Basicthinking Christoph Berger „Hätte ich gewusst, dass es so billig weg geht, dann hätte ich es wohl auch gekauft…“ - Im Gespräch mit Christoph Berger über die ersten 99 Tage nach Robert Basic auf Basicthinking » Interview Blog

„Hätte ich gewusst, dass es so billig weg geht, dann hätte ich es wohl auch gekauft…“ - Im Gespräch mit Christoph Berger über die ersten 99 Tage nach Robert Basic auf Basicthinking

Klaus-Martin Meyer: Herr Berger, Sie sind Geschäftsführer der Firma onlinekosten.de GmbH. Vor 99 Tagen wurde Ihrerseits von Robert Basics das Webblog Basicthinking.de via eBay käuflich erworben. Was hat sich seither getan?

Christoph Berger: Wenige Tage nach der eBay-Auktion hat ein Team aus mehreren Redakteuren von onlinekosten.de mit dem Bloggen auf Basic Thinking begonnen. Optisch haben wir das Blog noch komplett unverändert gelassen, aber inhaltlich haben wir manches etwas verändert. Nach wie vor finden die Leser aber bei Basic Thinking noch aktuelle Themen u.a. aus den Bereichen IT/Internet. Im Gegensatz zu früher unterlassen wir rein private Posts komplett und haben damit bis heute ein insgesamt positives Feedback von unseren Lesern und aus vielen anderen Blogs bekommen.
Vermarktungstechnisch habe ich in den ersten Stunden alle von Robert verkauften Links von der Seite genommen und auch alle weiteren Werbebanner baldmöglichst entfernt. Wir wollten von Anfang an zeigen, dass uns nicht an kurzfristigen Umsätzen gelegen ist, sondern dass wir Basic Thinking langfristig erhalten und noch weiter ausbauen wollen.

Klaus-Martin Meyer: Der von Robert damals erzielte Preis wurde heiß diskutiert. Die einen fanden diesen viel zu niedrig, andere wieder empfanden ihn als viel zu hoch. Was spricht aus Ihrer Sicht für die eine oder andere Theorie?

Christoph Berger: Die meisten Argumente für einen niedrigen Preis, die ich gehört habe, beinhalteten immer die Argumentation, dass das Blog einzig und allein nur von Robert lebt(e) und ohne Ihn sehr viele Leser dem Blog fernbleiben würden - und somit auch kaum mehr Wert übrig bleibe. Das ist aber nicht ganz richtig. Robert hat Basic Thinking natürlich sehr geprägt, aber unsere aktuellen Zugriffszahlen zeigen auch, dass es möglich ist, die Zahlen von damals sogar noch zu steigern. Daher denke ich, dass es sicherlich richtig von uns war, das Höchstgebot bei ebay damals noch um einiges höher zu setzen. Am Rande bemerkt habe ich schon von vielen Leuten, für die das Blog sicherlich auch interessant gewesen wäre, nach der Auktion gehört: „Hätte ich gewusst, dass es so billig weg geht, dann hätte ich es wohl auch gekauft…“

Klaus-Martin Meyer: Im Auktionspreis inbegriffen war nach meiner Erinnerung das Angebot von Robert anfänglich noch helfend zur Seite zu stehen. War diese Hilfe von Nöten?

Christoph Berger: Das Angebot von Robert bestand und wir haben darauf in den ersten Tagen auch gerne ein paar Mal zurück gegriffen. Nach sehr kurzer Zeit aber haben wir das Projekt dann komplett selbst gemanagt.

Klaus-Martin Meyer: Kann man etwas zur Leserschaft sagen. Ist diese (abgesehen von mir) treu geblieben, gab es Ab- und Zuwanderungen? Hier würde unsere Leser sicher eine Analyse interessieren!

Christoph Berger: Genauere Zahlen werden wir hierzu in Kürze erstmals bei uns posten. Vorab kann ich aber schon sagen, dass wir die Zugriffe, Besuche und ähnliche Messwerte verbessert haben.

