Ulrich W. Hanke www.hankes historische.de “Ich sammle historische Wertpapiere – also alte Aktien und Anleihen in Papierform – aus meiner Geburtsstadt Frankfurt am Main.” - Im Gespräch mit Ulrich W. Hanke (www.hankes-historische.de) » Interview Blog

“Ich sammle historische Wertpapiere – also alte Aktien und Anleihen in Papierform – aus meiner Geburtsstadt Frankfurt am Main.” - Im Gespräch mit Ulrich W. Hanke (www.hankes-historische.de)

Ulrich W. Hanke

Klaus-Martin Meyer: Herr Hanke, Sie sind der Macher von www.hankes-historische.de. Wie kam es zum Start dieses Blogs?

Ulrich W. Hanke: Ich sammle historische Wertpapiere – also alte Aktien und Anleihen in Papierform – aus meiner Geburtsstadt Frankfurt am Main. Da lag es nahe, mit steigender Zahl an Stücken in meiner Sammlung, meine Recherche-Ergebnisse allen Sammlern zugänglich zu machen. Schnell bin ich aber auch dazu übergegangen, über Papiere aus aller Welt, Auktionen und andere Sammler zu schreiben. Der Name des Blogs ist ganz klar eine Anlehnung an hankes-boersen-bibliothek.de – mein Geldanlage-Blog.

Klaus-Martin Meyer:
In meiner Wahrnehmung hat das Sammeln von historischen Wertpapieren in seiner relativen Bedeutung zu anderen Sammelgebieten wie etwa Briefmarken in den vergangenen Jahren zugenommen. Ist der Eindruck richtig?

Ulrich W. Hanke: Das Sammelgebiet ist sehr jung, die erste Sammlergeneration teils immer noch aktiv. Nach und nach kommen nun aber neue Sammler zu dem Hobby. Es wird – auf niedrigem Niveau – einfach populärer. Das Schöne: Briefmarken oder Münzen werden heute immer noch hergestellt, Aktien aber - mit ganz wenigen Ausnahmen - nicht mehr gedruckt. Dazu finde ich die Geschichten rund um Aktiengesellschaften spannend, besser gesagt spannender. Wenn man die Preise in Relation zu anderen Sammelobjekten stellt, haben historische Wertpapiere viel Luft nach oben. Der Nachteil der Materie: Potenzielle Sammler müssen überhaupt erst einmal wissen, was Aktien genau sind und dass es sie früher als Papierdokumente gab. Briefmarken kennt dagegen jeder und bedürfen keiner Erklärung.

Klaus-Martin Meyer:
Was würden Sie zukünftigen Sammlern empfehlen, wie man eine Sammlung aufbaut?

Ulrich W. Hanke: Das Sammelgebiet nicht zu groß fassen, ist das A und O! Eine Branche oder eine Region - das reicht. Kataloge wie der Suppes und der Get sind Pflicht, um ein Gefühl für die Preise zu bekommen. Bei Ebay gibt’s die ersten Stücke zu kleinen Preisen - aber in der Regel auch nur Massenware. Die seltenen Stücke finden Sammler bei Auktionen. Im Jahr gibt es etwa zehn Versteigerungen bundesweit. Auch hier gilt: Erst einmal ein Gefühl für die Preise bekommen.

Klaus-Martin Meyer: Welche Sammelgebiete sind aus Ihrer Sicht besonders interessant?

Ulrich W. Hanke: Das ist in erster Linie Geschmackssache. Je ausgefallener,  desto besser, könnte man allerdings sagen. Wer Eisenbahn- oder Autopapiere sammelt, hat viel Konkurrenz bei den Raritäten. Wie an der Börse gilt, am besten antizyklisch handeln. Gerade sind chinesische und russische Papiere sowie Stücke aus der Zeit der D-Mark gefragt.

Klaus-Martin Meyer:
Zum Abschluss wie immer eine Fünfjahresfrage. Wie werden sich die Preise historischer Wertpapiere in den kommenden Jahren entwickeln?

Ulrich W. Hanke: Historische Wertpapiere sind Sachwerte, die in unsicheren Zeiten besonders begehrt sind. Betrachtet man die Top-Stücke der Auktionen Jahr für Jahr, kommt man zu dem Schluss, dass die Preise für Raritäten jährlich um etwa zehn Prozent steigen. Das bleibt wahrscheinlich so. Doch da vor allem Menschen aus der Finanzszene solche Zeitzeugnisse sammeln, kommt es auch darauf an, wo Dax & Co. in fünf Jahren stehen und wie viel Kleingeld die Sammler dann gerade im Portemonnaie haben. Auch der Nachwuchs spielt eine große Rolle. Ich versuche, möglichst viele Menschen für dieses faszinierende Gebiet zu gewinnen und hoffe, mein Blog trägt dazu bei.

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Diese Schuldverschreibung diente der Finanzierung der im Jahr 1903 ins Leben gerufenen Frauenvereinigung der Frankfurt-Loge. Sie wurde 1888 als Bnai-Brith-Loge gegründet. Die jüdische Organisation ist ähnlich wie die Freimaurerei aufgebaut. Das Papier ist ein Unikat und das Lieblingsstück von Ulrich W. Hanke.

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  1. Hankes Historische » Blog Archiv » hankes-historische.de im Interview sagt:

    […] Klaus-Martin Meyer hat mich zu meinem Blog und Historischen Wertpapieren befragt. Das Interview finden Sie unter interview-blog.de. Darin vertrete ich unter anderem die Meinung, dass unser Sammelgebiet – auf niedrigem Niveau – populärer wird. Und wie an der Börse beim Sammeln gilt: Am besten antizyklisch handeln. Auch Onlineshop-Betreiber und Händler Volker Malik führte mit Klaus-Martin Meyer schon einmal ein Gespräch. ………………………………………………………………………………………………….. […]

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