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“Im Moment würde ich auf Kilchoman setzen” - Im Gespräch mit Armin Grewe (islayblog.com)

Klaus-Martin Meyer: Armin, Du bist der Blogger des IslayBlog.com. Wie kommt ein Deutscher auf die “Schnapsidee” über die schottische Whisky-Insel zu bloggen?

Armin Grewe: Das ist eine lange Geschichte: Ich wohne seit Anfang 1995 mit einer kurzen Unterbrechung 1998-2000 in Swindon, England. Im Sommer 1998 suchte ich nach einem Urlaubsziel in Schottland, auf Wegen die ich leider inzwischen vergessen habe bin ich dabei auf Islay gestossen und hatte dort ein paar wunderschoene Tage. Daraufhin bin ich 1999 wieder hingefahren und als ich Ende 1999 mit einer eigenen Website anfing hatte diese einen Isle of Islay Bereich. Diesen gibt es noch immer und der wird auch noch immer weiterentwickelt, zu finden unter http://www.armin-grewe.com/islay/islay.htm. Seit dem ersten Besuch bin ich jedes Jahr mindestens ein Mal, die letzten Jahre zwei Mal auf Islay gewesen. Die Insel hat einfach eine gewisse Faszination fuer mich, die ich nicht richtig erklaeren kann.
Ganz genau weiss ich es nicht mehr, aber seit ungefaehr 2000 blogge ich auf einem persoenlichen Blog. Anfang 2006 kam mir die Idee doch einfach mal ein Blog ueber Islay zu starten, einfach so, weil ich es konnte. Kurz danach habe ich mir die Domain http://www.islayblog.com/ gesichert und im Mai 2006 ging es dann los. Am Anfang war ich etwas nervoes ob ich genuegend Themen finden wuerde, aber bis jetzt klappt es wunderbar. Ich bekomme die ersten Rueckmeldungen und scheine auch Leser zu finden.

Klaus-Martin Meyer:
Ich habe Single Malts aus - ich glaube - sieben Destillerien auf Islay im Schrank stehen. Mein Favorit ist der Bruichladdich 15 Jahre. Welches sind Deine Favoriten?

Armin Grewe:
Von Anfang an Laphroaig. You love it or you hate it, there is no in between. Neuerdings vor allem den Laphroaig Quarter Cask, der hat irgendwie noch ein gewisses etwas mehr.
Dann auch meine selbstabgefuellte Flasche Bruichladdich Valinch. In gewisser Weise gehoeren fuer mich Erinnerungen und Stimmungen zum Erlebnis des Whiskytrinkens, da ist es natuerlich etwas besonderes ist aus einer selbstabgefuellten Flasche zu trinken. Die wird allerdings auch nur zu ganz besonderen Anlaessen rausgeholt.
Und in ein paar Jahren erwarte ich mir einiges von dem Bruichladdich Octomore, von dem ich Futures besitze. Der Blick ueber Loch Indaal mit den Paps of Jura am Horizont und das Wissen dass diese in Port Charlotte “reifen” geben ihm fuer mich das gewisse etwas.

Klaus-Martin Meyer: Der Markt für hochwertige Single Malts wächst noch immer. Ähnlich sieht es bei Premium-Vodka aus. Warum schaffen wir Deutschen nicht eine ähnliche Erfolgsstory mit unserem klaren Korn?

Armin Grewe:
Ich habe wenig Ahnung von Korn, meine Vermutung ist dass die Umgebung und der Mythos fehlen. So etwas ist meines Erachtens schwer zu erzeugen. Bei den meisten Whiskies gibt es diese gewisse Romantik verbunden mit Whiskytouren, Distilleriefuehrungen und allem was dazu gehoert. So etwas habe ich beim Korn noch nicht gehoert und habe so meine Zweifel dass dies angenommen werden wuerde. Die Zielgruppen sind vermutlich auch anders.

Klaus-Martin Meyer:
Mich persönlich würde Deine Einschätzung der Erfolgsaussichten von Blackwood Distillers interessieren, auf den Shetland Islands eine Brennerei zu etablieren?

Armin Grewe:
Ich habe das Projekt nicht im Detail verfolgt, aber soweit ich es mitbekommen habe sind dort sehr gute Leute involviert. Ich bin 2002 im Rahmen meiner “World Tour of Scotland” fuer knapp eine Woche auf Shetland gewesen: Die Landschaft und die Leute haben eine gewisse Aehnlichkeit zu Islay, ich glaube darueber kann dieses gewisse Feeling aufgebaut werden dass noetig ist um das Projekt zu einem Erfolg zu machen. Auf jeden Fall einer der wenigen nicht-Islay Whiskies die mich interessieren.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß quälen wir unsere Interview-Gäste immer mit einer Standardfrage. Angenommen man könnte einen Whisky-Optionsschein kaufen, der noch fünf Jahre läuft. Auf welchen der Islay-Whiskies sollte man setzen?

Armin Grewe: Im Moment wuerde ich auf Kilchoman setzen. Eine ganz neue Distillerie die auf sehr alten Traditionen aufbaut. Die Distillerie ist winzig und die Produktion dementsprechend klein, das Ergebnis koennte unter Sammlern sehr gefragt sein. Probiert habe ich ihn noch nicht (die ersten “Proben” werden jetzt verkauft, Whisky darf er sich noch nicht nennen), was ich so gelesen habe sind die Ergebnisse vielversprechend.

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