiland”

  1. Kapitalismus.de » Kapitalismus.de im Interview-Blog-Interview sagt:

    […] Der Titel dieses Artikels wohl ebenso skuril wie der Titel des Interview im Interview-Blog lang ist: “Kapitalismus.de ist zunächst ein Blog, in dem neue und nicht mehr ganz so neue deutsche Startups vorgestellt werden.” - Im Gespräch mit Karl Friedrich Weiland” Tags: Interview, Interview Blog, Kapitalismus.de Kommentieren Sie diesen Artikel! […]

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