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Im Gespräch mit Michael Schlüter (whiskynews.de)

Klaus-Martin Meyer: Herr Schlüter, Sie sind der Macher hinter www.whiskynews.de. Wie kamen Sie auf die Idee einen Whisky-Blog zu betreiben?
 
Michael Schlüter: Das Thema Whisky ist, auch wenn man sich nur auf die Erzeugnisse aus Schottland beschränkt, sehr vielseitig und interessant. Im Internet findet man mittlerweile Informationen zu allen Aspekten rund um das “Wasser des Lebens”. Es gibt die Seiten der  Destillerien, es gibt private Seiten von Whiskyliebhabern und natürlich auch Nachrichten. Allerdings gab es die fast nur in englischer Sprache. Diese Lücke wollte ich mit WhiskyNews.de schließen. Ein Blogsystem eignet sich sehr gut dazu, aktuelle Neuigkeiten schnell und unkompliziert ins Netz zu stellen. Da ich die Nachrichten nur übersetze und keine eigenen Artikel schreibe, blogge ich also nicht im herkömmlichen Sinn, aber das machen andere ja schon in sehr guter Qualität, wie z.B. WHISKYFANBLOG.DE oder The Scotch Blog.

Klaus-Martin Meyer: Meine Lieblingswhiskys sind Macallan (12 Jahre) und Bruichladdie (15 Jahre). Ich habe ca. 30 Single Malts im Schrank stehen. Entspricht das in etwas Ihrer Zielgruppe?
 
Michael Schlüter: Das wäre noch ein interessantes Thema für eine Umfrage: “Wie viele Single Malts habt Ihr im Regal?” Die Qualität und Anzahl sind, glaube ich, nicht entscheidend - beides wird in der Regel mit zunehmendem Interesse am Thema auch steigen.

Klaus-Martin Meyer: Was sind Ihre Lieblingswhiskys und warum?
 
Michael Schlüter: Ich mag besonders die etwas torfigen Whiskies von der Insel Islay,  z.B. den 16 Jahre alten Lagavulin. Bei diesen Aromen kann man sehr gut im Geiste an die raue schottische Westküste reisen - man hört die Brandung des Meeres, den Schrei der Möwen (oder war das hier im Hafen?) und vielleicht im Hintergrund leise einen Dudelsack…
Ansonsten mag ich auch Dalmore und Highland Park sehr gerne - beide haben auch als 12 jährige schon ein tolles würziges Aroma.

 

Klaus-Martin Meyer: Die Leser von interview-blog.de würden sich besonders für die Frage interessieren, wie Sie die Erfolgsaussichten von Blackwood Distillers einschätzen, eine Distillery auf den Shetlands zu etablieren? In diversen deutschen Whiskyforen habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich
hierzulande viele Leute freuen würden, wenn das Unternehmen scheitert. Haben Sie hierfür eine Erklärung?
 
Michael Schlüter: Ich glaube, die meisten würden sich über eine weitere Destillerie freuen, besonders, wenn es ein kleiner, individueller Betrieb ist. Einige befürchten wohl, dass die bisherigen Marketingmaßnahmen mehr versprechen, als letztendlich dabei herauskommt. Aber das bleibt abzuwarten. Natürlich hätte man auch eine bereits existierende, stillgelegte Brennerei wieder zum Leben erwecken können, aber warum nicht etwas für die Entwicklung der Shetlands tun? Auch da wollen die Leute Arbeit haben. Und schließlich ist es ja auch interessant, zu sehen, welche Aromen und Geschmäcker ein Whisky aus dieser Region hervorbringt. Dann muss Highland Park eben seinen Slogan ändern… ;-)

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluss wollen wir auch Ihnen unsere Standardfrage nicht ersparen. Spielen wir einmal “Wünsch-Dir-was”. Wie soll sich Ihr Blog in den nächsten fünf Jahren entwickeln?
 
Michael Schlüter: Ich muss manchmal aus Zeitgründen schon selektieren, welche Nachrichten ich übersetze und veröffentliche. Es heißt ja: “nichts ist so alt, wie die Zeitung von gestern.” Das gilt natürlich auch im Internet. Daher wäre es schön, wenn sich weitere Autoren finden, die Lust haben, Beiträge und Nachrichten zu schreiben - dann könnte man auch eine größere Themenvielfalt anbieten. Ansonsten hoffe ich, dass sich die Seite weiter etabliert und fester Bestandteil in den Linksammlungen der Whiskyfreunde wird.
  
  

   

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