Klaus-Martin Meyer: Eine kleine Anekdote aus dem Bereich “Wie plaziert man erfolgreich eine Meldung bei Basicthinking”: Am 22. April telefonierte ich mit Ihrem Kollegen Herrn Lücke, um ihn zu motivieren über die Shopping Map von telefon.de zu berichten. Am gleichen Tag bloggten wir über eine aus unserer Sicht Randnotiz. Die Randnotiz fand ohne unser Zutun Eingang in ein Blogposting, die Shopping-Map nicht. Was lief im einen Fall richtig und im anderen Fall evtl. falsch?

Christoph Berger: Details zu diesem Einzelfall müsste Hayo am besten selbst erläutern. Allgemein ist es so, dass unser Blog-Team ähnlich wie bei onlinekosten.de auch bei Basic Thinking viele Themenvorschläge erhält und diese dann intern diskutiert werden. Was für das Blog als passend erachtet wird, das wird gebloggt. Dies müssen - wie im erwähnten Fall – nicht unbedingt große Storys sein, manchmal sind es auch kleinere Geschichten.

Klaus-Martin Meyer: Worüber wird auf basicthinking in fünf Jahren gebloggt und stimmt die Einschätzung von Peter Hogenkamp (bei Turi2.tv), dass mit dem Abgang von Robert der Cenit der Egoblogger überschritten wurde?

Christoph Berger: Fünf Jahre ist im Internetbereich ein so langer Horizont, dass kann ich beim besten Willen nicht genau sagen.
Die Einschätzung von Herrn Hogenkamp teile ich insofern, dass „früher“ für mich persönlich Basic Thinking/Robert Basic die stärkste Assoziation im Bereich Blog/Blooger war. Diese gibt es nun nicht mehr und mir fällt spontan auch niemand ein, der in diese Lücke gestoßen ist…

Stichworte:

3 Kommentare zu “„Hätte ich gewusst, dass es so billig weg geht, dann hätte ich es wohl auch gekauft…“ - Im Gespräch mit Christoph Berger über die ersten 99 Tage nach Robert Basic auf Basicthinking”

  1. Hayo Lücke sagt:

    Bzgl. der Telefon-Map kann ich kurz noch anmerken, dass wir uns das Projekt einen ganzen Tag angeschaut haben, aber keine nennenswerten Änderungen in den Verkaufszahlen und den abgebildeten Telefonen erkennen konnten. Daher haben wir uns gegen eine Erwähnung der telefon.de-Map auf Basic Thinking entschieden. :-)

  2. 6 vor 9: China, Hartmeier, Klingelschmitt » medienlese.com sagt:

    […] 3. Interview mit Christoph Berger (interview-blog.de, Klaus-Martin Meyer) Ein Gespräch mit dem Käufer von basicthinking.de: “Robert hat Basic Thinking natürlich sehr geprägt, aber unsere aktuellen Zugriffszahlen zeigen auch, dass es möglich ist, die Zahlen von damals sogar noch zu steigern.” […]

  3. 111 Tage neues Basic Thinking: Eine Bilanz | Basic Thinking Blog sagt:

    […] So, jetzt mal Butter bei die Fische: Zahlen, bitte! 111 Tage haben wir hinter uns, eine Schnapszahl, bei der wohl allen Kölnern das Herz schneller schlagen dürfte. Ich persönlich halte nichts vom Karneval, aber das Jubiläum bleibt. Vor knapp 16 Wochen haben wir bei eBay zugeschlagen und Robert seinen Basic-Blog abgekauft. Seitdem starten wir Tag für Tag durch, um nicht nur die Arbeit des Blog-Vaters fortzuführen, sondern auch unsere eigene Note in der Blogosphäre zu verbreiten – mit manch kritischer Stimme in den Kommentaren, aber auch mit viel positivem Feedback. Aber darüber hat unser Chef im Interview ja schon einige Worte verloren. […]

Kommentar / Antwort verfassen



<

Google


Add to Technorati Favorites

» „Hätte ich gewusst, dass es so billig weg geht, dann hätte ich es wohl auch gekauft…“ - Im Gespräch mit Christoph Berger über die ersten 99 Tage nach Robert Basic auf Basicthinking Basicthinking Christoph Berger