“Es kann sein, dass man als Individium oder Organisation seiner Zeit voraus ist.” - Im Gespräch mit Michael Jung und Daniel Schäfer (e-commerce-blog.de)
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Michael: Gerade gelauncht zum Beispiel www.endless.com, auch www.sqoops.com aus Deutschland versteht es die Zielgruppe einzufangen. Ich bin gespannt auf den Shopping Client von Otto für die Vista Plattform, denke dass es auch in die die richtige Richtung, dem Commercetainment, geht. Gerade die Großen haben das notwendige Kleingeld, um diese neue Form des E-Commerce voranzutreiben. Gleichzeit sehe ich viele Mittelständler, die die Nase vorne haben, einfach runde Konzepte, nettes Design, sehr gute Usability und Nutzerführung. Beispiele sind da aus meiner Sicht: alsa-hundewelt.de, smm.de, die es ebenfalls verstehen und Björn Harste es schafft, über seinen Blog eine Community aufzubauen und diese zu bedienen. Nicht zu verachten, der E-Commerce Manager muss seinen Job gelernt haben!
Daniel: Ich bin auf jeden fall sehr skeptisch was den aktuellen Social-Commerce Hype angeht, Tatsache ist, dass 90% der Nutzer nur passiv teilnehmen, 9% selten aktiv werden und die Hauptarbeit von gerade mal 1% der Nutzer erledigt wird. So ist es sehr schwierig eine kritische Masse zu erreichen. Positiv sehe ich die Entwicklung von Plattformen die Widgets anbieten um wirklich allen Seitenberteibern die Einbindung von eCommercefunktionalitäten in ihre Seiten zu ermöglichen, auch über einzelne Shops hinweg, Stichwort gemeinsamer Warenkorb. Hier ist allerdings noch viel Pionierarbeit zu leisten die wohl eher die ganz großen stemmen können. Ein aktueller Trend ist auf jeden Fall der Multichannelvertrtieb Handelsfilialisten wie Schlecker, Plus und Lidl entdecken das Internet als neuen Absatzkanal nochmals neu, in den USA liegen die Wachtumsraten von Multichannelanbieter deutlich über denen von Internet Pureplays. Gewinner sind also dort Unternehmen die Ihre Artikel im Internet und stationär anbieten. Zur der Frage nach vorbildlich umgesetzte eCommerce Erfolgsfaktoren muss man sicher noch amazon.com nennen (auch wenn`s langweilig ist). Exelent sicher auch das Konzept von spreadshirt.net, auch Cyberport.de macht an der Stelle einen guten Job optisch stehe ich aktuell auf die stylebandits.com
interview-blog.de: Wir können uns an einen Artikel in “The Economist” aus dem Jahr 1996 erinnern, wo die Erfolgsfaktor von amazon.com analysiert wurden. Schon damals wurden die Leserkritiken hervorgehoben. Warum bekommt gerade dieser Punkt erst heute - zehn Jahr später - unter dem Stichwort “Web 2.0″ (user generated content) eine viel breitere Aufmerksamkeit?
Michael: Es kann sein, dass man als Individium oder Organisation seiner Zeit voraus ist. Dann tingelt man als Evangelist durch die Welt und die wenigsten nehmen Notiz von dem, was man sagt. Ich habe selbst ein gutes Beispiel erlebt. 2002 bin ich mit dem Schlagwort Rich Internet durch die Lande gezogen, die einzigen, die mich erhört haben waren Vodafone. Das Ergebnis war der Handyfinder, aus technischer Sicht Web 2.0 im Jahr 2002. Binnen eines Jahres sind die anderen Carrier mit ähnlichen Konzepten an den Markt gekommen. Dann war es still, die bestehenden Apps wurden weiter entwickelt und einige neue kamen hinzu. 2006 dann der Durchbruch auf weiter Front. Web 2.0
Daniel: Die Menschen haben einfach gelernt sich im Internet zu äußern, und die Unternehmen haben gemerkt das Ihre Kunden eher den Benutzer der Produkte Ihr Vertrauen schenken als tollen Marketing Sprüchen. Vor einigen Jahren Monaten hatten viele Hersteller noch richtiggehend Angst ungefilterte Meldungen zu Ihren Produkten auf Ihrer Website zu publizieren das hat sich mittlerweile gelegt. Aktuelles Beispiel ist TUI wo man jetzt seine Reiseberichte Posten kann.
interview-blog.de: Von Bloggern zu Bloggern würde uns Eure Meinung interessieren, ob ein Blog auch ein Geschäftsmodell sein kann?
Michael: Uiii…. Also bloggen und davon leben können wohl nur die wenigsten. Entweder bloggt man für Ruhm und Ehre oder man kann auf andere Weise daraus seinen Profit ziehen.
Daniel: Sehe ich ähnlich, auch wenn die Blog-Netzwerke wie creative-weblogging.de versuchen die Blogs zu monetarisieren und Ihnen das wahrscheinlich auch geling. Als Einzelperson wird es, abgesehen von ein paar Top „A“ Bloggern, wohl auf absehbare Zeit nur ein kleines Zubrot sein. Anders sieht es da aus wenn man arrondierende Einnahmen aus der Blog-Präsenz mit einrechnet, hier purzeln bei entsprechender Spezialisierung sicher schon mal ein paar Leads oder Beraterjobs bei raus.
interview-blog.de: Zum Abschluß wollen wir auch Euch unsere Standardfrage nicht vorenthalten. Welche wichtigen Entwicklungen seht Ihr im eCommerce für die kommenden fünf Jahre vorraus und wie wird sich der e-commerce-Blog im selben Zeitraum entwickeln?
Michael: E-Commerce wird zur Show, das zeigen die aktuellen Entwicklungen.Die zur Verfügung stehende Bandbreite wird ausgenutzt, um Produkte zu präsentieren, zu beraten und um schlicht zu verkaufen. Otto und Vista machen das vor. Viele weitere werden folgen. Auch bin ich überzeugt, dass T-Commerce und M-Commerce mittelfristig ein Bein auf den Boden bekommen. Wer die Apple Keynote zum iPhone gesehen hat, weiss in welche Richtung es gehen wird. Flankiert wird diese Entwicklung durch einige alternative Konzepte aus dem Web 2.0, die sich im Markt etablieren können.
Daniel: eCommerce wir allgegenwärtig, im TV per Fernbedienung, auf dem Handy, im Web, auf dem Desktop. Dabei sind alle Divices vernetz. Die Inhalte und Angebote sind exakt auf das Profil des Users zugeschnitten. Das Web und der stationären Handel werden zusammenwachsen. Nutzerdaten stehen auch im Store vor Ort für den Verkäufer und andersherum auch im Web zur Verfügung. Als Oberflächen es gibt Intelligente, meinen Nutzungsgewohnheiten angepasste Suchen und eine natürliche Bedienung, also Verwendung von Drag&Drop und weitere Interaktionen die User von Ihrem OS her kennen, Auf Grund von Bandbreite werden Rich Media Lösungen wie Video und 3D bei der Produktdarstellung in den Vordergrund rücken. Verbesserte Check-Out-Mechanismen und Transaktions Möglichkeiten werden Einzug halten.
Stichworte: Daniel Schäfer e commerce blog.de Michael Jung TWT InteractiveWeitere Seiten: 1 2


29. Januar 2007 13:50 |
[…] Klaus-Martin Meyer vom Interviewblog hat uns gefragt ob wir Rede und Antwort im Rahmen eines Intervies stehen möchten. Klar haben wir gemacht, das ganze passt auf 2 Seiten und kann hier gelesen werden. […]